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Unseres Herzens, der Gott der Erbarmnisse möge in der Unerschöpflichkeit seiner Güteeinen gnädigen Blick auf die Schweiz werfen, damit die heilige Kirche, befreit vonihren gegenwärtigen Drangsalen, wieder aufblühe von Tag zu Tag mehr zu ihrervollen Kraft und Wirksamkeit. Als Beweis Unserer innigen Zuneigung für Euchgeben wir mit Liebe und auS der Tiese Unseres Herzens Euch und den Eurer Pflegeanvertrauten geistlichen und weltlichen Gläubigen den apostolischen Segen, daS Unter-pfand aller Geschenke von Oben."
Hirtenbrief des Cardinal-Fürstbischofs von Breslau .
Unterm 4. Nov. v. Js. hat Se. Eminenz der Cardinal Fürstbischof von Breslau nachfolgenden Hirtenbrief erlassen:
Bei dem Eintritt in daS neue Kirchenjahr, meine Geliebten, begrüßet EuchEuer Bischof dießmal in einer neuen kirchlichen Würde. ES hat nämlich Er. Päpst-lichen Heiligkeit, unserm obersten Hirten gefallen, in dem am 30. September diesesJahres zu Rom abgehaltenen geheimen Konsistorium unter mehreren andern würdigenund in der Kirche hochgestellten Männern verschiedener Länder auch mich, einen derGeringsten seiner Mitarbeiter in diesen schweren drangvollen Tagen, zu der hohenWürde eines Cardinalpriesters der heiligen römischen Kirche zu erheben; und zugleichhuldreich anzuordnen, daß ich, weil die vielen wichtigen und dringenden Geschäftedieses großen Bisthums mir eine längere Abwesenheit außerhalb desselben nicht wohlgestatten, hier in meiner Kaihedralkirche, in Mitte meines Hochwürdigen DomcapitelSund Klerus und meiner versammelten Gläubigen, mit dem Abzeichen dieser neuenWürde durch die befreundete Hand Sr. Ercellenz des Hochwürdigsten Herrn Erzbi-schofes von Carthago und Apostolischen Nuntius am Kaiserlichen Hofe angethan werde.Diese Feierlichkeit ist am heutigen Tage vollzogen worden, und ich weiß diesen Ehren-tag nicht würdiger zu beschließen, als indem ich durch dieses Hirtenschreiben meineStimme zu Euch Allen erhebe, und wie ich es mündlich heute in der Kirche gethan,nun auch öffentlich vor aller Welt zuerst meinen ehrerbietigsten Dank aussprecbe Sr.Päpstlichen Heiligkeit für daS neue Zeichen des Wohlwollens und ehrenden Vertrauens,welches er mir durch diese seltene und unerwartete Erhebung offenbaret hat. Zwarweiß ich wohl, daß so große Ehre und Auszeichnung nicht meinem persönlichen Wertheund Verdienste, deren Unzulänglichkeit ich vor Gott erkenne, und vor Sr. Heiligkeitoffen aber vergeblich betheuert habe, zuzuschreiben ist, sondern daß sie nach der weisenAbsicht des heiligen Vaters der katholischen Bevölkerung und dem Ehrwürdigen KleruSdieser Lande überhaupt gelten solle, welchen Se. Heiligkeit, durch die Erhebung einigerBischöfe auf die höchste Ehrenstufe der Kirche, ein weltkundiges Zeugniß der Anerken-nung ihrer, in schwerer Zeit bewährten Glaubenstreue und einen seltenen Beweis väter-licher Liebe und hohen Vertrauens hat gewähren wollen Nicht minder hat der heiligeVater dadurch unserm gnädigsten Monarchen einen ehrenden Beweis anerkennendenDankes geben wollen für den, seinen katholischen Unterthanen und ihrer geordnetenkirchlichen Freiheit gewährten gerechten und wohlwollenden Schutz.
Hierdurch erhält dann aber die Sache eine um so größere Bedeutung; undwenn Ihr Alle, mein? Geliebten, in der Erhöhung Eures Bischofes Euch geehrt,und Euren kirchlichen Sinn von Dem anerkannt und belohnt findet, der uns als deroberste Hirt von Gott gesetzt ist, so werdet Ihr auch Alle zum Danke mit mir Euchvereinigen, zu einem würdigen Danke, den wir nicht mit schönklingenden Worten,sondern vor Allem mit treuen und inbrünstigen täglichen Gebeten für daS Wohl unseresedeln, so schwer geprüften heiligen Vaters vor Gott bethätigen wollen.
Und — heute am Altare vor dem hohen Abgesandten und Vertreter Sr. Heilig-keit hab' ich'S ausgesprochen und wiederhole es hier laut — eS ist unser heiliger Vaterin seiner guten Meinung von den Katholiken dieser Lande nicht getäuscht worden.Denn katholisch sind sie, und wollen sie in Wahrheit seyn und bleiben, und darum