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der P. Chable eigens zu diesem Zwecke geprägte Medaillen auS, die auf der einenSeite daS Bild deS heiligen Joseph, auf der andern die Worte:Deutscher JosephS-Verein zu Paris . 3. December 1850. 6it6 Llmi-r-mc!" enthalten. Die Gottesdienst-ordnung in dieser Capelle wird künftighin folgende seyn: 7 Uhr früh Messe, nament-lich für die Kinder; 1V Uhr Messe, namentlich für die Erwachsenen, Predigt; 2 UhrNachmittags christlicher Unterricht; 4 Uhr deutsche Vesper, Predigt, Segen. DerJosephsverein, der der Anfang deSdeutschen Werkes" war, ist also wieder errichtetund wird ohne Zweifel nicht geringere Früchte, wie vor der Restauration, tragen. Was die im selben Haus einzurichtenden Schulen und Krankenhaus betrifft, so istbereits ein Brief aus Nancy eingetroffen, der die baldige Ankunft dreier deutscherSchwester aus dem Orden des heiligen Karl Borromäus , darunter eine aus Triersmeldet. Der Anfang ist gemacht. Ein guter Fortgang hängt von der lebhaften Be-theiligung unserer deutschen Mitbrüder in der Ferne ab. Was das Wichtigste ist,man sieht, daß diese Sache nicht ein frommer Wunsch , ein unpraktisches Vorhaben ist,sondern daß es ein fester Bau ist, wozu der erste Stein bereits gelegt ist, wozu nunaber Jeder nach Kräften beisteuern soll. (M. S.-Bl.)

Oesterreichische Monarchie.

Salzburg . Die jüngste Consistorialverordnung, in Betreff der Grundsätzebei Verzierung der Gotteshäuser, hat allgemeinen Anklang gefunden. ES ist in derThat nichts Widerlicheres und die Andacht Störenderes, als wenn man in den Kir-chen Schnitzwerke und Gemälde findet, die allen Regeln der Aesthetik widerstreiten.Wenn man auch die apostolische Einfachheit des katholischen Cultus, wie solche vongewissen Journalisten, deren Glaubensbekenntniß in der Regel auch höchst einfach klingt,nämlich: Nichts, bevorwortet wird, durchaus nicht will, so kann man doch mit derUeberfüllung der Gotteshäuser uud deren geschmacklosen Ausstattung keineswegs ein-verstanden seyn. DaS Einfache, Erhabene und Kunstsinnige spricht jeden gebildetenGläubigen wohlthätig an, erhebt ihn unwillkürlich zur Urquelle aller Schönheit, dieuns in Christus ist geoffenbaret worden, den Ungebildeten aber soll man eben aufeine höhere Stufe zu heben suchen, waS gewiß zuerst dadurch geschieht, daß manihm in der Kirche nur AesthetischeS vor Augen führt. Man hat sich daS Volk in derfraglichen Hinsicht auf einer zu niedern Stufe gedacht; gewiß selbst der roheste Manngreift eher zu dem Schönen und Natürlichen, als zu der unnatürlichen Caricatur.

Die Schulconferenzen in Wien sind beendigt. Diese Berathungen, bei welchenalle Kronländer vertreten waren und der Minister selbst den Vorsitz führte, habensich fast über alle Belange des Schulwesens verbreitet und gewähren alle Hoffnungeines segensreichen Erfolges. Die einberufenen Theilnehmer, die sich dabei sämmtlichals wirkliche praktische Schulmänner erwiesen, haben sich in allen Hauptsragen vereinigt.

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Im st, 19. Jan. Die hiesigen barmherzigen Schwestern haben sich durch dieuneigennützigste und anstrengendste Pflege des kranken Militärs besondere Verdiensteerworben. Vor wenigen Tagen ist nun dem Institute sür diese menschenfreundlichenLeistungen die vollste Anerkennung von Seite des Herrn F.-M.-L. Militärcomman-danten Frhr. v. Roßbach bekannt gegeben worden.

Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.

Verlagö-Jichaber: F. C. K» ein er.