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so großem Segen vorstand, ein Mann mit apostolischen Tugenden und großen Ver-diensten geschmückt, wurde uns nicht gegönnt. Er wurde auf den Betrieb einigerweniger Feinde der Religion von hier verdrängt, und seit fast drei Jahren weinet einganzes Volk um ihn die Thränen der Verwaisung. Verzeihen Ew. Eminenz, daßwir in die Bezeugung unserer Freude über daS Glück unserer katholischen Brüder inEngland die Erinnerung an unsern eigenen Schmerz mit eingemischt haben. Wirwußten ja, welche Theilnahme Sie der Angelegenheit der Kirche bei uns widmen,und mit welcher Liebe Sie bei der Einweihung der St. Georgskirche zu London Den-jenigen ausgezeichnet haben, über dessen lange Entfernung von uuS eine gläubigeHeerde von fast 200,000 Seelen trauert. Nchmeu Sie darum gnädig und wohl-wollend den Ausdruck unserer innigsten Verehrung und dankbaren Liebe, und unsererheißesten Glückwünsche für sich und für die ganze katholische Kirche in England an,und ertheilen Sie allen Mitgliedern des Piusvereinö und dem ganzen katholischen Volkevon Luremburg Ihren heiligen Segen.
Luremburg, in der Octave des Festes der Epiphanie 1851.
Tod des Pater AccursiuS Gärtner .
(Aus einem Schreiben ?es Missionärs P, Marimllian Gärtner, t)i-c!, Pr-Künonst,, «lä. Sac Prairie,
........Laut meiuem letzten Briefe an Dich hegte ich die frohe Hoffnung,
binnen kurzem den lieben Bruder AccursiuS hier zu St. Norbert begrüßen zu können,nnd mit ihm über tausend interessante Angelegenheiten zu sprechen, da er die Voran-stalten zu seinem neuen Ansitze bei Cincinnati traf. Samstag Nachmittags am 4. Scpl,erhielt lch auf einem Gang zu Kranken im Städtchen Jefferson auch die Zeitung vonCincinnati , „Wahrheitöfrcund" genannt. Ich blätterte darin, da siel inciu Auge aufTrauerlinicn und ich las, zitternd an Hand und Herz: „Am 2. dieß starb hier derhochwürdige Pater AccursiuS Gärtucr nach kurzem Krankenlager, versehen mit denheiligen Sacramcnten, ergeben in den göttlichen Willen, zu dessen Ehre und Verherr-lichung zu arbeiten er seit drei Monaten in diese Stadt gekommen war. GotteSVorsehung war mit dem guten Willen zufrieden. Der Verstorbene war geboren znHciterwang in Tirol am 26. Sept. 1805. Er trat jung in den Franciöcanerorden,arbeitete als OrdcnSpriester theils als Professor des Gymnasiums, und später alsKatechet in Neutte mehrere Jahre, bis er endlich von seinen Obern die Sendung nachAmerika erhielt, um sowohl als Missionär, als auch für die Ordenöangelegenheitenzu wirken. Gottes Wille jedoch ordnete es anders. Friede seiner Asche!"
Was mußte der Eindruck dieser Nachricht seyn auf mein so hoffnungsvolles,jetzt fast hoffnungsloses Herz. Der Schlag kam wie eiu Wetterstrahl aus heitermHimmel. Zermalmt im Innern, schwankte ich nach der armseligen Blockkirche derMission und kniete am Altare nieder . . . nach und nach träufelte das Seufzen undBeten einen milden Trost von Oben in das Gemüth, und die Hand griff nach deinBreviere, um am Fuße des Altars andächtig die ^ommomltitiv mn'irmk: zu entrichten.Heimkehrend von den Berufsgcschäften — Ende derselben Woche — lag bereits einBrief aus Cincinnati auf meinem Pulte, der die nähern Umstände über des seligenBruders Krankheit nnd Hinscheiden beschrieb. Bald nach dem Besuche der Stadtfühlte er leichte Fieberschauer; dessen ungeachtet machte er Nachmittag den nämlichenGang znr Stadt, weil Einkäufe für die Kirche drängten; aber Abends stellte sichgroße Ermattung , ein. Am andern Morgen las er schon um 5 Uhr die heil.' Messe,erschien jedoch nicht zum Frühstück, weßhalb die Mitbrüder in ihn drangen den Arztzu Rath zu ziehen. Um 2 Uhr kam ein Arzt, seine Mittel bewirkten auf vier Tageeinige Besserung. Am 2. Sept. aber verschlimmerte sich der Zustand. Der Beicht-vater erschien. AccursiuS beichtete getrost und glaubte sogar mit der heil. Commum'on