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Fa?ade der Kirche und das Haus del Gesu illuminirt, und oberhalb deS großenThores der Kirche strahlte die Inschrift:
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^6 omnem ssnetitstem eveetumI.sooril>u8 periculis in I^itnugnis?ro sniirmrum 5sluteper gnnos p. AI. XX.Lt i»u8tri m.irlz'rio Xr?. s>erkunetumLoelo transmiserit^ovensilem.
Bei dieser Gelegenheit bewies sich wieder die Klugheit und Umsicht deS päpst-lichen Stuhles in glänzender Weise. Daß Bobola durch die gritchi chen Schismatikerin Rußland grausam gemauert worden, ist aller Welt bekannt; dennoch aber botman Alles auf, damit bei Gelegenheit der feierlichen Kundgebungen, welche dem kirch-lichen RttuS zufolge das Fest der Beatification oder der Kanouisati'on eines DienersGottes begleiten, Nichts vorfiele, wodurch der Kaiser von Rußland beleidigt oderauch mir dessen große Empfindlichkeit ver etzt werden könnte. Die lateinischen Inschrif-ten, welche die Hauptmomenle aus dein Leben des neuen Seligen einhielte», womitdie Thore und das Innere der vatikanischen Basilika geschmückt waren, sind vorhervom Sraa Ssecretariaie anfS Sorgfälligste geprüft worden. Dem Verfasser dieser In-schriften, dem als christlichen Archäologen weltbekannten P. Marchi aus der Gesell-schaft Jesu , war aufgegeben worden, die Urheber deS vom P. Bobola erlittenengrausamen Martyriums nickt einmal mit Namen j,u nennen. P. Marchi dürfte sichdaher wohl in einiger Vcrlegenbcit befanden haben; weder die Worie „Lclnsmstiei"noch jene „Kuteni 8eni5M!>tis riropugn-ltores", weder „Hgringtse" noch „8surc>mi>lge"durften in den Imchniten vorkommen. Mit derselben Behutsamkeit verfuhr man invem „liiorniile cli Koma", worin die BeatificationSscier natürlich besprochen werdenmußie. Der Redacteur batle dem Ccnsnramte einen Aufsatz präseniirt, in welchemvon der gedachten Festlichkeit und natürlich auch vom Ltben und Martyrthum deSP. Bobola die Rede war; der Aufsatz wurde jedoch zurückgehalten, obgleich dessenVersasser, die Ansichten der Regierung richtig interpretirend, lie Ursachen jenes Mar-tyriums nie bei ihren Namen genannt Halle. Erst nach langer und sorgfältiger Prü-fung von Seilen deS StaatssecrelariatS selbst durfte der beireffcude Artikel, mit Hin-weglassung aller Momente, die auf den grausamen Tod deS seligen Bobola Bezughaben, veröffentlicht werden. Aus diesem Grnnde konnie die Biographie deS ausge-zeichneten Dieners GotteS in dem Regierungsorgane nur unvollständig und verstüm-melt «rschcinen, während bei andern Bcalificaiiouen in diesem Blatte eine kurze, abervollständige Legenve der Heiligen gegeben wird.
Brief von ElemenS Brentano an ein zwölfjähriges Mädchen. *)
Mein liebes gutes Kind!In dem Hause zu H** bei Herrn N. N., wo du so viele Wohlthaten genießest,ist mir auch viel Liebes und Freunvliches erwiesen worden, und so haben wir denn
*) Wir theilen hier einen Brief des Clemens Brentano , eine» großen, gelehrten nnd stemmenMannes, an ein zwölfjähriges Mädchen, aus einer schwer geprüften Familie, mit, welchen er au«Dülmen schrieb, wo er sich damals bei der gottseligen Klosterfrau A. C. Emmerich aufhielt, und da«bekannte Buch „Betrachtungen des bittern Leidens« nach ihren Mittheilungen schrieb.