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hieb er ihm mit dem ersten Säbelhieb beinahe die Hand ab, mit dem zweiten verwundeteer ihn am Fuße; ein Soldat stieß ihm ein Auge auS. Dann schleiften sie ihn fortin den Laven eines Fleischers und brannten ihn mit angezündeten Fackeln, um ihnordentlich zu braten, bis taö Fleisch flüssig würde; sie zogen ihm die Haut vom Kopfeund von den Handen ab, zur Verachtung der Tonsur und der pricstmichcn Weihe;sie fuhren dann fort, auf dem Nucken ihm die Haut abzuziehen, vergrößerten seineWunden, schlugen dann Rohre zwischen die Nägel und daS Fleisch der Finger, sckni tenihm die untere Nase und die Lippen ab, öffneten am Hinlerkopf eine große Wundeund nahmen dann die Zunge heraus. So ließen sie ihn mitten im Straßenk.th liegen,und da der Hauptmann nach einigen Stunden ihn noch nicht todt sah, machte er demLeben seines Schlachtvpfers mit einem großen Säbelhieb ein Ende. Die genaueBeschreibung dieses grauenvollen Martyriums gibt P. Phil. Monaci in seiner BiographiedeS sel. Märtyrers.
Im Jahre 1739 gestattete die 8, LonZreggtio Kituum, daß der Proceß über daSMarterthum Bobola's eingeleitet werde; Benedict XIV. erließ 1755 das Decr.t, durchwelches sein Martyrium und die e-iusa coustatiit wurde, und nachdem Gregor XVl.daS Wunder der Unverweslichkeit des Leibes dieses Mar yrers als bewiesen erklärt,und Pius IX. durch Dccrel vom 5. Mai 1853 auch die drei andern durch dessenFürbitte erfolgten Wunder approbirt halte, erklärte der letztgenannte Papst am 24. Juniv. I. in der lateranensischen Basilika, daß man zur feierlichen Bealificalion schreitenkönne.
ES ist erklärlich, daß der russische Hof die Seligsprechung dieses Märtyrershöchst ungern sah, um so mehr, da bei den Polen der Name Bobola in hohem undehrwürdigem Andenken steht und auf Grund einer ständigen Tradiiion an seine Eihe-bung zur Ehre der Altäre sich große Hoffnungen für die Bekehrung Rußlands knüpfen.Der Congregalion war eS äußerst schwer, aus Litlhauen authentische Berichte überverschiedene aus den Märtyrer bezügliche Umstände zu erhalten; denn die russischeRegierung bot AllcS auf, um solches zu vcrhind.rn. Der Dominicaner-Prir zuSt. Peiersburg und noch ein anderer Ordenopriester wurden vcrha-tct und —. manweiß nicht, wohin? — abgeführt, weil sie auf derlei Anfragen über einige das Mar-terthum deS P. Bobola betreffenden Thatsachen Aufschlüsse eilheilt hallen. Alle ihrePapiere wurden weggenommen. Auch heißt es, auf höheren Befehl seyen die GebeinedeS Märtyrers, die einen lieblichen Duft aushauchten, auS der Kirche, wo sie bishermit größler Sorgfalt waren aufbewahrt worden, weggenommen und auf dem Kirch-hofe, mit andern Geb.iuen vermocht, umhcrgestreui worden. Indessen wcuen alleBemühungen der Schismatiker vergeblich: der Prvr.ß wurde nach den kanonischenVorschriften zu Cude gesührt und der 30. Oktober 1853 zur Seligsprechung a> beraumt.
Als der ersehnte Tag gekommen war, versammelten sich in der i aticanischenBasilika die Cardinälc, die Congregalion der Ri en mit ihren Consulloren, das Capitelund Seminar von Sr. Peter. Der General d.r Gesellschaft Jesu , P. Peter Beckr,trat vor den Caidinal Pa rizi, Vicarius Seiner Heiligkm (in Abwesenheit deS Car-dinais LambruSchini, Präfecicn der Cvngregcition) und bat, demüihig nie?erknieend,um die Publication deS BealificalionS--Breve, welches auch sogleich laut abgelesenwurde. In diesem Augenblicke wurde daö Bild oeS Seligen enthüllt; man stimmte° den Amirosianijchen Lobgesang an, es ertönte daö Geläute aller Glocken Roms undvon der CngelSburg donnerte das Geschütz, Unmilteibar darauf begann die Messe,welche MonsitzNvr Pio Bighi, vom vaiicanischen Capilel, celebrirte. — Der heiligeVetter wohnt der BcatificailVnö - Verkündigung niemals bei, sondern begibt sich Nach-miliagS nach St. Peter. Da er damals den Quirinal bcwchnle, so war sein Besuchbei St. Peter feierlicher, als gewöhnlich; der Weg durch Rom w<n mit dem claisi-schen Same bestreut. Um vier Uhr verließ Seine Heiligkeit, begleitet vom heiligenCollegium der Caroinäle, den Quirinal , um dem neuen Seliggesprochenen seine Ver-ehrung zu beweisen.
Der Tempel war mit der größten Pracht ausgeschmückt. Abendö waren die