Vierzehnter Jahrgang.
Sonntags-Beibßatt
zur
Augsburger Po Leitung.
29. Januar M- F. 1854.
DicseS Blatt erscheint regelmäßig alle Bo»utage. Der >>^lt>jährige Atwnvei-lcittsprei«?<> fr., wofür eS i^urch all? löniql. baper. Poilömtcr pud alle Bvckhaudlnr-a-?! be^>?s>cn w-rde» kc-nn.
Dle Beatlficction des ehrw. Dieners GotteS Andreas Bobola . *)
Andreas stammte aus der polnischen Adelsfamilie Bobola, die aus Böhmen entsprossen war und unter ihren Gliedern Männer zählte, welche im Kriege und inöffentlichen Aemtern des Königreichs Polen sich rühmlichst auszeichneten, Andreasward im Jahre 1592 in Litihaue» im Palaiinat Sandomir gebore», zeichnete sichvon Kindheit an durch.eine uiigemune Frömmigkeit aus und war während seiner ganzenJugendzeit seinen Altersgenossen ein nachahmcnswürdiges Tiigendninster, Frühzeitigentsagte er allen glänzenden Aussichleu, welche die Welt ihm öffnete, und trat(nennzehn Jahre all) in den Orden der Gesellschaft Jcsn, der er sich im Jahre 1630durch die gewöhnlichen Gelübde aus immer verband. Nachdem er die Priesterweiheeinvfauaen Halle, widmete er sich eine Zeit lang dem Uineirichtc der Jünglinge in denWissenschaften und der Unterweisung der Knaben in der christlichen Lehre; dabeiunterli.ß er, von Seelcneifer durchglüht, niemals, das Wort GotteS zn verkündigen,und that dieß mit solchem Erfolge, daß er sehr Viele zur Buße bewegte. Drei Jahrelang widmete er sich ganz der Pflege und Unterstützung der von einer ansteckendenSenche Befallenen. So machte er sich würdig, von Gott zu noch höheren Dingenerwäl>!t zu werden. Um jene Zeit hatten die schiSmaiischen Griechen den polnischenErzbischof Josaphal gelobtet, und versuchten nun Alles, um ihre Irrthümer unterden Gläubigen zu verbreiten. Damals wurden mehrere Kollegien der GesellschaftJesu zersiön und vierzig Söhne derselben geiödtet. Ans diesen Kampsplatz ward nunAndreas Bobola gesendet. Furchtlos ginz er den drohenden Gefahren entgegen, mitaller Kraft uud Aufopferung kämpfte er gegen die Bersührnng, die größten Mühsaleuuv Widerwärtigkeiten ertrug er freudig, und gab endlich, unter den ausgesnchlestenQualen sein Blnt vergießend, für Christus und das Wohl seiner Schase daö Lebenhin. Am 16. Mai 1657 errang er die Marlyrerkronc.
Die 8. LonZreAglio Kiluum sagt von ihm: tarn cruclxltz vix -rut n«z vix cruiclemin Irav Lacra ^un^regutionv riropositum l'uit üimüe Martyrium. — Andreas Bobola ,war im Collegium von Pinsko, wo er mit seinen Mubriidcrn viele Jahre hindurchalle möglichen Bcr.uionen zu ertragen hatte. Die Schismaliker erspähten ibn, als erin Jcrnow zum Troste der dortigen Katholiken verweilte. Zwei Kosockenofficiere mitvielen Soldaten suchten ihn auf und irafen ihn anf dem Wege von Janow nach demDorfe Perelynda. Zuerst schlugen sie ihn auf die roheste Weise, banden ihn dannuiil.r sorlwährenden Mißhandlungen an ein Pferd und schleiften ihn ganz mit Blntbedeckt nach Janow zu ihrem Hauptmaun, Dieser forderte von ihm gebieterisch,er solle der Gemeinschaft mit Nom entsagen; wüthend über seine beharrliche Weigerung
') Kath, Wochenschrift,