«v
welche» damalö dem Fürsten Fugger gchöte. Dieser gewährte dem Diener Gotteseine liebevolle Ausnahme und nachdem Hoffbauer von dem Bischose von Augsburg ,Clemens Wenzcslauö, die nöthige Erlanbniß eingeholt, berief er seine vertriebenenSöhne hier zusammen. Sie begannen wiederum ihr heiliges Tagewerk zum Wohleder Seelen und zwar mit so großem Erfolge, daß der fromme Fürst Fugger bereitseigenhändig den Plan zum Bau eineS CollegiumS entwarf. Der Krieg hinderte dieAusführung; und mehr noch: bald mußten die guten Patreö Babenhausen ganz ver-lassen. Die Anfeindung und Verfolgung, jeneö Erbe, das der Heiland seinen treuc-stcn Dienern zurückgelassen hat, folgten ihnen, wohin sie sich wenden mochten; unddie beständigen Kriegsunruhen jener traurigen Zeit waren ganz geeignet, die Feindealles Guten den freiesten Spielraum finden zu lassen.
Hoffbauer war während dieser Zeit nach Warschau gereist, um daö dortigeHauS wieder einmal zu besuchen und die Seinigen wieder einmal zu stärken.
Von der Vertreibung der Patres aus Babenhausen in Kenntniß gesetzt, gab erihnen die Weisung sich nach der Schweiz zu ziehen. Wirklich fanden sie in Chur gastliche Aufnahme; es wnrde ihnen das ehemalige Prämonstratenser -Kloster zum heil.Lucius übergeben. Aber auch diese Ruhestätte fanden die Verfolgten nur, um sie inkürzester Frist wieder zu verlieren. Jetzt eilte Hoffbaucr, als ein für seine geistlichenKinder besorgter Vater, selbst von Warschau herbei und es gelang ihm, jenen nocheinmal einen Zufluchtsort auSzumitteln, zu Vispach im Canton WalliS . Hierauskehrte der Selige nach Warschau zurück. Eö harreten seiner schwere Prüfungen, dieschwersten wohl in seinem Leben.
Die furchtbare Strafruthe Gotteö, unter deren wohlverdienten Streichen damalöfast ganz Europa blutete, traf auch das polnische Königreich; am 30. November 1306rückten die Truppen jenes Fürsten, welchem Gott die Geissel über die Völker in dieHände gegeben, unter Murat und Davvust in der Hauptstadt Polens ein, die seit-herige Regierung wurde aufgelöst und eine neue durch Napoleon im Jahr 1307angeordnet; diese trat von vornherein feindlich gegen unsere PatreS auf und beschloßdemnächst die Auflösung des dortigen Hauses. Um die despotische Willkür nicht inihrer ganzen Nackiheit anS Tageslicht treten zu lassen, wurde eine lange Untersuchunggegen Jene eingeleitet, die zwar keine Schuld an ihnen finden ließ, deren Resultatgleichwohl daö pharisäische: Kou8 est mortis war. Während dieser Tribulationenverlor Hoffbaucr seinen treuen Freund und Mitarbeiter P. Hibel, der seit den öfterenEntfernungen des Erster» Rector des Warschauer CollegiumS gewesen. Er starb am4. Juli 1807. DaS war die erste herbe Heimsuchung für Hoffbauer; sogleich sollteciue noch schwerere folgen. Wenige Tage nach dem Tode deö P. Hibel, am 15. Juli,wo die Kirche daS lostum 6ivisi(iiii8 ^Vpostolorum feierte, erschien eine NegieruugS-Commission zu St. Benno, nahm die sämmtlichen Papiere, die sich vorfanden, inBeschlag, versiegelte die Schränke und Kisten, und unmittelbar darauf wurde denPatres der Beschluß der Regierung bekannt gemacht, daß die Kongregation aufgelöstsey. Soldaten umzingelten sofort das Haus; mehrere Leiterwagen sichren vor; diesemußten die PatreS besteigen und wurden unter Militärbedeckung nach der FestungKüstrin abgeführt.
Wir können hier einen Nebenumstand nicht unerwähnt lassen, der uns daS wun-derbare Walten der göttlichen Vorsehung recht kla? erkennen läßt. Bei der Unter-suchuugöcommissivn gegen Hoffbaucr und seine Jünger befand sich auch der berühmteZachariaS Werner, der kurze Zeit nachher katholisch ward und später in Wien zu den trcuesten Freunden und begeistertsten Verehrern unseres Seligen gehörte.
Mit der Ruhe und gottergebenen Sanftmuth eines vollendeten Gottcsmanncsverließ Hoffbauer Warschau. „Gott will uns hicr nicht mehr haben!" daS war derTrost, den er für sich und seine Leidensgefährten hatte. Doch der härteste Schlagstand ihm noch bevor. Nach eimnonallicher sehr strenger Haft in der Festung wurdennämlich die Mitglieder der Congregation je zwei und zwei entlassen und in ihr Vater-land zurückgeschickt. So sah denn Hoffbauer seine Söhne nach allen Seiten hin auö-
t ' . G