Ausgabe 
11 (2.3.1851) 9
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einandergehen; eine zerstreute Hcerde ohne Hirten. Dieß brach sein Herz, wie erspäter erzählte. Zuletzt kam die Reihe an ihn, und da er ein Oesterreicher war,mußte er mit dem Kleriker Martin Stark dorthin sich wenden.

Die Mächte der Finsterniß hatten so einen Sieg erfochten; cS war ihnen gelun-gen, ein Institut zu vernichten, durch welches seit mehr denn zwanzig Jahren Tau-seude von Seelen den Frieden mit Gott wieder gefunden, eine Quelle zu verschüt-ten, aus welcher die reichsten Ströme der Gnade und des Segens in weite Kreise sichergossen. Wir fügen über die Periode im Leben dcS Seligen, die wir hiemit beschlie-ßen, hier nur das noch hinzu, was der österreichische Beobachter bei der AnkündigungdcS TodeS desselben darüber bemerkte (Jahrg. 1820 S. 377.):Was unter denungünstigsten Verhältnissen und in den schwierigsten Zeitumständen ein einziger treuerDiener Gottes , wie dieser, vermag, daö würden die Mauern von St. Bennobekräftigen, wenn nicht Tausende von lebendigen Zeugen vorhanden wären, dieer gespciset, bekleidet, zu Gott und zu einem christlichen Lebenswandel zurückgeführthat.«

P. Hoffbauer wanderte nach seiner Freilassung nach Wien . Der Herr, der ihnheimgesucht, wollte ihm hier wieder einige Tröstung bereiten. Von dem frommenErzbischof Sigismund, Grafen von Hohenwart wurde er mit väterlicher Liebe aufge-nommen, und erhielt durch Vermittlung eines Baron Penkler, der ihm von nun anein thätiger Gönner und Freund blieb, eine kleine Wohnung in dem Gebäude deritalienischen Nationalkirche. Hier fand er die Einsamkeit wieder, die er in der Jugendso lieb gewonnen. Das Gebet und die Betrachtung, welchen er sich in ungestörterRuhe hingeben konnte, gewährten ihm Trost und innere Stärkung.

Fast zur selben Zeit war auch das kaum gegründete Haus zu Vispach bei demEinrücken der Franzosen in WalliS aufgelöst worden, und die Bewohner desselbenmußten gleich ihren Brüdern in Polen sich zerstreuen. So schien denn AlleS, wasunser Hoffbauer in 22 Jahren der mühevollsten Thätigkeit aufgebaut, mit eiuemmalcwieder vernichtet; die Congregation, die er unter so vielen Kämpfen dießseits der Alpen angepflanzt, hatte als solche zu seyn aufgehört. Aber auch diese härteste Prüfungbestand er glänzend; seine hohen Tugenden ließen ihn jetzt im Leiden eben so bewun-derungswürdig erscheinen, als.seither in seinem erfolgreichen Wirken. Doch betrachtenwir nun sein Leben in Wien , daS letzte Stadium seiner irdischen Laufbahn.

Der Wunsch, den er beim Eintritts in die Congregation gehegt, in Wien der-selben Eingang zu verschaffen, erwachte jetzt bei seinem Aufenthalte daselbst mit neuerLebendigkeit. Die Möglichkeit der Ausführung lag freilich unter den gegenwärtigenZeitverhältnissen noch in weiter Ferne; Hoffbauer mußte sich vorläufig darauf beschrän-ken, die Sache der allerseligsten Jungfrau Maria, zu deren berühmtem Gnadenbildcin der Kirche Maria Hilf er häufig seine Zuflucht nahm, in die Hände zu legen.

Hoffbauers heißes Verlangen, für das Heil der Seelen thätig seyn zu können,fand allmälig auch wieder Befriedigung; schon im Jahre 18<Z9, als der Director deritalienischen Kirche erkrankte, wurde dem Seligen die Versehung des Gottesdienstesdaselbst übertragen, und hier lenkte seine glühende Andacht bei dem heil. Meßopfer,sein Eifer in der Ausspendung der heil. Sacramente und in der Verherrlichung dcSGottesdienstes nach und nach die Aufmerksamkeit sehr Vieler auf ihn. Ein ausgedehn-teres Feld der Thätigkeit erhielt er einige Jahre später; er wurde nämlich 1813 zumBeichtvater und Kirchendirector der Ursuliuerinnen in Wien ernannt, ein Amt, daSer bis zu seinem Tode verwaltete. Die stille Klosterkirche ward nun bald eine derbesuchtesten, der Mittelpunct der innigeren Frömmigkeit in Wien . Hoffbauer predigtevon nun an alle Sonntage in St. Ursula. Seine Predigten waren ganz einfach undschlicht; er verkündigte Christum den Gekreuzigten ohne allen Prunk der Rede, ohneSchwall der Worte; ganz im Gegensatze z«l dem verdorbenen Geschmacke der Zeit.Gleichwohl strömten die Leute in Menge herzu um ihn zu hören, und nicht bloß>!u-L !i>> . >> .">!>-!)j:z »Hz j^." -.>l «(-ni-^npli-vA ZZ'j ÄAZtlgtiM sij L.Ünchn

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