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gedenket mit Gott euch wahrhaft zu versöhnen, und tretet, gereinigt von aller Sünde,zum Tische des Herrn, um würdig daS Brod des Lebens zu essen, und dann inneuer Kraft eure Gebete auSzugießen. So wandelt, Geliebteste! durch die Erdenthale,gestärkt durch Fasten und Gebet und durch würdigen Empfang der heiligen Sacra-mente; wandelt in der Furcht des Herrn, im Gehorsame gegen seine Gesalbten, inder Uebung aller Tugend und Gerechtigkeit; — bis die Wallfahrt auf Erden vollen-det und die Krone des Lebens erstritten ist, und wir glücklich dort anlangen werden,wo der Fürst seine Krone am Throne GotteS niederlegt, wie das Oberhaupt der Kircheden Hirtenstab, wo dann alle Auserwählten in der Gemeinschaft deS LebenS , derLiebe und der Seligkeit Einem dienen, und über Alle Einer herrscht, — der Königder Könige, der oberste der Hirten, Jesus Christus , unser Herr und Gott.
Und daß ihr glücklich dahin gelangen möget, Wir beten für euch, Geliebteste!heben Unsere Hände zu Gott, und ertheilen euch ven oberhirtlichen Segen im NamendeS Vaters und deS Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.
Berichte über Missionen.
Aus dem Sauer lande (in Westfalen ) wird der D. V.-H. Ende Februarsberichtet: „Der große Meister, welcher vor achtzehn Jahrhunderten so bedeutungsvollgesprochen: „Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern daS Schwert!"ist auch in unsre Berge eingezogen, die „Wurfschaufel in der Hand, um den Waizenvon der Spreu zu sondern"; die heilige Mission hat mit dem 19. d. M. in Atten-dorf begonnen und wird darnach in Wenden, Neheim und noch andern meistbedeutenderen Städten und Landgemeinden deS SauerlandeS abgehalten werden. Zwarsind unsere Missionäre nicht Jesuiten , die anderwärts ihre alt- und neubekannte Vir-tuosität auch auf diesem Felde des Wirkens so wunderbar bekunden, und die der liebeHerrgott für ihre frühere unverdiente Erniedrigung jetzt erhöhen zu wollen scheint,sondern ein einfacher Weltpriester nebst zwei Söhnen von der Armuth deS heiligenFrauciscuS. Wer aber dieseu Männern Kraft und Salbung, wie sie ein so hoherBeruf erfordert, absprechen will, der hat sie entweder noch nie gehört und ihr Wir-ken beobachtet, — und dann möge er kommen und hören und sehen und verstummen,— oder er ist ein geschworener Feind alles wahren Guten. DaS Verlangen unsererBergbewohner nach der heiligen Mission ist so allgemein, daß eS schwerlich schon indiesem und dem folgenden Jahre ganz wird befriedigt werden können. Wahrlichein schönes Zeichen vom geistig-religiösen Standpuncte unseres Volkes! Ich habe immereine Versuchung zum Stolze in mir verspürt, so oft ich die Bewohner des westfäli-schen SauerlandeS mit den Tirolern, diesen wackern Söhnen der Mutter Natur undder edlern Mutter Kirche, vergleiche» hörte, und habe trotz aller politisch-religiösenWühlereien der Jahre 1843 und 1849 den Glauben an den gesunden und tief reli-giösen Sinn derselbe» festgehalten. Und heute haben wir die Bestätigung. Wohldem Volke, welches nach der heiligen Mission schmachtet!"
Kurze Nachrichten.
In Trier haben ein Protest. Professor am Gymnasium zu Halle, und ein Protest.Pfarrer convertirt, und beide fiudiren nun Theologie.
In Baden mindert sich die Zahl der kath. Priester immer mehr. Nach demdießjährigen erzbischöfl. Directorium übersteigt die Zahl der Verstorbenen die der Neu-geweihten schon wieder um das Zweifache. Am Ende bleibt noch der Erzbischos,wenn eS so fort geht, allein in seinem Sprengel übrig.
Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.
Verlags-Jnhaber: F. C. Krem er.