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Da starrt es hin in dumpfem Schmerz:Da lieg' ich nun, o Höllcnlug!In meiner ganzen Herrlichkeit.
Da kam das Vögelein; das Brünnlein macht ihm Vorwürfe. Jenes aberspottet:
Doch sag! Hab' ich dich denn geheißen,Des Users Bande zu zerreißen?Hast du es nicht von selbst gethan?
Nach solchen Reden ist das Brünnlein endlich zur Einsicht gelangt und ruft:
Fluch über dich und deine Brüt!Ich kenn' dich nun,' dein Spiel ist au«!Du und die Schlange find nur eins —Und in der Hölle steht dein Haus.
Ja! laß die Wasser wieder schwellen,Daß sie die Erde überschwemmen!Ich werd' mich vor den Tempel stellen.Und ihnen mich cntgegenstcimnen!
Und nun wendet sich des Brünnleins Sinnen zurück zum Tannenbaum undfleht im Herzen um Verzeihung und Rückkehr. Aber die Tanne hatte es längst ve»nommen und sendete ihm einen Tannenzweig entgegen, der in Gesellschaft von andernbraven Vögelein dem Brünnlein entgegenging. Die nahmen Grüße mit vom Tannen-baum und den Blümlein allen, die dort den Brunnen umgeben hatten.
Die Röslcin baten: Ach thut uns die Bitt'Nehmt doch auch von uns ein Blättchen mit,Und grüßt es von uns aus tröstendem Herzen!Sonst könnt' es von uns das Bächlein schmerzen!
Und unterdessen hatte daS Brünnlein gefleht:
O Tanncnbaum! sich' wie ich weine!Und hör' mein Jammern reueticf!Verschmachtend dich mein Herze sucht,O laß' mich finden auch das Deine!Was ich gefehlt, das sey verflucht!
Und alsogleich stieg aus dem MoorSo ernst der Tanncnzweig und sprach:„Du rufst und sich, ich steig empor"."
ES ward, nun im Jubel zurückgetragen
Da sank es leise weinend nieder,Und war beim Tannenbaumo wieder.
Das Drama ist vollendet. Es war cm wehmüthig-heiteres Tranerspiel. Undalso muß die Pädagogik ihren LcbenSlauf, den sie durch die Jahrhunderte macht,abschließen, will sie nicht beim Vöglein bleiben und in seinem Neste Wohnung neh-men. DaS möchte sie aber doch nicht wollen. Darum zurück! Nachdem sie ihreJrrgänge gegangen, ist sie, wie daS im Reiche des Geistes nothwendig ist, bei derNegation jeder christlichen Grundsätze, bei der Negation ihrer selbst angekommen.Fragt die Koryphäen unter den jetzt lebenden Pädagogen um die Bestimmung desMenschen, um den Seelenzustand desselben, auf dem aufgebaut werden müsse, fragtsie um die Tugenden, die die Erziehung geben, und um die Fehler, die sie nehmenmüsse; ihr werdet von denselben die euch höhnende Antwort erhalten: Der Mensch ist