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Hilft kam. Mit einbrechender Dunkelheit wurde das neu errichtete Kreuz beleuchtetund strahlte mit tröstlichem Glänze in die Nacht der Erde hinein. Betende standenunter demselben bis daS letzte Lämpchen verglüht war und sandten laut ihre Gebetefür alle möglichen Anliegen zum Himmel empor, für ihre Eltern, für ihre Freundeund Wohlthäter, für die armen Seelen im Fegfeuer, für alle Kranke und Presthaste,für ihre Seelsorger, für die Missionäre. „Ich thät auch noch um ein Vater unserbitten für ein KrankeS" sagte ein Weiblein als man enden wollte und alsobald will-fahrte man ihr; ein „Vergelt'S Gott" lohnte die bereitwilligen Beter.
Am andern Morgen, ehe ich Laupheim verließ, ging ich noch einmal zur Kirchein die Frühmesse, welche zum deutlichsten Beweise, daß die Mission einen tiefen Ein«druck hinterlassen, sehr zahlreich besucht war. Die Laupheimer haben eine schöne Kirche.Schöne Bilder schmücken die glänzenden Altäre. Die Bildnisse der Apostel, aus Holzgeschnitzt und mit glänzend weißer Oelfarbe angestrichen, schauen ernst und mahnendherab auf die Gläubigen. Ich nahm einen wehmüthigen Abschied von diesen Altären,vor denen ich so oft gebetet, von dieser Kanzel, von welcher ich so viele trösMDeWahrheiten hatte verkünden hören aus dem Munde der unermüdlichen MissioMrt,welche ihre Gesundheit, ja ihr Leben opfern in ihrem heiligen Berufe, von diesenBeichtstühlen, in welchen so manches gepreßte Herz, so manche mühselige und bela-den« Seele in diesen Tagen des Heils Trost und Frieden sich geholt. Mit Thränenim Auge verließ ich den Ort des Friedens, um die heilige Stille dieser Tage wiedermit dem lärmenden Treiben der Welt zu vertauschen.
F. X. Schumacher.
Nekrolog.
St. Pölten. Am 2. September verstarb der hochwürdigste Herr BischofAnton Buchmayer in Folge von Altersschwäche im 31sten Jahre seines Lebens.Hochderselbe war geboren zu Waidhofen an der AbbS, studirte Theologie im General-Seminar zu Wien und ward zum Priester geweiht zu St. Pölten 1792. Er wurdedaselbst angestellt als Domcurat, und schon als solcher in der Consistorialkanzlei ver-wendet. Einige Jahre darnach erlangte er die Pfarre Erlakloster; man berief ihnaber schon im Jahre 1303 als Kanzleidirector und CanonicuS nach St. Pölten. AlsKanzleivorstand wirkte er hier durch fast zwanzig Jahre bis 1822. In diesem Jahreerhielt er auf sein Verlangen die Pfarre RaabS, auf welcher er nur zwei Jahreblieb, da er 1324 zum k. k. Regierungsrath und Referenten in geistlichen Angele-genheiten ernannt wurde. Als solchen berief ihn (1835) der gegenwärtige hochwür-digste Herr Fürsterzbischof von Wien zugleich zu seinem Generalvicar, Weihbischof,DomcustoS und Domherrn bei St. Stephan. Im Jahre 1840 wurde er Domprobstin Wien , und im Jahre 1842 zum Bischof von St. Pölten ernannt; im selbenJahre feierte er seine Secundiz. Am 24. Mai 1343 hielt er als Bischof von St.Pölten seine Introduktion. Der dahingeschiedene Bischof ist somit acht Jahre langder Diöcese St. Pölten alö Oberhirt vorgestanden.
B r e s l a «.
BreSlau, 20. Sept. Die grauen Schwestern aus München , auch wohlLehrschwestern genannt, werden demnächst nun auch in unserer Stadt ihre Wirksam-keit, die Jugend zu erziehen und zu bilven, beginnen. Vorerst soll ihnen die Waisen-anstalt zur „schmerzhasten Mutter" (Mter äoloross) auf dem Dome alö daS zubebauende Gebiet angewiesen seyn.
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Verantwntlicher Redactem: L. Schönche«.
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