Ausgabe 
11 (5.10.1851) 40
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thume. Nur mit Thränen sah man die Missionäre scheiden, die man gerne für immerbehalten wollte, und die jährlich nur einmal wiederkehren sollten. Im Jabre 1616zur Fastenzeit begann eine Mission zu Spalt mit gleichem Erfolge; von Berching aus wird Beilngries und Greding in den Bereich der Thätigkeit gezogen undindem die Jesuiten in der Pfarrei Danhausen 17 Einwohner dem alten Glaubenwieder zuführen, stehen sie an der Gränze der calvinischen Oberpsalz. *) Kaum vonda zurückgekehrt, eilen zwei von ihnen nach Herrieden , dort in einem neuerrichtetenMissionshause der Seelsorge zu leben, im Grunde, den Protestantismus in AnSbachzu bekämpfen. Doch die Markgrasschast sollte dem Bisthum bis zur Stunde verlorenbleiben. Dort hatte nicht bloß die Politik deS Hofes, sondern auch Hochmuth undGeiz der Unterthanen der Lehre LulherS Eingang verschafft. **) ES ist wahr, derProtestantismus der Markgräflichen war geschmeidig und machte wenigstens keineoffenen Versuche, weiter zu dringen, aber man darf nicht vergessen, daß er auf dereinen Gränze den Bischofsstab von Eichstädt gewahrte, den der Löwe von Bayern hütete, auf der andern Seite das Schwert des deutschen Ordens, das der Commen-thur von Franken führte. Die Jesuiten haben mit Freude erzählt, daß AnSbach ehr-lich genug war, um sie nicht für die Männer zu halten, welche der Ruf mit schwar-zen Farben schilderte, artig genug, daß seine Vornehmen den Umgang mit Jesuiten nicht verschmähten, wenn sie auch Einen Altar und Einen Glauben mit ihnen nichthaben wollten. Hätten sie gewußt, was damals der Markgraf gegen Eichstädtfür Gedanken hegte, so würden sie weniger Freude gezeigt haben.-j-) Die bescheideneZahl 3 ist die Ziffer der Bekehrungen aus dem AnSbachischen; stieg sie auch auf 46in den nächsten Jahren, so blieb die Thätigkeit der Jesuiten doch meist auf das katho-lische Herrieven beschränkt, daß ihnen freilich unsterbliches Lob eingebracht hat.

Die Station von Herrieden war nicht eine vereinzelte in jener Gegend, dieJesuiten hatten noch weiterhin ihre Gränzwachen liegen.

Schon seit 1606 hielten sie Missionen in Eschenbach, dessen Einwohnereinzig durch den ernsten Willen des Commenthur von Franken beim Glauben erhaltenworden waren. Der Unterricht der Jesuiten von Dillingen während der Fastenzeitmachte den äußern Zwang zur innern Ueberzeugung, tt) Einen festen Anhaltspunctgab daS bayerische Städtchen Wemding, wo seit 1602 fast jährlich Missionenwaren. Die Jesuiten liebten diese Gemeinde, die Bürger hatten bei ihrem erstenErscheinen einen seltenen Glaubensmuth an den Tag gelegt, als sie mitten durchprotestantisches Gebiet, unbekümmert um Spott und Beschimpfung, womit man sieüberhäufle, eine Wallfahrt nach einem fremden Gnabenorte der seligen Jungfraumachten. Wemding ist jetzt selbst einer der Orte, an denen die Himmelskönigin

vorzugsweise eine gnädige Mutter der Gläubigen seyn will, vielleicht ist ricß verDank der Jungfrau, den Nachkommen für die Treue der Väter erwiesen.

Die Jesuiten von Eichstädt, die nachher oft nach Wemding zogen, vergaßendaS nicht, was auf dem Wege lag. Sie führten Philipp, den Marschall vonPappenheim , ihrem Bischof zu, um das katholische Glaubensbekenntniß ihm abzu-nehmen; sie sprachen in Mohren ein, dessen Besitzer mit seinen Unterthanen wiederkatholisch geworden, und versahen einige Jahre lang die Pfarrei. Kipfenberg undTreuchlling vermehrten um dieselbe Zeit die Namen der Orte, an denen Jesuiten thätig waren, iffl-)

Sie haben sich jetzt auf allen Gränzen deö katholischen Theiles der Diöcese

*) Ilist, Loll, I5)slclt,. M8. !»1 ÜNN . 1657,

") Vgl z. B. Niederer, Nachrichten z. Kirchengcsch, Bd. II. S. 333 ff. Bd. lll. S. 3t7 ff.

Kröpf ps, IV. p. kl 319,f) Vgl. Anhalt, Kanzl. 1621. S, 30. 43, 206, 212 214.1"!-) Kröpf I. c, III. p. 2S4 et sl.

Lit. Ann. S, I. 1602. p. 451,^tl-) Ilist. Loll. LM. acl -mn. 1623. et 1626.