Ausgabe 
11 (12.10.1851) 41
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nur die Dazwischenkunft des Krieges verhinderte den Erfolg seiner Bemühungen, vonNürnberg die Herausgabe der Güter des Klosters Bildenreuth zu erhalten. *)

Mit dem Einrücken Gustav Adolphs in die Diöcese ändert sich die Scene ausden MissionSstationen der Jesuiten . Es galt keine neue Eroberung mehr, sonderneinzig die Erhaltung des Gewonnenen, eine Sache, die sich nicht ohne Opfer bewerk-stelligen ließ. Der König mußte vor Eichstävt vorüberziehen. Einzig die Pest imGefolge seines HeereS drang über die Mauern der Stadt und forderte das Lebenvon vier Jesuiten neben den Leichen derer, denen sie die letzten Tröstungen gespen-det; aber das Lager vor Nürnberg löste ihre Station in Kastl auf, durch denTod deö einen und die Gefangenschaft des andern der dortigen Väter. Nochunglücklicher wurde die Lage des BiSlhumS und der Jesuiten, als Bernhard vonWeimar nach des Königs Tove von Bamberg her in die Diöcese zum zweitenmaleeinbrach. Herrieden hielt sich gegen ihn, so lange der Besatzung der letzte Jesuitedaselbst Muth einsprach und die Pestkranken Pflegte, bis mit seinem Tode und derEinnahme der Stadt auch diese Mission ihr Ende fand. Das Kollegium von Eich,städt hatte Ursache mit Weimar damals zufrieden zu seyn, wie man eS mit einemFeinde der Art eben seyn kann, nur mußten die Missionen unterbleiben, die vonEichstädt aus gewöhnlich waren. Als aber Weimar durch die Kaiserlichen Eichstädtverlor und nun zweimal nacheinander einen Rachezug gegen die Stadt unternahm,da fühlten die Jesuiten seinen Grimm. Mit Eichstädt sank ihr Kollegium und ihreKirche in Asche, und zwei von ihnen fielen in die Hände des Feindes, dessen Grau-samkeit dem einen den Tod, dem andern schweres Leiden zuzog. In dem zerstörtenEichstädt war nichts mehr als einige ausgehungerte Einwohner, die sonst kein Obdachfanden, mitten unter den Todten lebend, welche die Seuche auf allen Straßen häufte,und Schaaren von Kindern ohne Eltern und Schutz. Die Jesuiten , hinter denMauern der Willibaldsburg gerettet, stiegen in den Gräuel der Verwüstung nieder,um zu helfen, so viel sie konnten; als die Stürme des Krieges aufgehört die Gegendheimzusuchen, eilten sie wieder nach Berching, Kipfenberg und Wemding auf Missio-nen. Da die umliegenden Pfarreien ihre Hirten verloren, so daß ein Geistlicher oftsechs Pfarreien zugleich versehen mußte, zählten die Jesuiten in Eichstädt allein ivMl)Communicanten, meist Landleute, die keine Seelsorger hatten. 5)

In Hippoltstcin war ihr Missionshaus durch den protestantischen Pfalzgrafengeschützt, der zwei der Väter der Gefangenschaft entriß, Heideck aber konnte nichtmehr gehalten werden. Jngolstadt opferte 15 Jesuiten der Liebe zu den Pestkranken,während die Neberlebenden die Wunder der Bekehrung zu erneuern begannen, durchdie sie vorher geglänzt hatten, tl')

(Schluß folgt.)

Blumen aus dem Schriftgarten des heiligen Bernardus.

(Fortsetzung.)236. Zelle.

Die Wohnung des Himmels und die Bewohnung der Zelle sind verwandt, weil,wie Himmel und Zelle (eoslum et cella) eine Verwandtschaft deS Namens, so auchder frommen Bedeutung haben.. Denn von der Verborgenheit scheinen Himmel undZelle genannt zu werden, und was im Himmel verborgen ist, wird auch in denZellen verborgen. Was im Himmel geschieht, geschieht auch in den Zellen. Und

') Falkensieins Geschichte von Nürnberg S> 773.

") Ilistor. Lall, üxststt. ana. 16Z2.

) Cramer Heil. Eichst. S. 295.

f) Listor. Coll. L)'5t,ett. sck »im. 1634 1S36,

-sf) Kröpf tom V. pp. 229 sq. 201. 339 sqq.