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cher unliebsamen Vögel den ersteren nachfliegen wird. Die Puseyiten erlauben sich,dem betroffenen Herrn Erzbischof zu sagen: die allerhöchste Ansicht Sr. LordschaftlickenGnaden stehe im Widerspruch mit der heiligen Schrift, mit der Lehre und Praxisder katholischen Kirche zu allen Zeiten, und mit den Artikeln und Formularien derenglischen Kirche. Und Se. Herrlichkeit hat somit eine neue Gelegenheit gefunden,über die rebellische Gesinnung und die demokratischen Gelüste seines KleruS Klage zuführen und große Betrübniß zu äußern, eine Betrübniß, die aber erst noch groß wiedaS Meer anwächst — wenn er der nächsten Parlamentssession gedenkt, in welcherder Antrag gestellt werden wird, sein bisheriges ungeheures Einkommen auf 10,0(10Pfund zu beschränken. ES steht nicht ohne Grund zu vermuthen, daß Se. Herrlich-keit alsogleich bereit wäre, eS mit der Händeauflegung beim Alten zu lassen, wenn— eS nur auch mit seinen bisherigen Einkünften — beim Alten bleiben möchte.Das ist der Mann von Canterbury! (W. K. Z.)
Aus Oberbayern wird dem Volksboten über ein „Hauptmittel gegen dieallgemein herrschende Genußsucht, diese wahrhafte Pestseuche unserer Zeit", geschrieben,über die vielverleumdetcn „Jünglingsbünde" nämlich, welche „bereits in den Stävtenund auf dem Lande da und dort entstünden und in ihren Anfängen schon auf dieGesittung des Volkes einen großen und segensvollen Einfluß übten." „Ich hatte",schreibt der gute Freund, „erst unlängst in Lengfeld Gelegenheit, einen solchenJünglingSbund kennen zu lernen. Bei seinem Entstehen zahlte er nur wenige Mit-glieder, nun gehören nahe an 200 Jünglinge dem Buude an. Den 28. Septemberwurde anstatt der Kirchweihtanzmusik ein BundeSfest abgehalten! sage anstattder Kirchweihtanzmusik ein Fest unter den Augen der allgemein verehrten Ortsgeist-lichkeit in dem mit Laubgewinden und passenden Inschriften verzierten Saale desWirthshauses, bei dem die Jünglinge auch aus den entlegensten Dörfern sich versam-melten und mit dem Vortrage eines passenden GedichrS, einer kurzen Rede (über„die Ehre des Bauernstandes"'), fröhlichen Gesängen und heitern Gesprächen sichunterhielten. Nach ungefähr drei Stunden der anständigsten und herzlichsten Fröhlich-keil trennte man sich unter lauten Versicherungen an die Leiter der schönen Vereini-gung, dem Bunde immer mit Lust und Liebe angehören zu wollen, zur Heimkehr.Seil dem Bestehen des Bundes Ind Raufereien und sonstige WirthshauSercesse indieser Pfarrgcmeinde so wie auch außereheliche Geburten in ungleich geringerer Zahlvorgekommen, als es vorher der Fall war."
Diöcesansynode in MonS. Die vom Bischof von Mons für 6. Septem-ber 1851 zusammenberufene Diöcesansynode ist feierlich abgehalten worden. DerBischof legte seinem KleruS Diöcesanstatuten vor, wollte aber, bevor dieselben RechtS-giltigkeit erlangen, den Rath seines Klerus über die einzelnen Puncte derselben ver-nehmen. Die Synode wurde am Sonnabend im großen Schiff der Kathedralkirchenach dem im koritilieslo komanum vorgeschriebenen RituS eröffnet. Der General-vicar hielt die Eingangsrede, in welcher er über die göttliche Einsetzung der Kirche,über die Würde der Bischöfe, über den Nutzen der Synoden, welche die Gesetze derDiöcesen befestigen — ein weiteres sprach. ES wurden sieben Commissionen gewählt,um den Geschäftsgang zu beschleunigen. Der Bischof selbst hielt am letzten Tage dieSchlußrede. Der Klerus verließ erbaut und gestärkt die kräftigende kirchliche Ver-sammlung;' seit 1783 war in Mons keine Synode mehr gehalten worden.
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