Eilfter Jahrgang.
Sonntags-Beiblatt
zur
Augslmrger Pojtzeitung.
19. October ^2. 1851.
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Geschichte der Missionen in der Diöcese Eichstädt»
(Schluß.)
Unter der Asche ihres Collegiums war der Feuereifer der Jesuiten zwar nickterloschen, allein die Unruhen des Krieges hielten ihn auf Eichstädt und ihre nochallein übrige Station zu Hippoltstein beschränkt. Rechnet man die fast jährliche Aus-hilfe in Wemding und Kipsenberg ab, so schienen ihre Missionen ein Ende erreicktzu haben, als die letzten Gefahren vorübergegangen, von denen jene Theile der Diö-cese bedroht waren, welche sie durch ihre Missionen dem Protestantismus entrissenhatten. AuS den Friedensunterhandlungen von Osnabrück und Münster kann mansich überzeugen, welche Anstrengungen gemacht wurden, um in den Aemtern Heidcck,Hiypoltstein und Allersberg die Wiedereinführung der augsburgischen Confession in derAusdehnung von 1624 durchzusetzen und anderswoher ist bekannt, daß man esbereits wagte, den Katholiken die Kirche zu schließen und lutherische Prediger aufzu-stellen.
Ansbach und Weißenburg forderten gleichfalls zurück, was Johann Christophfür seine Kirche wiedererworben hatte. Die Vorsehung wollte nicht, daß der Schweißder Jesuiten umsonst vergossen sey, die Eroberungen ihrer Missionen blieben demBisthnm, und jetzt konnten sie ihre letzten Stationen einziehen, indem sie Wemding 1664 den Kapucinern überließen, das Jahr darauf ihr Missionshaus zu hippoltsteinaufhoben.
Von da an unterblieben acht Jahre lang die Missionen. Auf Ansuchen deSPflegers von Heideck und Hippoltstein wurden 1672 während der Ofterzeit Missionenin diesen Städten gehalten, von deren segensreichen Erfolgen, zumal in Heideck derabgesendete Missionär in seinem Tagebuchs Zeugniß abgelegt hat. In den folgendenzwei Jahren finden sich Missionen in Heidcck und Spalt mit gleich erfreulichen Wir-kungen verzeichnet, eine andere 1686 in Berching .
Um jene Zeit begann das Ries, von dem ein Theil der Diöcese zugehört, einenMissionär zu besitzen, dessen Bilduiß, an seinem Gcburtshause in Eichstädt angebracht,noch heute an den großen Ruf dieses heiligmäßigen Mannes erinnert. P. PhilippJeningen durchwanderte von Ellwangen ans viele Jahre hindurch das Nies und nahteer einer Stadt oder einem Dorfe, so eilten die Kinder, um den lieben Pater zuempfangen; beim Zeichen der Glocke aber kam Alles in Bewegung, den Mann zubegrüßen, der in einem armen Jesuitenrocke, den Hut auf dem Rücken hängend, den
') Meiern, ^ela pae. >Ve5lpl>. passiw.-) I.itt. snn. 8. 5. 1650 p. 217.
«istor. Loll. 8. I. LMeU. ms. k. ->.