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Pilgerstab in der Hand, in die Kirche trat, mit leuchtendem Angesicht und thränen-dem Auge die Herzen durch seine Worte erschütterte, bis tief in die Nacht die Sün-der im Beichtstühle tröstete und nach kurzer Ruhe auf Strvh oder bloßer Erde desMorgens mit Christeulehren und Predigten fortfuhr, bis er auf diese Weise jährlich40 Pfarreien durchwandert hatte.
Vielleicht sind es Erfolge Jeningens gewesen, von welchen der Canonicus Mechllvon Herrieden sich bestimmen ließ, im Jesuitencollegium von Eichstädt 1714 eine Stif-tung zu begründen, durch welche die Erhallung eines besondern Missionärs möglichwerden sollte, dessen Amt es wäre, auf Verlangen zur Aushilfe in den Pfarreien zuerscheinen oder wirkliche Missionen abzuhalten.
Diese Stiftung bildete so zu sagen den Schluß des ersten Jahrhunderts seit derEinführung der Jesuiten in Eichstädt. Der Weihbischof bestieg bei dieser Gelegenheildie Kanzel ihrer Kirche. Die 60,000 Seelen, welche ihre Missionen der Diöcesezurückgebracht, die zwei Millionen, die sie während dieser 100 Jahre zur Beichtegehört, die 367 Konvertiten, denen sie in der Schutzengelkirche allein daö Glaubeus-bekenutniß abgenommen und tausend andere Verdienste ließen den Lobredner in denbegeisterten Dank Davids ausbrechen und das „eichstävlische Jerujalem" und „dieSionstochter", das Hochstift nämlich, zum Preise gegen Gott für die Einführung derSocietät ausfordern. Die Jesuiten haben eine zweite Säcularfeier in Eichstädt
nicht mehr begangen, ohne daß jedoch die Diöcese für die noch übrige Zeit wenigerGrund zum Danke gegen sie gehabt hätte.
Die Stiftung des Canonicus von Herrieden fing an, dem BiSthume nützlich znwerden, nachdem Papst Jnnocenz XIII. durch eine Bulle vom 25. December 1722die Abhaltung von Missionen durch die Jesuilen mit dem Segen der kirchlichen Gna-deuschätze begünstigt hatte. Am 4. December 1723 begann der aus Tirol berufeneP.' Mich. Baur für Buchsheim und die umliegenden Dörfer Missionen, von denen ernach 10 Tagen mit reicher Ernte zurückkehrte, worauf er sein Amt in den Pfarreienum Eichstädt ausübte, indem er mit Adelsschlag endete; das Jahr darauf dehnteBischof Franz Ludwig die Erlaubniß zur Abhaltung von Missionen in der Weise,Wie sie damals in Tirol üblich waren, auf die ganze Diöcese auS.
Sie begannen 1725 in der Oberpfalz für das Capitel Neumarkt (das jetztmehrmals schon erneuerte Missionskreuz dieser Stadt, das 1804 vom Marktplatze andie Pfarrkirche versetzt wurde, erinnert daran), und schlössen mit einer Misston inRaitenbnch. In Eichstädt selbst vertraten Erercitien, welche der mananischen Con-gregalion, und andere, die in einer Nonnenklosterkirche für Frauen besonders gegebenwurden, die Stelle von eigentlichen Missionen, v) Jesuiten von Ellwangen hielten" dieselben in Ellingeu und Eschenbach für das Landkapitel Ornbau , und zogen von danach Heideck und Allersperg. if) Während des Winters 1730 fanden Missionen in11 Dörfern um Eichstädt statt, darauf zu Monheim und Wemding ; im folgendenJahre bestimmte der Generalvicar Megesheim und die vier angränzenden Pfarreiendes Capitels Monheim, zuletzt wieder Raiteubuch zur Abhaltung von Missionen.Beim Anblicke der herrlichen Erfolge konnten die Pfarrhcrrn dieser Gemeinden sichnicht enthalten, ein besonderes Dankschreibcn an den Official des Bischofes zu richten.Noch denkwürdiger wurde für die Missionen das Jahr 1732. Auf Befehl des Bi-schofes wurden sie im ganzen obern Hochstift abgehalten zu Herrieden , Spalt, Plein-feld, Ornbau, Abenberg, Eschenbach, Gnotzheim, Arberg , Steinbach, Hosen, Ober-bach, Mitteleschenbach, Mosbach, Weingarten, Erlbach und Epielberg. -j-j-t)
*) l'ei-Zm.iz'i', vils ven. ?. 5eiiiuZen, per kksLlism Nissionsrii p. 26 sqq."> Lx. äct. Loll. 8. I. Lz-sleU.
Nicbcrlcin, Lobpredigt auf das Jubeljahr der Jesuiten m Eichstädt. S. 12,f) llisloria LolleA. 8. 1. Lxstett. -mn. 1725.
Nach den Acten der Pfarrei Cschcnbach.1"j"f) Da nach eingezogenen Erkundigungen m vielen Pfarrregisiraturen keine Nachrichten von