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wird ein liebliches Muttergvttesbild gezeigt, von dem jene, die ihn noch kannten,erzählt haben, daß er desselben sich bei seinen Missionen bediente. So waren dieZesnite» selbst nach ihrer Aufhebung in diesem Bereiche thätig, und 1781 hielten sieeine größere Mission in Lauterhofen .
Es ist das die letzte Nachricht, welche uns über die Missionen in der Diöcesebekannt ist, und ihr Name verschwindet unter dem Brausen der Stürme am Anfangeunseres Jahrhunderts. WaS seit einem Jahrzehend geschehen, sind nur die Vorboteneiner neuen Geschichte der Missionen für die Diöcese Eichstädt gewesen. Am Marien-kirchlein deS heiligen Willibald hatten sie begonnen, «ach einem Jahrtausende beimMarienbilde des Pater Hausen geendet; beim Jubelfeste der Marienwallfahrt vonWemding 1843 erweckte Bischof Carl August die ersten Anklänge der Missionenwieder, sie setzten sich fort in den Predigten der Redemptoristen beim einhundert-jährigen Jubiläum deS BiSthums, sie wiederholten sich damals in der Liebsrauen-kirche von Jngolstadt und schlössen erst in diesem Jahre in achttägigen MissionS-prcdigten von Weltgeistlichen in der Marienwallfahrl zu TrautmannShofen. Soist der Name der Jungfrau in den Anfang und das Ende der ältern MissionS-geschichte der Diöcese eingeflochten. Wenn nun jetzt der Eifer und der apostolischeMuth des geliebten Bischofes Georg die eigentlichen Missionen wieder inS Daseyngerufen bat, christlicher Leser, der du mir bisher gefolgt bist, gewähre eine Bitteund bete mit uns für Bischof und Klerus, für Missionäre und Volk, und flehe:Hsneta Uaria, nm pro novis, damit wiederum werden herrlich und glorreich,gesegnet von Gott und von Menschen
die Missionen der Diöcese Eichstädt.
S. Th. v. A.
Apostolisches Schreiben für die Seligsprechung des ehrwürdigen
PiuSlX., Papst. Zum ewigen Gedächtniß.
Das Wesen der christlichen Liebe, ihre vorzügliche Gewalt besteht darin, daßsie die Herzen, welche sie entflammt, zur Ehre Gottes und zum geistigen uud körper-lichen Wohl deS Nächsten, zu den kühnsten und schwierigsten Unternehmungen drängt,indem sie dieselben mit einer außergewöhnlichen und über die sterbliche Natur hinaus-gehenden Energie beseelt. Daö hat sich klar herausgestellt durch die Jahrhunderteherab bei allen durch Heiligkeit ausgezeichneten Männern, bei jenen eUen Arbeitern,welche ter himmlische Hauövater nicht aufgehört in seine Ernte zu senden. VomFeuer der christlichen Liebe ergriffen haben sie so Großes, für alle Schichten dermenschlichen Gesellschaft so Herrliches vollbracht, daß die trügerische und eitle Philo-sophie unserer Zeit, diese Feindin des Kreuzes Christi, cS nicht wagen darf, ohnezu Schanden zu werden, mit diesen Helden einen Vergleich einzugehen oder ähnlicherWerke der Liebe und Barmherzigkeit sich zu rühmen. Unter jenen heldcnmüthigen,mit apostolischem Geiste beseelten Männern aber, welche seit Entdeckung Amerikas unablässig gearbeitet, um die wilden Völkerschaften zu zähmen und für Christus zugewinnen, und welche daselbst die glänzendsten Spuren der christlichen Liebe zurück-gelassen haben, zeichnete sich rühmlich ans der ehrwürdige Diener Gottes PeterClaver, Profeß-Priester der Gesellschaft Jesu . Er wurce geboren zu Verdu inCatalonien , in der Diöcese von Salso na, und trat mit siebzehn Jahren in dieGesellschaft Jesu ei». Nach seinem Noviciat begab er sich nach Majorka, um da-selbst die Humaniora und die Philosophie zu studinn. Er traf dort den seligen
") Der Verfasser fühlt sich verpflichtet, den hochwürdigstcn und hochwürdigcu Mitgliedern desKlerus der Diöcese ljichstävt, durch deren frcnndllchc Güte bei der Abfassung dieses Artikels er unter-stützt wurde, für die qcwordcncn Mittheilungen den ehrfurchtsvollsten Dank auszusprcchen,
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