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der Seligen versetzen könnten, bis daß endlich seine feierliche Ccinoniscition gefeiertwurde. Deßhalb, auf die Bitte der ganzen Gesellschaft Jesu , auf den Rath und dieBeistimmung der genannten Cardinalcongregation, aus Unserer apostolischen Vollmachtund durch gegenwärtiges Schreiben gestatten Wir, daß der Diener Gottes, PelerClaver, Profeß-Priester der Gesellschaft Jesu , fortan mit dem Prädicat „der Selige"genannt werde; daß sein Körper und seine Reliquien zur ösfenilichen Verehrung aus-gesetzt werden. l^Nun folgen die Ritualbestimmungen.)
Gegeben zu Rom bei St. Peter, unter dem Fischerringe, den 16. Juli 1350,im fünften Unseres Pontificats.
A. Cardinal LambruSchini.
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Rom.
Rom. Am 3. September versammelten sich in einem neu gebauten pracht-vollen und zu großer Festlichkeit geschmückten Saale des römischen CollegiumS Stu-denten, Collegien, Zuhörer und Zuschauer in Menge. Auf einem erhabenen Sitzenahm der Pater-General der Jesuiten seinen Platz, ihm zur Seite die Assistenten,neben diesen die Professoren beider Collegien, deS römischen und deS deutschen.Gegenüber saßen aus vergoldeten Sitzen fünf Zöglinge, die mit der Doctorwürdebeehrt werben sollten, unter diesen der neunzehnjährige Hugo Adalbert Hurte r,jüngster Sohn deS Herrn HofrathS Hurtcr. Er hatte nach dreijährigem Curö derPhilosophie am 1l. Juli in einem zweistündigen Eramen etwa 21 Der wichtigstenThesen aus der Moralphilosophie unv aus der Geschichte der Philosophie, unterBeleuchtung der Hauptirrthümer eines Loke, Malebranche und Spinoza u. a. ver-fochten; hierauf in Mathematik, Physik, physicalischer Chemie und Astronomie einEramen bestanden, nach dessen Beenvigung die fünf Eraminatoren eine eidliche Er-klärung abgaben: er sey würdig, den DoctorSgrad zu erhalten Am oben erwähntenTag hatten alle Doctoranden eine kleine Disputation zu halten, sodann daS Glau-beuSbckenntniß abzulegen, um mit dem Doctorbiret und vem Ring geschmückt zu wer-den. Hugo Hurter , obgleich unter allen weitaus der jüngste, wurde noch diebesondere Auszeichnung zu Theil, die lateinische Anrede an die Anwesenden haltenzu dürfen. Die Bedeutung der Philosophie war deren Thema, der Anfang besondersschön, ergreifend das Ende, wo er sich glücklich preist, von dieser Stelle den Väternder Gesellschaft Jesu Dank sagen zn können für die viele Sorgfalt, die sie auf seinegeistige Ausbildung verwendet, und die Gnade Gottes hervorhebt, die ihn zu seinerErziehung nach Rom in dieses Kollegium geführt habe. Im Hinblick auf seinenVater, der am St. Aloistag deS Jahres 1844 in der Kirche deS römischen Colle-giumS die heilige Firmung und, gleichsam an der Spitze der gesammten studirendenJugend RomS, die heilige Communion empfing, sprach er die Worte: voo in »e-cnotis rsuzi'iZiri, czucili suas gratmv voosz optimi psrsnlis mei iwres resersrit, ^uoclLoslssti novociuu lues ejus menti kmimoqus aöulstzrit, ut, in noo ipso Lollvgioliomuny sumn nomen in SÄtutildrss Latlioliooruin Loel<zsm6 all>o gtisoriossrit. AlSHugo mit vielem Feuer, Lebendigkeit und Gefühl diese Worte sprach unv bald daraufdie Rede schloß, beurkundete der Applaus der zahlreichen Versammlung den günstigenEindruck, den dieselbe hervorgerufen hatte. — Ais der neucreirte Doctor nach Hausekam, fand er in seinem Zimmer ein schön geschmücktes Tischchen mit brennendenKerzen, auf welchem Geschenke, Gedichte und glückwünschende Zuschriften lagen, anmündlichen Glückwünschen fehlte es eben so wenig. Da nach einer solchen Festlichkeitder beehrte Zögling die Obern des HauseS und die Professoren umarmen mnß, drück-ten diese dabei ihre Freude über den glücklichen Erfolg seiner Studien aus. AmAbend war ein kleines Fest veranstaltet, welches die Alnmnen durch ihren Gesangverherrlichten. — Er selbst drückt sich in einem Brief an seinen Vater über diese nichtgeahnete Beehrung so aus: „Habe ich Fortschritte in meinen Studien und in wissen- .schastlicher Beziehung irgend einen Gewinn gemacht, so muß ich dieses, nächst Gott, ^