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althergebrachter Gewohnheit, theils in der Habsucht oder in alten Inventarien ihrenGrund hat. Diese Umstände, mit dem Sr. Eminenz eigenen Scharsblicke zusammengehalten, bewogen Hochvenselben, im vorigen Jahre diese Stiftung auf 23,000 fl, zuerhöhen und alle Covperatoren ohne Unterschied der Station zu betheilcn. Im MonateSeptember d. I. überraschte uns eine Currende deS hochwürdigsten Generalvicciriats,worin angezeigt wird, daß der Melchiorfond bis zu der bedeutenden Höhe von 30,000 fl.angelegt sey. ES entfallen also 1200 fl. C.-M. Interessen. Da in diesem BislhumS-antheile beiläufig 60 Cooperatoren angestellt sind, wovon 30 auS dieser Stiftungbelheilt werden, so entfällt für jeden der namhafte jährliche Betrag von 40 fl. C.-M.,also beinahe so viel, als oft der Cooperatorsgehalt beträgt.
Jeder kann sich vorstellen, wie groß die Zuneigung, wie innig die Liebe diesesjungen KleruS zu seinem Oberhirten sey; zu schwach ist zugleich jede Feder, um dieGefühle dieser jungen Priester zu beschreiben, welche in aller Herzen walten. Allebestreben sich, den Anforderungen der Zeit zu genügen, ein wissenschaftliches Strebenist besonders bemerkbar.
Wenn man bedenkt, welche Opfer der Herr Cardinal bisher gebracht, welcheenorme Summe derselbe jährlich an verschämte Hausarme, wohlthätige Institutespendet, wird man zugeben, daß Hochderselbe das Ihm anvertraute Kirchengut wohlverwendet, übrigens die allgemeine Liebe, das Vertrauen und die Begeisterungbegreiflich finden, die sich bei Katholiken wie Protestanten überall für den hochwür-digsten Kirchenfürsten kund gibt. (K. B. a. M)
Die barmherzigen Schwestern in Limburg .
Unter Gottes schützender Hand ist in der Diöcese Limburg das erste HoSpitalder barmherzigen Schwestern gegründet worden. Die Stadt Limburg war so glücklich,diese sichtbaren Schutzeugel der Kranken aufzunehmen. Wohin noch diese Töchter deSheiligen Bincenz ihre Schritte richteten, da folgte ihnen reichlicher Segen nach. Soauch hier. Als die Anstalt eröffnet wurde, war der Glaube an eine solche uneigen-nützige Nächstenliebe so sehr abhanden gekommen, daß man eS nicht wagen wollte,sich solch ungewöhnlichen, übermenschlichen Händen anzuvertrauen. Kaum aber warendie ersten Kranken der Wohlthat einer rein christlichen Behandlung inne geworden,da strömte man dem neuen Bethesda zu, so daß der Raum die Zuströmeudcn nichtalle fassen konnte. Die ursprünglichen Räume mußten bedeutend erweitert werden,und die Zurückgewiesenen schöpften auf's neue Hoffnung, zu den liebevollen Schwe-stern der Barmherzigkeit zu kommen. Die ganze Anstalt wurde lediglich im Vertrauenauf Gott , der ein solches Unternehmen noch nie ohne seine Hilfe gelassen, unternom-men, und viele Herzen wurden zur milden Beisteuer erweckt. Wo wäre auch eineGabe besser angelegt, als da, wo sie beiträgt zur Stärkung eines absterbendenMenschenlebens, wo sie eiternde Wunden austrocknet, gelähmte Glieder belebt, gepreßteHerzen aufrichtet? Mail eilte herbei, versah die Schwestern mit Betten, mit Weiß-zeug, mit LebenSmitteln, mit Wein und Holz. Man freute sich, dem Herrn in seinenArmen Labung zu bereiten. ES war kein Almosen, daS vom Empfänger übel ver-wendet wurde; eS wurde nicht mit Undankbarkeit belohnt. Früh und spät stiegenDankgebete uud Fürbitten für die Wohlthäter zu Gott empor. Welch ein Segen füreine Stadt, für ein ganzes Land, solche Dienerinnen deS Herrn zu besitzen! DerHerr kann einem Lande nicht zürnen, das mit Freuden sie aufnimmt, an ihremWirken lebendigen Antheil nimmt durch milde Gaben. Denn nicht ihnen fließen dieseGaben zu, sondern den Kranken, und in ihnen Christo. „WaS ihr einem der Ge-ringsten von diesen thut, das habt ihr mir gethan." Welch ein Beispiel aber auchvon christlichem Lebenswandel I Die Schwestern deS heiligen Vincenz sind die Apostelchristlicher Entsagung, die laut redenden Sendboten christlicher Hingabe. Schon ihreErscheinung stimmt daS Herz zum Mitleiden, zur Wohlthätigkeil. Ju ihrem Betsaalehängt das Bildniß ihres Patrons und Stifters, des heiligen Vincenz. Mit lächeln-