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>tz»Z»vl>»H S)4 mpzH. tti-guj ai»(s n?/ n^lttHn» sst iij^I ^iiii n-?6nh "mgnuW?f,VWir eutnehiuni dem Kulalog der Abtei Ei»siedcl», das, gegenwärtig m »er.selben unter cem Fürstabt Heinrich !V sechzig Priester, drei Prvfessoreil uud füilszehnLaienbrüder leben. Unter je»^» befinden sich drei Jubilate», deren ältester in seinem80ste» Lcbenöjnhre steht, unter diesen einer, der um zwölf Jahre alter, den29. Februar 1760 gebore» ist und so rüstiger Gesundheit und unverblichener Geistes,kraft genießt, daß ihm das Fest der Eiigelwcihe des Jahres 1766 mit allen Umstän-den noch vollkommen gegenwärtig ist. Mag auch ein solcher Katalog als trockenesVerzeichnis) von Namen, Tages- und Jahreszahlen für die Meisten, die ihn in dieHände bekommen konnten, ein inhaltloses Ding seyn, so finden wir doch in demvorliegenden etwas ungcmei» BemcrkenSwercheS. DaS Kloster Einsiedeln steht näm-lich in Bezug seiner Persönlichkeiten auf dem einzig richtigen Wendepunct, welche»dergleichen kirchliche Institute zusammt der Kirche, als der Mutter, aus welcher siehervorgegangen sind, einzunehmen haben: es kennt nämlich die engherzige und ver-werfliche AuSschließlichfcit der Nationalität nicht. Wer, sey eS nun im Stande derPriester oder in demjenigen der Brüder, für dasselbe sich eignet, findet seine Auf-nahme und angemessene Verwendung. Und sollte dieses nicht auch auf deu blühendenZustand, worin diese Abtei, zunächst in disciplinarischer Beziehung, sodann in der-jenigen der Wirksamkeit sich befindet, einen vortheilhaften Einfluß'üben? Einsiedeln ist allerdings ein Kloster in der Schweiz , zugleich aber könnte man eS ein europäi-sches Kloster nennen, wovon freilich diejenigen, welche dem Eintretenden vor alkmden Heimathschein und dann erst den Taufschein abfordern, keinen Begriff habenmöchten. Nicht nnr finden wir unter den Vätern und Brüdern Männer beinahe aneallen katholischen Schweizer Cantonen, sondern wir begegnen einem Mailänder, dreideutschen Oesterreichern (Vorarlbergern), einem Bayer, zwei Elsäßern, einem Badenser, einem Braunschwciger, einem Würtemberger, unter den Professoren sogar einen,Engländer aus London . Eö verdiente aber auch der Gnadenort, au welchem dieGläubigen selbst serner Länder in Andacht zusammenkommen, daß die Bewohner derverschiedensten Gebiete dort repräscntirt seyen, die trennenden Märchen, welche inweltlicher Beziehung diese scheiden, auf dem ungleich edlern und reinern Boden derKirche nicht wieder anfgepflanzt würde«. DaS aber gibt zugleich Zeugniß, daß Ein-siedeln noch nicht sey ergriffen worden von jener, das Höhere verkümmernde« Staalö-verknechtung, die ihr geistiges Einschrumpfen, ihre jämmerliche Hohlheit hinter haus -backigc Redensarten verbergen mnß. Es gibt Zeugniß, daß die Regierung vonSchwyz , zwar über ein kleines Ländchen gesetzt, an innerer Grvsze hinanfragl überso viele, die vielleicht vornehm auf sie herabschaucn, weil sie nicht mit Unrecht sichmästet — uud sich hütet, frevelhaft hinüberzugreifen in das, was nicht ihres Befug-nisses ist. — Von den sechzig Priestern, die Einsiedeln zählt, leben über die Hälfteaus Statthaltereien, Pfarreien, sechs an dem Gymnasium zu Bellenz (diese jedochnicht als StaatSbeamtcte, sondern als Professoren einer ganz durch sie geleitetenAustalt), von der andern Hälfte sind nicht viel über zwanzig für die sehr besuchteWallfahrt, deu Beichtstuhl uud was mit jener verbunden ist, sodann für die in denletzten Jahren unglaublich erweiterte Uuterrichts- und Erziehungsanstalt zu verwende»,so daß man in Wahrheit sagen kan», die Religiösen von Einsiedeln wissen, waS eöheiße, des TageS Last und Hitze zu trage». Mit welcher freudiger Willfährigkeitsie allem sich unterziehe», was zu dcö Nächsten Heil dienen kann, das vermag »urderjenige zu beurtheilen, der je dessen Augenzeuge seyn konnte. Die Schule, die jetztnahe an andcrthalbhundert Zöglinge zählt, ließe sich bei dem Zudrange dazu «ochbedeutend erweitern, wenn nicht der Raum und die zu verwendenden intellectucllenKräfte natürliche Gränzen zögen. Für zwanzig Austretende haben sich dieses Jahrsechzig neue gemeldet. Ist eS schmerzlich, daß von diesen zwei Drittheile mußtenabgewiesen werden, so ist es doch wohlthuend, sich überzeugen zu dürfe», daß immernoch eine ansehnliche Zahl vo» Eltern auf christliche Erziehung und christlichen Unter-