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riebt ihrer Knaben allen Werth legen. Denn daß andere, ehedem katholische Anstal-ten, von solchem altvätcrischen Tand sich nicht mehr berühren lassen, dafür sorgendie von StaatSwegen bestellten ErziehungSräthe, weltlichen Schulinspcctoren, und mitsorgfältiger Rücksicht ans erforderliche Freisinnigkeit und zweckdienliche Brauchbarkeitberufenen Professoren. — Jener Zudrang zu der Schule iu Einsiedeln findet ein ebenso erfreuliches Seitenbild zu dem, was jüngst in Politz und in Linz , in zwei Anstal-ten, die den so vielfach verhöbnten und verlästerten Jesuiten übergeben sind, wahrzu-nehmen war. Am erstem Ort haben manche der Herren Bureaukraten Gesichtergemacht, als der hochwürdige Bischof von Lcitmeritz das wankellose Vertrauen aus-sprach, welches er in die Wirksamkeit der V. V. der Gesellschaft Jesu durch einekatholische Erziehung für eine bessere Zukunft setzte. War auch dieses nicht normal-mäßig gesprochen, so lag doch darin der Ausdruck der Ueberzeugung vieler Eltern,was sich dadurch bewährte, daß hundertsiebzig Zöglinge angemeldet wurden, währendfür das erste Jahr nur fünfundzwanzig Aufnahme finden konnten. Diese sollen durchdie nächsten sieben Jahre je um fünfundzwanzig vermehrt werden, bis die Zahl vonzweihundert voll seyn wird. In Linz hat sich dasselbe gezeigt. Der beschränkte Raumgestattet vor der Hand nur fünfzig Knaben unterzubringen; und so mußte auch daeine große Zahl auf die Zeit verwiesen werden, in welcher Erzherzog MaximiliansGroßmnih in Aufführung eines neuen BaneS es möglich machen wird, wenn nichtallen Eltern, doch einer weit größern Zahl derselben die Wohlthat der Aufnahmeihrer Kinder in eine solche Anstalt zu gewähren. — Dem Vernehmen nach soll manauch in Niederösterrcich im Begriff seyn, auf Herstellung von ähnlichen katholischen Bildniigsanstalten für die Jugend zu denken. (W. K. Z.)
Pater Petrus Claver ans der Gesellschaft Jesu. )
Unter großer Feierlichkeit geschah zu Rom von Sr. Heiligkeit Papst PiuS IX. am 2 t. September d. I. die Heiligsprechung deS Pater PetruS Elaver auö derGesellschaft Jesu , nachdem Papst Bcnedict XIV. im Jahre 1747 den Heroismusseiner Tugenden erklärt, Papst PiuS IX. im Jahre 1848 die Aechrheit zweier aufseine Fürbitte geschehener Wunder anerkannt »nd ihn im Jahre 1850 bereits seliggesprochen hatte.
PetruS Claver, zu Verdu, einer kleinen Stadt KalabrienS in Spanien , imJahre 1585 geboren, trat kaum siebzehn Jahre alt in den Orden der GesellschaftJesu ein. Der gottselige Alphonö Rodriguez gewann den jungen Adspirantcn sehrlieb und rüstete durch seine Belehrungen denselben frühzeitig zu jenem auserlesenenWerkzeuge der göttlichen Gnade zu, als welches er in seiner spätern Wirksamkeit sichoffenbarte. Ehe er «och seine theologischen Studien vollendet hatte, wurde er vonseinen Obern nach Reu-Granada berufen, und hier ItiU) zum Priester geweiht.Seitdem wirkte er in Carthagena über vierzig Jahre. In der strengsten Abtödtungund in anhaltendem Gebete dem Herrn dienend, machte er zum vorzüglichste» Gegenstände seines Wirkens die geistliche und leibliche Obsorge für die Sklaven, mit wel-chen damals ein anSordentlich starker Handel nach dem MissionSplatzc ClaverS getrie-ben wurde. Die Zahl der dnrch ihn Bekehrten und Getauften schätzt man aufmehrere Hunderttansendc, so daß man ihn im Gegenhalte zu Franz A'aver den zweitengroßen Apostel der Inder (West-Inder) nennen darf. Seine für die unglücklichenNeger flammende Liebe bewies er insbesondere durch die großartigste Aufopferung,mit welcher er sich denselben hingab, va die verheerende Pest unter ihnen auSgcbro-chen war. Er begnügte sich da nicht, ihr Seelcnarzt zu sey», sondern übte an ihnen
') Ausführliche Bioqravhie vom P> Vrrtr.ind Gabriel ^lenriau, übers, von Or. Sckellle,Augsburq. Voll. IVZ3 XVI. und 383.