Tilfter Jahrgang.
Sonntags-Beiblatt
zur
Augsburger PostMung.
l«. November H^- ^t«. 1851.
Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abouuementspreiskr., wofür es durch alle königl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kann.
Die Erziehung der Jesuiten . *)
Zu den vielen Verdiensten, welche der heilige Jgnatius von Loyola und seineJünger, die vielseitig gefürchteten, mit Unrecht verachteten und schändlich verleum-deten Jesuiten um das Wohl der Menschen sich erworben haben, gehört auch dasVerdienst um die Erziehung und den Unterricht der Jugend. Freilich haben dieFeinde der Jesuiten , die in den meisten Fällen auch Feinde der katholischen Kircheund ihrer heiligen Institutionen sind, die Grundsätze der Jesuiten , von denen sie beider Erziehung und dem Unterrichte der Jugend geleitet wurden, lächerlich zu machenund »IS verderblich darzustellen gestrebt. In allen Jahrhunderten seit der GründungdeS Jesuitenordens haben sich indeß auch Stimmen der Wahrheit und Gerechtigkeiterhoben, welche die ungerechten und lügenhaften Anschuldigungen zur Ehre desberühmten Ordens bekämpft haben. In unsern Tagen, wo so vieles über die Er-ziehung und den Unterricht geredet und geschrieben, wo nicht mit Unrecht behauptetwird, daß das heutige Sittenverderbniß der Menschen in der verkehrten Richtung,welche die Bildung der Jugend in den letzten Decennien unsers Jahrhunderts undschon früher genommen hat, meistens seine Quelle finde, möchte es nicht am unrech-ten Orte seyn, in diesen Blättern für die Erziehung und Bildung der Jugend aufdie Grundsätze, welche die großen Erzieher der Menschen, die Jesuiten , gehabt haben,zurückzukommen. Wir nehmen zu dieser Darstellung einige Schriftsteller, die für dieJesuiten gegen den Lug und die Verleumdung ihrer Feinde in die Schranken getretenfind, zu Hilfe. Insbesondere ist eS daS Werk von DallaS, der ein eifriger Anhängerder anglikanischen Kirche , aber auch ein würdiger Vertheidiger der unterdrückten undverleumdeten Gesellschaft Jesu gewesen ist, auf welches wir uns hiebei berufen.
Schon bei dem ersten Blicke, den man aus daS Fundament deS vom heiligenJgnatiuS gegründeten Gebäudes wirft, gewinnt man die Ueberzeugung, daß derStifter deS Jesuitenordens ein ganz mit dem Geiste Gottes erfüllter und von demreinsten Eifer für die Verbreitung göttlicher Wahrheiten durchdrungener Mann war.^ck msjorem Vei ^Ivrism war der Wahlspruch unv die Grundidee aller seiner Ein-richtungen. Die möglich größte Verherrlichung Gottes ist also der erste und letzteZweck aller seiner Vorschriften. Sie ordnet und regelt den Eifer in der Ausübungjeder Tugend, in den wissenschaftliche» Arbeiten und Fortschritten, in der Sorge für
"1 Warum hangen wir so sehr an den Jesuiten ? Eben wegen jenes giftigen Hasses, den alleFeinde der Kirche gegen sie hegen! Ich will damit nicht sagen, daß alle Feinde der Jesuiten auchFeinde der Kirche seyen, aber ich sage es ohne Hehl heraus, daß die Feinde der Kirche stets und vorAllem Feinde der Jesuiten sind. Auf die Jesuiten fallen immer die ersten Schläge und darum schenke»ihnen die Katholiken Achtung und Vertraue» als eiucr Vorhut und einem Gardecorps der Kirche,(Der Graf rvn Montalembert in seiner im Jahre 1844 gehaltenen Red? über die reli-u'ösen Orden )