Ausgabe 
11 (23.11.1851) 47
Seite
369
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Eilfter Jahrgang.

Sonntags-Beiblatt

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Augsburger polizeitung.

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23. November ^- ^7. 1851.

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Aus dem Hirtenbriefe des H. H. Balerian Iirfik,

Bischof von BudweiS in Böhmen, vom 1. Nov. 135i.

Durch Gotteö Fürsehung auf den bischöflichen Stuhl zu BudweiS berufen,öffne ich heute zum ersten Male als Oberhirt meinen Mund, und rufe auS demGrunde deS Herzens:Gelober sey der Herr Jesus CbristuS!" O könnte ich dochEuch Alle um mich schaarcn, die Ihr in den Städten und Gauen meiner Diöcesewohnet! Von Angesicht zu Angesicht würde ich Euch Alle begrüßen; und ich bindessen gewiß, daß ich aus Eurem Munde die einhellige Antwort vernehmen würde:Bis in Ewigkeit." Da es mir jedoch nicht möglich ist, Euch Alle persönlich undmit Worten der Zunge anzureden, so spreche ich zu Euch durch dieses Schreiben.....

Ich sage Euch im Namen deS Herrn, es wird nicht besser werden, bevorunter unS die Liebe nicht wieder auflebt, jene Liebe nämlich, die dem wahren christ-lichen Glauben entspringt, und die unter den ersten Christen heimisch war. O! daßdoch daS heilige Feuer dieser Liebe auch Euch Alle ergriffe! O! daß der Herr selbstdie Herzen der Reichen hinneige zu den Aermern, damit sie diese als ihre leibhaftigenBrüder erkennen! O! daß doch derselbe Herr auch die Herzen der Armen dahin leite,daß sie, mit der wahren Liebe erfüllt, die Reichern um den Segen Gottes nichtbeneiden! Ja, bemühen wir u»S Alle ohne Ausnahme, nach der Mahnung deSApostelseine gleiche Liebe" zu haben. Dann, meine Geliebten im Herrn! dannwird es wieder besser werden auf Erden, bann werden wir auch nach den WortendeS Apostelsnichts thun aus Streitsucht und eitler Ehre."

An diesem Orte möchte ich Eure Gedanken gern auf einen wichtigen Gegen-stand hinleiten. In unserm lieben Vaterlande bestehen zwei Zungen neben einander,es wohnen nämlich hier Deutsche und Czechen. Die göttliche Vorsehung hat in diesemgesegneten Lande den Einen wie den Andern Hütten zur Wohnung neben einanderangewiesen. Und da diese Anordnung vom Herrn selbst kommt, ist es zugleich seinWille und sein heiliges Gesetz, daß ein Bruder den andern in wechselseitiger Liebe,Eintracht und Friedfertigkeit ertrage. Möge unS demnach keinerlei Leidenschaft spal-ten! Ich als Oberhirt komme ja zu Euch Deutschen und zu Euch Czechen zugleich,und wäre mir die Möglichkeit geboten, würde ich Euch Alle ohne Unterschied derZunge an mein Herz drücken, Ihr seyd ja Alle meine Schaft, mir anvertraut vonChristo dem Herrn. Vor Christus, unserm Herrn und Gott, so wie vor seinerheiligen Kirche gibt eS, nach dem Ausspruche deS heiligen Paulus, keinen Unterschiedzwischen den Griechen und Scythen. Und ich sage in demselben apostolischen Sinne,eS finde im Angesichts Gottes und seiner Kirche kein Unterschied statt zwischen demDeutschen und Czechen. Wir Alle, die Einen wie die Andern, sind gleiche Kinderdeö Einen Vaters, der im Himmel wohnt; sind um gleichen Preis erkauft durch