Ausgabe 
11 (23.11.1851) 47
Seite
376
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

376

Mailand .

Die Verwendung der barmherzigen Schwestern im großen Civilspitalhier hat nicht nur auf die Krankenpflege den wohlthätigsten Einfluß geübt, sondernauch in ökonomischer Hinsicht die erfreulichste» Resultate geliefert. Ohne des Um-standeS weiter zu gedenken, daß die ehrwürdigen Schwestern freiwillig auf den jederEinzelnen für Kleidung zugewiesenen Jahresbeitrag von 100 Lire verzichteten, hateS sich auch herausgestellt, daß, seitdem sie die Verwaltung der Küche übernahmen,diese nicht nur weit besser bestellt war, sondern daß auch in einem Jahre mir 122Malter Kohlen gegen den alljährlichen frühern Durchschnittsverbrauch von 344 Mal-tern Kohlen verbrannt wurden. Am Brennöl belief sich der jährliche Durchschnitts-verbrauch früher auf 222 Pfuud, unter der Leitung der Schwestern wurden nur 157Pfund gebraucht; an Brod wurden im laufenden Jahre 259 Pfund erspart; anBlutegeln, die sonst nach einmaliger Verwendung weggeworfen, von den Schwesternaber durch zweckmäßige Behandlung zur wiederholten Verwendung vollkommen geeig-net erhalten wurden, sind 178,841 Stück in der Zeit von vier Jahren und vierMonaten erspart worden, waö einer Geldölonomie von 28,292 Lire gleichkommt zc. :c.(Wien. Z.)

^ ^ _ ,:.!>>-j',>i,!!!'il D7i>i'M IN

Lyon.

Der hochwürdigste Bischof de Samarie, apostolischer Vicar von Natal (im mit-täglichen Afrika ), befindet sich gegenwärtig in Lyon. Dieser Prälat gehört der Ge-sellschaft der Oblaten in Marseille an, einer Bruderschaft, die der Bischof dieserStadt stiftete, und die sich fremden Missionen widmet. P. Laverlochere, der Apostelder Wilden am Eismeere, ist ein Mitglied dieser Gesellschaft. Der Bischof de Samarieschickt sich an, eine Kolonie evangelischer Arbeiter mit sich zu führen, um das LichtdeS Evangeliums und die Wohlthaten der Civilisation den um den kafrischen Meer-busen zerstreuten wilden Völkerschaften zu bringen.

ni?<t nt.iu ,HK«k '5?Xtt5 H-iik'li^iN n'.ü.'ilff»-: Hz? tpzchÄ IZM», g»MH5j»»l.W»>t«riiwo,q nii ZmckZ (>»->! ,^»n »mvOn s?vnnI tt»gi!i,H?>a »HuidI

Jngolftadt.

Jngolstadt, 10. Nov. Am 26. October wurde hier die ehrwürdige Lieb-frauenkrche vom hochwürdigsten Herrn Bischöfe von Eichstädt neu eingeweiht und demGottesdienste wiedergegeben, nachdem sie gegen vierthalb Jahre geschlossen war.Die in dem letzten Jahrhunderte herrschende Geschmacklosigkeit hatte auch in diesemHeiligthume Veränderungen vergenommcn, die jene vom trefflichen Meister HeinrichSchnelmüller dem Baue eingehauchte prachtvolle harmonische Einfachheit ganz zerstörthatten. Dem tüchtigen Pfarrer Herrn Angermaier und einer energischen Kirchenver-waltung ist die herrliche Restauration gelungen, welche das Denkmal Herzogs Lud-wigs deS Gebarteten dem Ruine entriß und in seiner alten Reinheit wieder herstellte.Der ConsecrationSact dauerte von 7 bis 10 Uhr; Alles war bewegt und erschüttertvon dem Eindrucke, welchen das Gotteshaus auf die Versammlung machte. Nachdem Consecrationsacte ward von der obern Franciscanerkirchc das heilige Sacramentprocessionaliter in die Liebfrauenkirche übertragen, ein langer, reicher, majestätischerZug, gebildet von der Schuljugend, einem von Jungfrauen getragenen MuttergotteS-bilde, von allen Innungen mit ihren Fahnen, von den Arbeitern, die beim Werkethätig waren, vom KleruS und einer großen Volksmenge. Ein siebzigstimmigerMännerchor begrüßte das Sacrament beim Einzüge, und begleitete das Pomifical-amt, so daß eine Menge von Eindrücken in den Gemüthern hervorgebracht wurden,die lange dauern werden. Mit anerkennenswerther Pietät hatte man auch das GrabdeS alten Meisters Herrn Schnelmüller bekränzt, und Keiner wohl verließ das Gottes-haus, der nicht mit dankbarer Erinnerung seiner gedacht hätte. (K.Bl. a. Fr.)

Verantwortlicher Redacteur : L. Schönchen. Verlags-Jnhaber: F> C. Kremer.