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gefallen, und doch war er ein unschuldiges Kind gewesen, und so rein von jedemFehler, als der reinste in dieser Versammlung. Die Enthaltsamkeit von jedem gegoh-renen Getränke ist also für einen Jeden auS euch als ein Schutzmittel nothwendig.Der Mensch allein, der sich die Hand auf daS Herz legen und sagen kann, oaß ernie ein so heruntergebrachtes Wesen seyn wird, welches man einen Betrunkenennennt, ist derjenige, der Hieher kommt, daS ?Ieäge (Unterpfand) zu nehmen. DerGebrauch der gegohrenen Getränke ist eS, der die Bettelhaftigkeit und daS Verbrechenverursacht; trinket keine derselben und ihr werdet euch viel Elend ersparen. Wennich, ungeachtet meiner Schwäche, zu euch komme, so ist eS, um euch zu retten, mitGottes Hilfe, von dem beklagenswerthesten der Unglücke. Vierzehn Jahre sind ver-flossen, seit ich daS erstemal daS reine und makellose Banner der Mäßigkeit in mei-nem Irland erhoben habe. Ich bin nur mehr ein Ueberrest deS Pater Mathew voneinst. Indessen, ich betrübe mich nicht, ja ich sage vielmehr, ich preise mich derSchwäche wegen, die mir zum Loose geworden ist im Dienste meines göttlichen Mei-sters. DaS irische Volk, daS unglücklicherweise den starken Gebräuen ergeben, ist zuTarsenden herbeigeeilt, sich unter die Fahne der Mäßigkeit einrolliren zu lassen, undnach fünf Jahren des PredigenS habe ich fünf Millionen meiner vielgeliebten LandS-leute unter den Gliedern unseres Vereines zählen können. Dann zeigte sich einewunderbare Umwandlung. Die Gefängnisse entvölkerten sich, und der größte Kerkerkonnte geschlossen werden. Der Teufel der Betrunkenheit war auS Irland verbannt,und eS wurde neuerdings die Insel der Heiligen. Aber eS schmerzt mich, zusagen,daß bei der Auswanderung nach Amerika viele von euch ihren Schwur indirect ver-letzt haben; sie haben ärztliche Verordnungen erhalten, und viele Jrländer, wenn sieihren väterlichen Boden verlassen, glauben, daß sie die Strapazen der Reise ohnestarke Getränke nicht ertragen könnten. Aber ach, wie viele unter ihnen haben fort-gefahren, davon zu trinken nach ihrer Ankunft, und bis zu ihrem gänzlichen Unter-gange! Um dieses große Uebel zu bessern, bin ich, ungeachtet meiner schwachen Ge-sundheit, unter euch, meine theuren Brüder, und ich weiß, daß ihr euch Alle ein-schreiben werdet unter meine Fahne. Seit meiner Ankunft in Amerika habe ich mehrals 500,000 Personen zur Mäßigkeit bekehrt, und ich habe daS Vertrauen, daßauch ihr, indem ihr diese Tugend zu beobachten schwörr, eurem Versprechen getreuseyn werdet. Verlasset euch in der Sorge, euch die Versuchungen zu ersparen, aufdie göttliche Hilfe, und glaubet mir, der Allmächtige hat denjenigen nie seine Hilfeversagt, die ihre bittenden Hände gegen ihn ausstreckten. Ich werde alle Tage dieserWoche bereit seyn, euch zu empfangen, um euch in meinen Verein einzuschreiben,und jetzt mögen diejenigen, die mäßig seyn wollen, vortreten."
Auf diese Worte stürzte sich eine gedrängte Menge von Männern, Frauen undKindern gegen den Communiontisch: Väter tragen ihre Kinder über ihrem Kopfe,Mütter bringen ihre Säuglinge, und wollen auch sie in die unzählbare Cohorte derWassertrinker eintragen. Vater Mathew läßt die erste Reihe auf den Chorstufenniederknien, läßt sie folgende Verpflichtung nachsprechen, die er feierlich vorspricht:„Ich verspreche, mit dem Beistande GotteS, mich jedes berauschenden LiqueurS zuenthalten mit Inbegriff der Herzstärkungen, des BiereS und CiderS, und, so vielmöglich, durch mein Beispiel die Unmäßigkeit bei Andern zu verhindern." Jede Gruppeder Verlangenden geht dann in die Sakristei, wo in dem großen Mäßigkeitsbuchedurch Pater MathewS Secretäre die Namen einregistrirt, und den Bekehrten kleineMedaillen ausgetheilt werden.
Der ehrwürdige Priester, der so sein Leben zum Besten der Menschheit ange-wendet hat, ist wahrlich ein großer Mann. Er leidet gegenwärtig unter dem Anfangeeiner Lähmung, und seine Tage auf der Erde können gezählt werden; aber sein Namewird in der entferntesten Nachwelt fortleben, und sein Platz ist im Himmel unter denHeiligen bezeichnet. WaS wir in Vater Mathew lieben, ist der glühende und uner- >müdliche Eifer, im Vereine mit einer kindlichen Einfalt, bewunderungswerthen Be-scheidenheit und englischen Frömmigkeit.