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e^Mvofle Reihe von deutschen Päpsten zu eröffnen, unter welchen die Vorbereitungenzu einer innern Umwandlung deS (Uten) Jahrhunderts getroffen wurden. War esMch Suidger (Clemens II. ) nicht möglich, der geliebten Kirche deS heiligen Petruszu Bamberg ungetheilt seine Sorge zuzuwenden, so betheuerte er doch einen Tag vorseinem Tode, daß niemals ein Gatte für seine Gattin reinere Treue und glühendereLiebe gehegt habe, als er für sie, die er in seinem kindlichen Gemüthe als seineFreundin, seine Schwester, seine Taube mit den Worten des hohen LiedeS bezeichneteund durch daS ganze Ansehen der dem Apostelfürsten übergebenen Gewalt zu schützensuchte, 1047.
War so Bamberg in den ersten vier Jahrzehnten seines Bestandes zu einer Ehregekommen, welche es in siebenhundert Jahren nicht mebr erlangte, so mußte eine sogroße Auszeichnung noch lange Zeit erhebend und ermuthigenb fortwirken. UnterHartwic, Suidgers Nachfolger, wurde das äußere Verhältniß deS BiSthumS zumrömischen Stuhle bei der Anwesenheit Papst Leo'S IX. in Bamberg geordnet, obgleich,was den Güterbesitz betraf, selbst unter dem vierten Bischof Adalbert (Herzog vonKörnten 1054-57) dieses nicht ganz in Ordnung gebracht wurde.
Schon hatte damals Anno, seit 1055 Erzbischof von Köln , bald nachher dererste Fürst deS Reiches, in Bamberg jenen Unterricht empfangen, welcher ihn befähigte,die Stütze deutscher Freiheit, der Hort der deutschen Kirche zu werden. Hartwic'SBruder Luitbald war von einem Propste der Bamberger Kirche 1051 Erzbischof inMainz, der CanonicuS Engelbert Bischof von Minden geworden. Einen unvergäng-lichen Ruhm aber erlangte nun der ehemalige Probst von Goslar, Günther, alsfünfter Bischof von Bamberg , wie alle vorhergehenden durch kaiserliche Wahl erho-ben, der leyte vor einer Periode der Trübsal/welche durch die kaiserliche Begünsti-gung Unwürdiger entstand. Gleich den Vorhergenannten zu Bamberg erzogen, wußteGünther als Bischof nicht nur vollständig seiner Kirche wieder zu verschaffen,waö in der letzten Zeit abhanden gekommen war, sondern bezeichnet sein Leben auchdie Blüthe altdeutschen Gesanges und altdeutscher Dichtkunst, welche zu ihrem Gegen-stande die höchsten Mysterien des Christenthumes nahm und einem reinen gotterfülltenHerzen entquollen, die Härte deutscher Sprache zu meistern, sie dem Rvthmuö sichanzuschmiegen lehrte, der Musik dienstbar machte. In dieser reinen Stimmung seinerSeele trieb eS den jungfräulichen Mann, den anbrechenden schweren Zeilen im Vater-lande und der drohenden Gefahr eines Bruches des deutschen Königthums mit derKirche zu entgehen, am Grabe des Erlösers für das Heil der Kirche und die Wohl-fahrt deS Reiches zu beten; er nahm an jenem phantastischen Zuge Antheil, der dasVorspiel von der Eroberung Jerusalems durch die Occiventalen ward, bestand muthigden Kampf bei Ramla mit dem übermüthigen Beduinenscheich und starb, nachdem erdie heilige Stätte gesehen, von Allen die ihn kannten, geliebt, wohl von vielen,die um ihn trauerten, glücklich gepriesen, daß er die nachfolgenden Zeiten nichterlebt, 1066.
Auch stärkere Naturen, als die eines Hermann, welcher in ungünstigerStunde und nicht zu seinem Glücke sich um Bamberg beworben, zeigten sich denTagen eines Gregors VII. nicht gewachsen, die einen eisernen Charakter verlangten.Es war der Augenblick eingetreten, wo daS Band sich löste, welches bisher Papst-thum und Kaiserthum umschlungen und die Stellung desjenigen, der auf die gegen-seitige Durchdringung dieser beiden Gswalten angewiesen war, eine fast unhaltbarewerden mußte. Es ist die Frage, ob Bischof Günther im Stande gewesen wäre,den hereinbrechenden Stürmen die Spitze zu bieten; Hermann, für welchen schon dieArt, wie er das Bisthum erlangte, ein beständiger Vorwurf blieb und dessen Ansehennoch durch die Bestcchungsversuche sank, durch welche er sich in dem unrecht erwor-benen Besitzthume zu erhalten suchte, konnte bald erkennen, welche unsichere Hilfe derkönigliche Schutz einem Bischöfe gewähre, der mit seinem eigenen Klerus im Zwie-spalts, den Papst wider sich habe. Bald hatten sich die Verwickelungen so gehäuft,daß Hermann selbst seinem ursprünglichen Beschützer (Heinrich IV.) widerwärtig wurde