Ausgabe 
11 (7.12.1851) 49
Seite
391
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

»

l391

falls festlich geschmückt mit der Inschrift: 8it denecliota llomug, quam lu, vomino,IienecZivis! Herr Pfarrer Siebold, als Vorsteher der stiftenden Vereine, übergab imNamen derselben die Anstalt dem Schutze Sr. Eminenz.

Er besprach die verschiedenen Mittel der Rettung und Heiligung, mit welchendie Kirche und insbesondere der Cardinal-Erzbischof in dieser noth- und gefahrvollenZeit der Bevölkerung der Stadt und der Umgebung von Köln zu Hilfe gekommen;er gedachte auch der Lazaristen, der Carmelitessen, der Jesuiten , und ent-wickelte mit eben so viel Klarheit, als Innigkeit, wie die Liebcsfülle der Kirche indiesen verschiedenen Strömungen (der Seelsorge, der Rede, der Andacht, der Buße,der Abtödtung, der Erziehung) sich in die Herzen zu ergießen strebe, und wie eSnur der Aufnahme der himmlischen Gnade bedürfe, damit dieser dürre und armeBoden wieder ausblühe in paradiesischer Pracht.

In der Beantwortung dieser Rede wendete sich Se. Eminenz nochmals an dieOrdensschwestern, die Vincenzvereine und anwesenden Kinder und sprach die Hoffnungaus, daß die Anstalt unter Gottes Segen gedeihen werde, indem er ihr Seineandauernde Fürsorge zusagte.

Am Abende fand in St. Martin die kirchliche Schlußfeier statt, bei der Seinebischöfliche Gnaden der Herr Weihbischof vr. Baudri die Festrede hielt, in welcherer das Wesen der christlichen Liebe an dem Beispiele der in Rede stehenden Anstalt erör-terte, und dieselbe wiederholt der Mildthätigkeit der Gläubigen empfahl. (D.V.H.)

Mission in Jülich .

Jülich , 15. Nov. Die Mission, welche die Väter der Lazaristen-Con-gregation aus Köln hier gehalten, ist nunmehr seit Sonntag beendet und erstjetzt lassen sich die wirklich großartigen Erfolge dieser geistlichen Uebungen überschauenund würdigen. Die sechs Patres hatten sich ihren würdigen Superior an derSpitze in die beiden Kirchen, die Pfarr- und die ehemalige Capucinerkirche ver-theilt. Der Zudrang zu den Morgen- und besonders den Abendvorträgen war, wieerwartet werden konnte, größer, als der nicht unbedeutende Raum fassen konnte;größer noch und wirklich über alle Erwartung groß der Andrang zu den Beichtstüh-len. An manchen Tagen haben an dreißig Beichtväter den Bußfertigen kaum zurHälfte genügen können und die Nacht hindurch wurde an den Kirchthüren gewacht,um in der frühen Morgenstunde bei Oeffnung derselben (4 Uhr) in die Nähe derBeichtstühle zu gelangen. WaS aber unsere Seele mit Freude uno Entzücken erfüllt,das sind die schönen Blüthen eines gesunden Lebens, die herrlichen Früchte ächtenBußgeistes, die jetzt schon aus dieser Gottessaat emporblühen und an den Tag treten.Laue, gleichgiltige Christen, welche die Kirche und die heiligen Sacramente bishergar nicht oder doch selten benutzten, da Jülich als Festung eine Garnison hat,fehlte eS an solchen keineswegs sind eifrige Bckenner geworden, Andere, welcheder Taumel vom Jahre 1348 verwirrt und gegen weltliche und geistliche Obereempört hatte, sind zur Besinnung gebracht, Feindseligkeiten beigelegt und Verzwisteteversöhnt und eine wirklich auffallende Menge von Restitutionen geleistet worden.Und doch war der Beichtstuhl leicht; denn die Herzen kamen erweicht und offen undzu Allem bereit. Es thut dem Herzen wohl zu sehen, wie Alle über diese wohlthä-tige Umgestaltung der Herzen, über die segenvolle sittliche Neubelebung einig sindselbst Protestanten einigen sich erstaunt über diese Früchte wie über die Vorträge,denen sie zugehört, in dieser freudigen Anerkennung. Besonders lobend muß auchdas Benehmen des königlichen Platzcommandanten eines Nichtkatholiken aner-kannt werden; derselbe hat dem Militär nicht bloß alle mögliche Freiheit gegeben,um den Uebungen beiwohnen zu können, sondern auch noch besonders den Wunschgeäußert, daß nach beendigter Mission auch den Gefangenen, die ziemlich zahlreichund meist in sehr strenger Haft sich hier befinden, eigene Uebungen gehalten werden,

»