Ausgabe 
11 (14.12.1851) 50
Seite
393
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Eilft-r Jahrgang.

Sonntags-Beiblatt

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Augswrger PostMung.

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14 December M^- Ktt 1851

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Die Rückkehr zur katholischen Kirche:

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eine Aufgabe unserer Zeit und eine Stimme aus der Mitte der Protestanten, heißteine vor Kurzem in Leipzig bei Jgnaz Jakowitz anonym erschienene, mit ungemeinemTalent geschriebene Broschüre von 59 Seiten, welche daö Motto:Wie lange hinketihr auf beiden Seiten" (1. Kön. 18, 21.) an der Stirne trägt, im Innern aber soviel des Lesenö- und MittheilenS-Werthen bietet, daß wir, um weder der Auswahlwegen in Verlegenheit, noch als Nachdrucker in Processe zu gerathen, keine langenCitate daraus, sondern bloß einen Auszug mit Randglossen geben wollen. Nachdemin der Einleitung die Thatsache der Rückkehr so Vieler zum Katholicismus als Ergeb,niß der Sehnsucht nach Frieden, Einheit und Wahrheit besprochen worden, weist dererste Abschnitt zuerst darauf hin, daß die katholische Kirche den Künsten und Wissen-schaften die nährende Brust gereicht, daß sie die von Rom und Athen hinterlassenengeistigen Schätze auS der Nacht der Völkerwanderungen gerettet, daß sie die Leib-eigenschaft gelöst, die Städte gegründet, die Gerichte geläutert, daß sie die Völkerbefreit und Deutschland geeinigt hat. Auch die Urheber der angeblichen Reformationhätten diese ungeheuren Thaten zu würdigen gewußt, und wie auS ihren Schriftenerhelle, die Trennung von der alten, einigen, einzigen Kirche nicht beabsichtigt.Dieses Ereigniß sey lediglich der weltlichen Macht, welche ihren Einfluß und ihrVermögen mehren wollte, zuzurechnen« Diese habe zuerst, um den Schein der Kirch-lichkeit zu retten, ein Zwittergeschlecht geistlicher Satrapen eingeführt, indem sie diebischöfliche Gewalt nicht aufhob, sondern an sich nahm. Damit aber sey der gün-stige Umstand, daß die 21 ersten Artikel der Augsburgischen Konfession über Glaubenund Lehre endlich doch vielleicht eine Verständigung denkbar gelassen hätten, gründ-lich paralistrt worden; denn die Annahme der wie lucus a non lucencto benanntenConcordienformel sey durch die rohcste Gewalt erzwungen, damit die Kirche zur die-nenden Magd der weltlichen Macht erniedrigt, und die uralte Verfassung der erster»vernichtet worden, ohne daß eine neue, geschweige denn eine bessere an deren Stellegekommen wäre; denn die Augsburger Confession verwirft bloß, ohne positive Satzun-gen auSzusprechen. Während dieser Vorgang durch Willkür stattfand, wollte die nunweltlich-geistliche Gewalt der Fürsten diesem' ihrem Ursprung entgegen doch wiederdie symbolischen Bücher inconseauenter Weise zum nicht alternirbaren Ariom machen,wogegen jeder logische Kopf ankämpfen mußte. Daher sey denn der Unglaube undJndifferentiömuS, die krasse Ausklärerei der Voltairianer, endlich der gänzliche Zerfallder akatholischen ReligionSgenossenschasten entstanden. Während also auf diese Artder Protestantismus die göttliche Grundidee der Herstellung eines GottcsreicheS aufErden durch die von der Politik bewirkte völlige Trennung von Rom und durch seinedem Begriff einer Kirche entschieden widerstreitende eigene Zerfahrenheit, durch den