Ausgabe 
11 (14.12.1851) 50
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den und Lieben vorzugsweise begründete katholische Wissenschaft gegen jene ins Gefechtgeführt. Wie nöthig dieß sey, möchten doch alle Wissensfeinde, die ihrerseits in derThat nicht viel lobenSwerther als die Lichtfreunde der andern Seite erscheinen, endlicheinmal beherzigen!

Bei der wiederholten Erwähnung des Umstandes aber, daß man im Protestan-tismus das Festhalten an den symbolischen Büchern meistens nur durch Regierungs-mandate bewirken wolle, fällt uns der Conlrast inS Auge, welchen angeblich kalho-lische, aber dabei sehr Febronianische Regierungen dagegen gebildet haben. Unterund von solchen ist nämlich seiner Zeit, als die Kirche noch in der engsten StaatS-vormundschafr stand, alles ausgeboten worden, daö Festhalten an der Kirche nicht zubefehlen, sondern zu erschweren und zu verhindern, die heiligen Gebräuche zu unter-drücken, ja selbst die Spenduug der Sacramente polizeilich zu regeln. Beide stimmenaber darin überein, daß sie das religiöse Verhalten ihrer Unterthanen durch welllicheMandate bestimmen wollen. Merkwürdigerweise war die F^Ige dieselbe mit jenemnach dem Borgang der Protesttintischen Staaten: das Verschwinden der Religiositätaus der gebildeten und ungebildeten Masse, dabei aber auch das Ende alles staats-bürgerlichen Gehorsams und OpfergeisteS. Wenn die Febronianischen Staatsmännerdie Reiche durch ein christliches Regiment vor der falschen Aufklärung, und vor derin deren Gefolge einherschreilenren Entsittlichung bewahrt, und nicht immer ihrePolizeimittel, die gegen verbrecherische Tendenzen: gegen Hochvcrrälher, Räuber,Betrüger und Diebe sehr wohl angewendet gewesen wären, dazu vergeudet Härten,die Kirche und deren Diener zu beschränken, so wäre all das Blut, so die tapsernKrieger im Kampf gegen die gottverlassenen Rebellen verlieren mußten, erspart undkein Thron erschüttert worden. So aber ist auch der empirische Beweis geliefertworden, wie die Staatskirchen-Regiererei überall, bei Katholiken und bei Protestanten,nichts taugt, und wir können wieder nickt umhin, abermals alseine Aufgabeunserer Zeit und eine Stimme aus der Mitte der" Katholiken den sehnlichstenWunsch auSzusprechen: daß durch thätiges Zusammenwirken der geistlichen Gewalt mitden weltlichen Behörden das glorreichste Wort unseres edlen Fürsten, die Befreiungder Kirche, bald in allen Lebenskreisen zur Wahrheit werde, damit von dem trauri-gen Febronianer-System nichts mehr bleibe, als die Erinnerung, die ja schauerlichgenug ist, wenn schon Jemand einen Schreckenmacher zur Hand haben will. (Wien.K.Z.)mu.^M HkS -i<-.' ,m<!vll m niM «'s l;ikM «wiiktwcr «nnk «uv ' s5, a>ldl,<tt

'"^ .Vtt-,T mljnn 1,75?;5F zqolqv, 7I«Z?I mV .70« g,,<,mc.EDer heilige Otto, Bischof von Bamverg. uZf

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Man fühlt auS diesem daS Walten Otto's, der als Bedingung regulärer ZuchtAufgebung deS eigenen Willens, Gemeinschaft der Sitte und beS Gebens verlangte,dadurch den Angelpunct der Wirksamkeit derjenigen Männer traf, die sich für dieReform jener Tage entschieden hatten. Diese, welche mitten im Kampfe mit densimonistischen und beweibten Geistlichen die Päpste begannen, welche von JohannGualbertuS unter den italienischen Mönchen unternommen worden, in Frankreich durchden Orden von Grandmont versucht wurde, der keine andere Regel kannte, als diedeS Evangeliums, daö aller Regeln Quell und Ursprung ist, war in gleicher Zeitund nicht ohne Beziehung zu dem Papste Leo IX. in Deutschland von dem AbteWilhelm von Hirsau unternommen worden. Ei, ein Mönch von St. Heimeran inRegensburg , ein Sprosse bayerischen Adels, gelehrt und tugendhaft, hatte in demKampfe Heinrichs IV. mit Papst Gregor VII. sein ganzes moralisches Ansehen zuGunsten des Letzteren in die Wagschaale gelegt und durch die Gründung von siebendeutschen Klöstern t^zu Reicbenbach, St. Martin in Bayern , St. Gregoriuö imSchwarzwald, in Erfurt , daS dann wieder Reinhansbrunn zu seiner Eolvnie halte,St. Maria in Doppelwasser, in Wielheim, zu Lavant in'rnthen) eben so vieleMittelpuncte deS geistigen Lebens und eines tiefen moralischen Aufschwunges geschaffen.