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aus einem Schlosse in eine Abtei um. Asbach erhob er zur Abtei; die Kirche derjungfräulichen Martyrin St. FidcS zu Bamberg übergab er dem reformirten Klosterauf dem Michelsberge; in Note, Vezzera, Tullefeld, Tuchclnhusen ward er Milbe-gründer. Das Kloster Banz auf hohem Berge am Main , daS kaum erbaut auchschon wieder zerstört worden war, stellte er her. Welche Klöster er begründete, dierüstete er auch mit Gütern aus, so daß man mit Recht sich fragt, wie eS möglichwar, so vieles zu schaffen, zu bauen und zu ordnen. Wie Kaiser Heinrich Bambergmit Gütern in allen Gauen ausstattete, versah Otto fast alle Bisthümer Deutschlands mit geistigen Anstalten. Es vollendete der Bischof nicht nur, was der Kaiser begon-nen; eS war wie wenn er allgemeiner Bischof von Deutschland wäre, wie wenn aufseine Schultern allein die Last für das geistige Heil des Reiches ruhen würde; abermit gleicher Umsicht und beispielloser Energie deö Geistes baute der Bischof auchHospiläler und Schlösser, die einen den Leidenden zum Troste, die andern den Ver-folgten zum Schutze. ES war die Absicht des großen Bischofs, die Strahlen dergeistigen Sonne, welche Deutschland zu erwärmen begannen, nach allen Seiten hin-zuleiten, Bamberg aber zum Mittelpuncte einer Thätigkeit zu machen, deren günsti-ger Einfluß sich bald nach allen Seiten bemerkbar machte. Denn wer kann eS läug«nen? In dem Maaße, in welchem der ausgestreute Samen Wurzeln schlug, wurdedem wilden Kampfe, der Italien und Deutschland bewegte, der daS Imperium widerdas saeerclotium feit fünfzig Jahren unabläßlich zu neuen Wagnissen trieb, der Bodenentzogen, dem widerstrebenden Kaiser das Schwert aus der Hand gerungen, undwie der große Friede deS Jahreö 1122, daS Wormser Concordat, so auch die herr-liche Zeit Lothars III. vorbereitet, von dem es hieß:
Imperator eedesiae smgwr reli^ionis et justitme. ?empors ip8iu5 secunclsluerunt. In cliedus ip8iu8 populug terrae von pertimuit. Ilnuscjuisczue enim sualibersliter pscilieecjue possidelist. Nerito a nobis nostris^uv paler pstriae appellstur.
Unter diesem Fürsten war es dann auch, daß Otto, welcher einen Theil seinerJugend in Polen zugebracht, sich der schwierigen Aufgabe unterzog, den heidnischenPommern das Evangelium zu verkündigen. Zweimal zog er dahin, und ruhte nichteher, als bis er die Fundamente des Christenthums gelegt, das Heidenthum entwur-zelt, wie eS der heilige BonifaciuS bei uns gethan, und zugleich mit dem Christen,thume und Christensitte auch den Grund zu dem Uebergewicht des deutschen Wesensgelegt, dem sich zuletzt die Pommern so wenig entziehen konnten als dem sanstenJoche Christi. Dann starb er ein Mann der Sorgen, wie seine Statue zeigt, vollMühen und Beschwerden, ein Mann der That, der, während die Mönche in denvon ihm gestifteten Klöstern beteten, die übrigen Bischöfe zauderten, für sie alle han-delte, den Geist apostolischer Zeiten in Deutschland wieder erweckte, in Bamberg daSBisthum erst wahrhaft begründete, an den Gestaden der Nordsee wie an den Uferndes Mains und der Donau sein Andenken als des größten Wohlthäters von Völkernund Volksstämmen in Segen hinterließ, in Bamberg zumal keinen größern Bischofnach sich, keinen größern vor sich fand, in Deutschland aber, ja im christlichen Erd-kreise den leuchtendsten Männern, den verdienstvollsten Kämpfern für die Sache derewigen Wahrheit beigezählt wurde. (Kath. Bl. a. Fr.)
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Ausspruch eines Heiden über die Beichte.
Seneca , der stoische Philosoph, sagt in dem dreiundfünfzigsten der moralischenBriefe: „Seine Fehler bekennen ist ein Anzeichen von Gesundheit." Der gesundeKörper entwickelt große Kraft, sobald etwas Fremdartiges, Schädliches eingedrungenist; eS wird rasch ausgeschieden, oft ohne Anwendung äußerer Mittel. — Mit kaltemWasser überschüttet erzeugt der Körper schnell eine Gegenwirkung, er sammelt seineinnere Wärme und drängt sie nach Außen, um der schädlichen Erkältung zu wehren;der gebrochene Knochen bringt in kurzer Zeit eine Materie hervor, welche die getrenn-