Ausgabe 
11 (14.12.1851) 50
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Gesetz des Menu, Sohnes des Brahma, sagt:Je wahrhafter und williger derMensch, welcher eine Sünde begangen hat, diese bekennet, um so mehr entledigt ersich derselben, wie die Schlange ihrer alten Haut."

Das Christenthum entspricht also mit seinem Veichtinstitut abgesehen vonseinem sacramentalischen Charakter einem Bedürfnisse der Menschheit, das Gottzur Rettung deS moralischen Lebens tief eingesenkt hat in jedes Herz ähnlich demgewaltigen Triebe zur Erhaltung deö leiblichen Lebens. (M. Sbl.)»MsS slkiinznno-Mvfllv? zj-j M. W n,Ä»n^tz 75 5 m ljMiwnT liiVslo chuv ttii«much^i-K ilsckjjßzm??»» ch7u^ Sin ,!?iomvt Zi^ingzw^ll Zbi^zh ch7uct ^.-^ sjiiui!.;»St.r.:Z>,tSMM Zch?i5q'.7u, ?>w^s^.ch^ c^S z.-z ch'.in^

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Paris, 9. Nov. ES ist auS den Mittheilungen desUmvers" bekannt, wieder jetzige Stand der Verhandlungen über die heiligen Oerter im Orient ist. Aufden in dieser Beziehung thätigen französischen Gesandten Aupick ist der nicht minderthätige Lavallette gefolgt, der die Sache so weit gefördert hat, daß eine gemischteCommission aus Türken, Griechen und Katholiken niedergesetzt ward, um die aufFermanen beruhenden Ansprüche der Katholiken auf die heiligen Oerter zu unter-suchen. Da die durch Intrigue herbeigeführte spätere Bevorzugung der Griechen alsnicht stichhaltig erkannt war, so versuchten diese durch eine Fälschung Documente zuunterschieben, die vorgeblich älter als die Diplome der Katholiken seyn sollten, in derThat aber in dem berühmten griechischen Kloster auf dem Berge AthoS neuerdingsangefertigt waren. Der griechische Mönch SimonideS, der einen verborgenen Ortals jene vorgeblich alten Dokumente enthaltend bezeichnet und um Nachgrabungdaselbst gebeten hatte, ward auf der That ertappt, wie er eben jene mit großerGeschicklichkeit angefertigten Papiere dort verbergen wollte. Es kann nicht fehlen,daß die Franzosen den Proceß gewinnen, wenn der allmächtige Einfluß des russi-schen Kaisers nicht stärker als die Wahrheit ist. Daß man sich in Konstantinopel,und namentlich in den fränkischen Vorstädten Pera und Galata viel mit dieserSache beschäftigt, ist natürlich; welche abenteuerlichen Gerüchte aber dort über denZweck der Verhandlungen im Umlauf sind, muß ick doch der Kuriosität wegenberichten. Gestern erzählte mir nämlich ein hier dieser Tage angekommener Konstan-tinopolitaner, wie eS dort Stadtgespräch wäre, daß der hiesige Banquier Baronvon Rothschild die Hand im Spiele hätte, und durch seinen Geldeinfluß Jerusalem erwerben, dort König der Juden werden, und im heiligen Boden seiner Väter ruhenwolle. Die Sache wäre dem Sultan schon ganz reckt, wenn der Kaiser Nikolausnur seine Zustimmung gäbe. Derselbe Konstantinopolitaner erzählte auch, wieneuerdings in der Aja Sophia (jetzt Moschee, früher Kirche der göttlichen Weisheit)zu KonstaNtinopel wieder Reparaturen gemacht wären. Die schönen Wandmalereien,die von den bilterfeindlicken Türken mit Tünche oder mit Mosaik und Arabeskenverdeckt wurden, haben sich mit der Zeit, namentlich am Gewölbe deS hohen ChorSwieder hervorgewagt und sind diesmal frei geblieben DaS Bild deS Heilandes undder heiligen Jungfrau blickt freundlich herab, und scheint dieß schon ein Anfangder Erfüllung der nicht bloß bei Christen, sondern auch bei Mohamedanern verbrei-teten Ueberlieferung zu seyn, daß die Aja Sophia wieder in eine christliche Kircheumgewandelt, und der Priester am Hochaltare die Messe lesen würde. Jene ebenerwähnte Bilderschen der Mohamedaner scheint, wie so manches andere Verbot deSKoran, allmälig zu erlöschen, wie denn z. B. im Bibliotheksaal deS SultanSsämmtliche Porttäte der Sultane sich befinden, und in den SalvnS der türkischenGroßen die Bilder der napoleonischen Thaten die Wände zieren. Auch das imKoran befindliche strenge Verbot des WeingenusseS wird von den türkischen Notabi-litäten wenig geachtet. Ueberhaupt greift die europäische Civilisation (wenn auchlangsam) immer weiter um sich, besonders seil dem Regierungsantritt deö jetzigenSultanS, der die alte Nationaltracht mit der europäischen vertauschte, sein Heerwesen

dem französischen nachbildete, seine Officiere auf die Ingenieurschule in Metz schickte,

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