Eilster «Jahrgang.
Sonntags-Beiblatt
zur
Augsburger PostZeitung.
21. December
^ 51
1851.
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R o m.
Der heilige Vater, Papst PiuSlX., hat unter dem 2l. November folgendeLnexeliea „an alle Patriarchen, Primaten, Erzbischöfe, Bischöfe und andere Ordi-narien, welche die Gnade und Gemeinschaft deS heiligen Stuhles besitzen", erlassen:
Papst PiuS IX. den ehrwürdigen Brüdern Heil und apostolischen Segen!Unser Herz erfreute sich im Herrn, ehrwürdige Brüder, und Wir dankten in tiefsterDemuth und Innigkeit dem allgütigen Vater der Barmherzigkeit und dem Gott allesTrostes, da Wir in Mitte unaufhörlicher und schwerlastender Bekümmernisse, die UnSdurch die so große Unbill der gegenwärtigen Zeitläufte von allen Seiten bedrängen,aus den meisten Eurer Berichte die reichlichen und freudevollen Früchte ersahen, welchedaS von UnS bewilligte heilige Jubiläum über die Eurer Sorge anvertrauten Völkermit Hilfe der göttlichen Gnade ergossen hat. Jbr habr UnS bemerkt, wie bei diesemAnlasse die gläubigen Bevölkerungen Eurer Sprengel im Geiste der Demuth und mitzerknirschtem Herzen wetteifernd in größter Anzahl zu den Kirchen strömten, um derBerkündung deS Wortes GotleS beizuwohnen, um, nachdem sie durch daS Sacramentder Wiedcrversöhnung den Schmutz ihrer Seelen abgewasche», zu dem göttlichen Tischehinzuzutreten und zugleich ihre heißen Gebete Gott , dem Allerhöchsten, nach UnsererMeinung darzubringen. Von daher begannen nicht Wenige, welche sich mit Hilfeder göttlichen Gnade aus dem Schlamme der Laster und auS den Finsternissen derIrrthümer, in welchen sie elend darniederlagen, empor geschwungen, die Pfade derTugend und der Wahrheit zu wandeln und eine heilbringende Lebensweise zu befolgen.AlleS dieses gereichte UnS zur höchsten Tröstung und Freude, die Wir, um das UnSvon Gott anvertraute Heil der Menschen tief besorgt und bekümmert, gewiß nichtsso sehr wünschen, und nichts Anderes Tag und Nacht in allen Unsern Wünschen undGebeten in Demuth Unseres Herzens von Gott verlangen, als daß alle Völker,Stämme, Nationen, welche auf den Wegen des Glaubens wandeln, Ihn täglichmehr erkennen und lieben und Sein heiligstes Gesetz emsig erfüllen und auf demWege beharren, welcher zum Leben führt.
Obwohl Wir aber, ehrwürdige Brüder, von einer Seite innige Freude empfin-den müssen, daß die Bevölkerungen Eurer Sprengel auS, dem heiligen Jubiläum großeGnaden geschöpft haben, so müssen Wir auf der andern Seite nicht geringen Schmerzfühlen, wenn Wir sehen, wie in diesen jammervollen Zeiten Unsere heiligsteReligion, so wie die bürgerliche Gesellschaft einen betrübten und Trauer erre-genden Anblick darbieten. Denn Niemanden auS Euch, ehrwürdige Brüder, ist eSunbekannt, mit welcher Arglist, mit welcher abenteuerlichen Verkehrtheit der Meinun-gen und mit welchen frevelhaften Umtrieben aller Art die Feinde GotteS und deSmenschlichen Geschlechtes zusammenwirken, um die Gemüther aller Menschen verwirren,
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