Ausgabe 
11 (21.12.1851) 51
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die Sitten verderben, die Religion, wenn eS je möglich wäre, allenthalben verdrän-gen, die Bande der bürgerlichen Gesellschaft zerreißen und sie von Grund aus um-stürzen zu können. Von daher die beweinenswürdige Verblendung des Geistes soVieler; der erbitterte Krieg gegen die allgemeine katholische Sache und gegen diesenapostolischen Stuhl; der abscheulichste Haß gegen die Tugend und die Ehrbarkeit;die Beehrung der verworfensten Laster mit dem Namen der Tugend; di-! zügelloseFrechheit, Alles zu sinnen, zu thun und zu wagen; die übermüthige Mißachtungjeglicher Regierung, Macht und Autorität; die Verspottung und Verachtung gehei-ligter Dinge, der heiligsten Gesetze und der besten Einrichtungen; die beklagenSwertheVerführung vor Allem der unbehutsamen Jugend; die pestbringende Seuche schlechterBücher unv von allen Winkeln herfliegender, daS Laster lehrender Schriften, Zeitun-gen und Blättlein; das tödtende Gift der G leichg i l ti g ke it (JndifferentiSmuS)und des Unglaubens; die Anstiftung ruchloser Verschwörungen; die Verachtung undVerhöhnung sowohl menschlicher, als göttlicher Rechte. Es ist Euch nicht verborgen,ehrwürdige Brüder, welche Beängstigung, welche Zweifel, welche Bedenklichkeit,welche Furcht die Herzen aller vorzüglich Gutgesinnten von daher bekümmert undbeklemmt, indem die schwersten Uebel auS privaten und öffentlichen Gründen zufürchten sind, wo die Menschen von der Richtschnur der Wahrheit, der Gerechtigkeitund der Religion elendiglich abfallen, schlechten und ungezähmten Leidenschaften fröhnenund alle Bosheit im Sinne führen.

Bei einer so großen allgemeinen Gefahr sieht eS Jedermann ein, daß wir alleunsere Hoffnungen einzig auf Gott setzen und heiße Gebete an Ihn richten müssen,damit Er die Reichthümer Seiner Barmherzigkeit über alle Völker gnädig auSgieße,und alle Gemüther mit dem Lichte Seiner himmlischen Gnade erleuchte, daß Er Sichwürdige, die Irrenden auf den Weg der Gerechtigkeit zurückzuführen und die auf«rührischen Absichten der Feinde zu bekehren, daß Er Allen die Liebe und FurchtSeines heiligen Namens einflöße und den Geist gebe, immer nur daS zu denken undzu thun, waS recht, was wahr, was keusch, waS gerecht und was heilig ist. Undda der Herr sanft, milde und barmherzig ist, und freigebig gegen alle, welche Ihnanrufen, weil Er auf das Gebet der Demüthigen sieht, und Seine Allmacht vor-zugsweise durch Schonung und Erbarmung offenbart, so laßt unS, ehrwürdige Brü-der, mit Vertrauen zu dem Throne der Gnade hinzutreten, damit wir Barmherzigkeiterlangen und Gnade und Hilfe finden zur rechten Zeit.Denn jeder, der bittet,empfängt, wer suchet, der findet, und dem Klopfenden wird aufgethan werden."(Malth. 7, 8.) Zuvörderst laßt uns dem Herrn der Erbarmungen unsterblichenDank sagen und mit den Lippen deö Jubels Seinen heiligen Namen preisen, da Erin vielen Ländern des katholischen Erdkreises Wunder Seiner Barmherzigkeit zu wir-ken Sich würdigt. Hernach hören wir nicht auf, einstimmig, von der gleichen Treuedes Glaubens, Festigkeit der Hoffnung und Inbrunst der Liebe beseelt, ohne UnterlaßGott demüthig und innig anzuflehen und zu beschwören, daß Er Seine heilige KircheauS allen Trübsalen errette, daß Er sie unter allen Völkern und in allen Erdtheilenvon Tag zu Tag ausbreite, vermehre und erhöhe, daß Er die Welt von allen Irr-thümern reinige, alle Menschen zur Erkenntniß der Wahrheit und auf den Weg deSHeiles in Seiner unendlichen Güte hinführe, daß Er die Geißel Seines Zornes, diewir für unsere Sünden verdienen, gnädig abwende, daß Er dem Meere und denWinden gebiete und Ruhe herstelle und Allen den heißerwünschten Frieden verleihe,daß Er Sein Volk errette nnd Seine Erbschaft segne, und sie zum Himmlischen leiteund führe. Damit aber Gott Sein Ohr unsern Gebeten um so eher leihe und unsereWünsche erhöre, erheben wir unsere Augen und Hände zu der heiligsten Gottes-gebärerin, der unbefleckten Jungfrau Maria, deren Fürbitte bei Gott die nächste, diekräftigste ist, welche mich unsere liebevollste Mutter, unsere größte Zuversicht, ja,der ganze Grund unserer Hoffnung ist, die erhält, um waS sie bittet, und niemalsumsonst bitten kann. Dann suchen wir auch um die Fürbitten sowohl des Fürstender Apostel nach, welchem Christus selbst die Schlüssel deö Himmelreichs übergeben