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Kenntniß schutzlos hingegeben sind. Welche reiche lohnende Ernte für Jene, die hierunter GotteS Beistand dereinst säen werden!
(Schluß folgt.)
Die katholischen Vereine und die Presse.
Ein Mahnruf von Fr. v. Florencourt. ^)
.... Die Verbreitung guter katholischer Bücher, oder, um cS allgemeiner aus-zudrücken, die Entwicklung und Organisation der katholischen Presseist ein Hauptpunct für die Thätigkeit der katholischen Vereine. Auf diesen Punctsind die katholischen Vereine durch das dringendste geschichtliche Bedürfniß entschiedenhingewiesen. Hier ist in der That eine gewallige Lücke, durch welche der Teufeleindringt in das Reich GotteS auf Erden, eine Lücke, für deren Ausfüllung vonSeite deS katholischen VereinswcsenS bis jetzt noch nichts Erhebliches und Durchgrei-fendes geschehen ist. Hier bietet sich ein reiches, unabsehbares Felv dar.
Vor Erfindung der Buchdruckerkunst konnten nalürlich solche Vereine, die hei-lend und werklhätig den Uebeln und Sünden der Presse entgegentraten, nicht ent-stehen, weil es damals noch keine Presse gab. Auch hat sich der ganze ungeheureEinfluß der Druckschriften erst nach unv nach in seinem jetzigen vollen Umfange ent-wickelt, und zwar in einer Zeit, wo das Leben der Kirche darniederlag, durch innereLauheit und durch äußere Beschränkung gehemmt wurde, während die Tendenzen deSUnglaubens und der Sünde in voller Blüthe standen. Daher die Erscheinung, daßder zerstörende Theil der Presse gegenwärtig ein so gewaltiges Uebergewicht gewonnenhat. Die Folgen liegen am Tage. Die Bücher und Zeitungen des Unglaubensund der Sitlenlofigkeit überschwemmen die Paläste, wie die Hütten; ihr Gift läuftin tausendfachen Canälen durch alle Adern der Gesellschaft. Millionen von Händen,Federn, Maschinen u. s. w. sind fort und fort beschäftigt, auf diese Weise den hei-ligen Glauben der Kirche und die sittlichen Gebote unseres Herrn balv direct, baldindirect, balv bewußt, bald unbewußt, auS den Herzen der Menschen zu verjagenund auszulöschen. Und bis jetzt hat das katholische BereinSwesen diesem gränzenlosenMißbrauche einer an sich nützlichen und zur Ehre GotteS dienenden Erfindung lhat-loS zugeschaut.
Hier werkthätig und durchgreifend zu helfen, ist in der That eine dringendgebotene, aber auch eine so schwere Aufgabe, daß man auf den ersten Anblick davorzurückschreckt Daß aber mit der Hilfe GotteS dem katholischen BereinSwesen nichtsunmöglich ist, das zeigt uns die Geschichte auch auf andern Gebieten. Es handeltsich namentlich darum, in Stadt und Land alle unkalholischen Biälter, von den groß-ten Zeitungen an bis zu den kleinsten Schmutzblättern herab, nach und nach zu ver»drangen, und andere wahrhaft katholische Zeitschriften an deren Stelle einzuführen.Dazu gehört erst eine genaue Ermittlung des ganzen unseligen Thatbestandes für denKreis, für welchen sich der Verein gebildet hat, also eine genaue Aufzählung allerderjenigen schlechten Blätter, die vorzugsweise in den einzelnen Orten sich eingebür-gert haben und vorzugsweise dem katholische» Leben Schaden thun. Diese Ermittlungkann der kalhvlischc Verein in die Hand nehmen, indem er dazu sachverständige Män-ner zu einer Commission wählt. Nachher läßt sich dann über die geeignetsten Wegesprechen, wie dem also bloßgelegten Uebel abzuhelfen ist, theils negativ, indem mandahin wirkt, daß alle solche schädlichen Erzeugnisse der Presse nicht mehr gehalten,gekauft und gelesen werden, theils positiv, indem man untersucht, waS dafür an dieStelle gesetzt werden kann. Dann wird eS auf Herbeiziehung der geeigneten Männer,auf Herbeischaffung der äußern Mittel sür die Gründung und Organisirung einersolchen katholischen Presse ankommen u. s. w. Wenn die Katholikenvereine sich diese
') Aus der Volkshalle.