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mung ins Daseyn gewiesen. „Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde" (1. Mos.1,1). „Er schuf die Himmel und spannte sie auS; er erhält die Erde und wasdarin sproßt; er gibt Odem dem Volke, das darauf ist, und Geist denen, die daraufwandeln. Er ist der Herr, daS ist sein Name: Er gibt seine Ehre keinem Andernund seinen Ruhm nicht den Götzen" (Js. 42, 5. 6. 8,). ^Die Himmel erzählen dieHerrlichkeit dieses GotteS, und das Firmament verkündet die Werke seiner Hände.Aon ihm gibt Zeugniß ein Tag dem andern, von ihm gibt Kunde eine Nacht derandern. Ueber die ganze Erde geht aus ihr Schall und bis an die Enden des Erd-kreises ihr Wort" (Ps. 18. 2. 3. 5.). Deßhalb rufen wir Christen freudenvoll auS:„Kommet, lasset unö frohlocken dem Herrn, jubeln Gott unserm Heilande, . .. dennein großer Gott ist der Herr und ein großer König über alle Götter. In seinerHand sind alle Gränzen der Erde, und die Höben der Berge sind sein. Sein istdaS Meer, denn er hat eS gemacht, und daS Trockne haben seine Hände gebildet.Kommet, lasset uns anbeten und niederfallen und weinen vor dem Herrn, der unsgemacht hat; denn er ist der Herr unser Gott und wir sind daS Volk seiner Weibeund die Schafe seiner Heerde" (Ps. 94, 1. u. ff.). Er hat unS gemacht, deßhalbgehören wir ihm, wie daS Gefäß dem Töpfer, der es gebildet hat. „Mache dich aiif,ruft Gott unS zu, und gehe hinab in des Töpfers HauS und merke da, was ich dirsagen werde. Und ich ging hinab in deS TöpscrS HauS und siehe, er arbeitete ebenauf der Scheibe. Und daS Geschirr, das er auS dem Thon machte mit seinen Hän-den, zerbrach: und er machte wieder ein anderes Geschirr daraus, so wie eS ihmgutdünkte, eS zu machen. Da erging daS Wort des Herrn an mich und sprach: . .. .Siehe, wie der Thon in deS Töpfers Hand, also seyd auch ihr in meiner Hand"..(Jer. 13, 2. u. ff.). „Und dieser Gott, Geliebteste, er ist nicht fern von unö, dennin ihm leben wir, in ihm bewegen wir unS, in ihm sind wir" (Apostelg. 17, 27. 28.).Wir können ihm Nichts verbergen: „Er ist ein Richter der Gedanken und Gesinnun-gen deS Herzens. Es ist kein Geschöpf vor ihm verborgen, AllcS ist nackt und offen-bar vor den Augen dessen, bei dem wir Rechenschaft zu geben haben" (Heb. 4, 12. 13.).Wir können seinen Augen und seinen Händen nicht entfliehen: „Wohin soll ich fliehenvor deinem Angesicht«? Steig ich gen Himmel, so bist du da; steig ich in die Hölle,so bist du da. Nehme ich Flügel von der Morgenröthe und wohne ich am äußerstenEnde deS MeereS, so wird auch dahin deine Hand mich führen, und deine Rechtemich halten. Und spreche ich: Vielleicht kann Finsterniß mich decken, so wird dieNacht zum Licht bei meinen Lüsten; denn die Finsterniß ist nicht dunkel vor dir, unddie Nacht ist hell wie der Tag. Du hast meine Nieren in deiner Gewalt, du nahmstdich meiner an von meiner Mutter Leibe her. Ich preise dich, daß du so schauerlichgroß bist: wunderbar sind deine Werke und meine Seele erkennt sie gar wohl"(Ps. 138, 7.).
Diesen schauerlich großen Gott erkennen, ist unS die wahre Weisheit,und nur durch die Furcht GotteS gelangen wir zu dieser Erkenntniß. Der Menschvermag zwar Vieles mit den natürlichen Kräften, die ihm Gott gegeben hat. Er istin die Geheimnisse der Naturwissenschaften eingedrungen. „Er hat erforscht den Ur-sprung der Adern deS Silbers und den Ort des GolteS, daS man schmelzet. Er hatden Eisenstein auS der Erde genommen und den Stein in der Hitze zu Erz geschmol-zen. Er hat die Finsterniß überwunden. daS Ziel aller Dinge erforscht und ist indaS Dunkel deS Steines und in die Schatten deS TodeS eingedrungen. Er hat dieErde mit Feuer unterwühlt, auf deren Oberfläche Brod aufging an seinem Orte.Er ist Wege gewandert, die kein Vogel kannte, noch daS Auge eines Falken schaute.Er brach Ströme durch Felsen und sein Auge sah waS kostbar war auf Erden.Auch die Tiefe der Flüsse erforschte er und brachte daS Verborgene anS Licht"(Job 23, 2. u. ff). So sprach schon der alte Dulder Job vor Jahrtausenden.
Und die Menschen haben seitdem fortgefahren, das Ziel aller Dinge zu erfor-schen, in daS Innere der Natur und ihrer Geheimnisse einzudringen und dennoch kön-nen wir auch heute noch mit Job fragen: „Aber die Weisheit, wo wird sie