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die Kirche bei der AuSspendung der Sterbsacramente vorgeschrieben hat, sondern oftunmöglich, die Beichten der Kranken in gebührender Weise zu hören, und das Sakra-ment der Buße, und noch mehr das anbetungswürdige Sacrament deS Altars sindbei solchen Gelegenheiten der Gefahr der Verhöhnung und Profanation ausgesetzt.
Mit Rücksicht auf diese Uebel, welche Wir hier nur kurz angedeutet haben,welche aber Unser Herz mit bitterm Kummer erfüllen, haben Wir die Ausführungdieses guten Werks den Vätern der Kongregation deS allerheiligsten Erlösers über-tragen, welche seit einiger Zeit die Seelsorge für die deutschen Katholiken in London haben, und Wir empfehlen sie dringend der Mildthätigkeit aller guten Katholiken,unv namentlich der der deutschen Bevölkerung in Europa , ihren Negierungen, undnamentlich ihren geistlichen Obern, damit sie durch vereinte Anstrengungen unverzüg-lich ein Werk beginnen können, welches im Verlaufe der Zeit unfehlbar mit demherrlichsten Erfolg gekrönt werden wird. Wir können in der That nicht daran zwei-feln, daß, da die teutsche Nation schon so berühmt ist durch ihre Frömmigkeit undihren Glauben, so auch ihre recht christliche Mildthätigkeit und ihr Eifer für die Ret-tung der Seelen und die Ehre deS Allerhöchsten sich glänzend bewähren wird in einerStadt, wo noch so viele Denkmale alter katholischer Wohlthätigkeit eristiren, diejedoch durch die unerforschlichen Rathschlüsse Gottes auf Andere übergangen sind,welche dieselben im Widerspruch mit den Grundsätzen und Absichten ihrer ursprüng-lichen Begründer verwenden. — London , 3. Jan. 18)2. — Nikolaus CardinalWiseman, Erzbischof von Westminster."
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Dem „UniverS" wird auS Rom geschrieben:
Alle Welt weiß, daß die Zahl der englischen protestantischen Geistlichen, diesich zum Katholicismus bekehrten, bereits sehr beträchtlich ist und tagtäglich zunimmt.Viele derselben wünschen ihr künftiges Leben ausschließlich dem Herrn zu weihen unddeßwegen in einen geistlichen Orden zu treten; die Mehrzahl ist aber nicht in derLage, jene theologischen Studien machen zu können, die nothwendig ihrem Eintrittsin den heiligen Aufenthalt vorangehen müssen. Einige sind an der Betreibung dieserStudien durch financielle Verlegenheiten gehindert; andere wieder wissen den Ortnicht zu finden, wo sie unter den unerläßlichen Garantien ihre wissenschaftlichenBemühungen und ihr Noviciat vollenden können. Ihre Antecedentien, die Vorurtheile,die ihnen von Jugend an beigebracht wurden, die Eigenthümlichkeit ihrer künftigenpriesterlichen Aufgabe, die sie in einem der Majorität nach protestantischen Landezu lösen haben werden, erheischen überdieß eine besondere, den Anforderungen ihrerIntelligenz und den Bedürfnissen der Bevölkerung, deren Lehrer sie eines TageS seynsollen, angepaßte Methode, da man nur unter solchen Bedingungen hoffen kann, sieeines TageS als würdige Arbeiter im Weinberge des Herrn alle jene Früchte erntenzu sehen, deren ihre erhabene Selbstverläugnung vollkommen würdig ist.
Um die heilige Lehre unmittelbar auS der reinsten Quelle schöpfen zu könnenbegeben sie sich in natürlichem, fast instinktmäßigem Antriebe meistens nach Rom .Aber auch hier ist für die Befriedigung der erwähnten Anforderungen bisher nurunvollkommen gesorgt. Sie müssen daselbst die öffentlichen Vorlesungen besuchen, diefür Zuhörer berechnet sind, die so zu sagen in einer katholischen Atmosphäre ausge-wachsen sind; sie sind ferner genöthigt, in Privathäusern oder Instituten Unterkunftzu suchen, die eine ganz andere Bestimmung haben und so mangelt ihnen sowohlvom Standpuncte der Intelligenz als dem der Frömmigkeit und der geistlichen Uebun-gen eine Unzahl nöthiger Dinge, woraus sich die Befürchtung ergab, sie würdenin jenem Momente, in welchem sie die priesterliche Weihe erhalten sollten, nur Neo-phiten im Glauben, und keineswegs geeignet seyn, die Fülle der Gaben deS heiligenGeistes aufzunehmen.