Ausgabe 
12 (27.6.1852) 26
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fischen Maurer hatten in allen Landen ihre Bundesgenossen; am französischen Hofewirkten in ihrem Geist und mit ihnen eng verbunden Graf Argenson, die DirnePompadour, der Herzog von Choiseul, welcher namentlich die Zerstörung deS Jesuiten -Ordens bewirkte; in Spanien hatten sie den Minister Pombal als Mitverschworenen,in Preußen arbeitete in ihrem Interesse Friedrich II., in Oesterreich Joseph II. , inRußland Catharina II. Kurz, es gab kein Land, wo sie nicht entweder die Fürsten oder ihre Räthe in ihren Sold nahmen. Natürlich ahnten die Fürsten nicht, daß siedaS Messer sich selbst an den Hals setzten; sie wollten den Preis der Aufklärung undwurden die Helfershelfer nicht bloß der kirchlichen, sondern auch der bürgerlichenRebellion. Sehr passend scheint hier, was ein Maurer-Haupt Louis Blanc inseinerGeschickte der französischen Revolution" hierauf bezüglich schreibt, indem erbemerkt:Obgleich die Freimaurer den am meisten mißtrauischen Regierungen einennicht geringen Schrecken einflößten, Clemens XII. in Rom sie in Bann that, dieSorbonne in Paris erklärte,sie verdienten die ewigen Strafen", so fanden sie doch,Dank dem geschickten Organismus ihres Ordens, in den Fürsten und Adeligen weiteher Beschützer als Feinde. Regierende Häupter, z. B. Friedrich der Große , faudenkein Bedenken, die Maurerkelle in die Hand zu nehmen und daS Schurzfell umzu-binden. Natürlich, da ihnen die Existenz der böhern Grade sorgfältig verschwiegenward, so wußten sie von der Freimaurerei gerade so viel, als man ihnen ohne Ge-fahr zeigen konnte. . . . . Und so geschah eS, daß die hochmüthigen Volksver-räther (so nennt der Maurer Blanc die Fürsten ) durch eine gerechte undmerkwürdige Fügung des Zufalls verleitet wurden, die geheimenPläne, die gegen sie selbst gerichtet waren, in ihren Schutz zunehmen und blindlings durch ihren Einfluß zu fördern" (ck. Eckert, pgF. 74 u. 75).Leider nur zu wahr; die Fürsten halfen die Religion untergraben, damit die Revo-lution ohne Hemmung die Könige würge! Ich bemerkte oben, daß dieser in den fran-zösischen Logen e nheimisch gewordene antichristliche Geist sich auch in andern LändernEingang zu verschaffen wußte. Man richt-: sein Augenmerk auf Deutschland , woProfessor Weishaupt zu Jngolstadt den von ihm gegründeten berüchtigten.INu-minaten-Orden dem Freimaurerorden einverleibte (Eckert 87). Welche Art Leutedurch diese Einverleibung die Freimaurerei in sich aufnahm, möge deS Kurzen erör-tert werden.

Weis Haupt, der daS Christenthum läutern und die ächte Humanität in dieWelt einbürgern wollte und daher vorschrieb:in seinen Bund passe nur, wer außerunzähligen schönen Eigenschaften, begierig sey, sich über alles niedrige Interesse hin.wegzusetzen, wer, wo eS um Wahrheit und Tugend zu thun se», sich über denBeifall des großen Haufens hinwegsetze," dieser Weishaupt war, wie gewöhnlich dieerbitterten Feinde deS positiven Christenthums, ein erbärmliches Subject. In einemseiner später von der bayerischen Regierung in Beschlag genommenen Briefe bekennter in Gefahr zu stehen, Ehre und Reputation zu verlieren, indem er in unlaulernVerhältnissen mit seiner Schwägerin gelebt und ist für seine Person nicht gegen dieverbrecherischsten Mittel, um seine Reputation zu retten (Eckert 83). Seit dieserVerbindung der Jlluminaten mit den Freimaurern ist in den Orden auch in Deutsch-land jener unchristliche Geist vollends eingedrungen, von dem ich schon in Artikel IProben geliefert. Und wenn dieser Geist offenbar ein verwerflicher ist, wie kann indem Orden ein Mensch verharren, welcher an der Göttlichkeit deS Christenthums fest-hält? Und wie darf ein Geheimbund geduldet werden, unter dessen Schatten sicherbitterte Verschwörer gegen jene heilige Religion seit lange verborgen, welche dochdie Grundlage des gesellschaftlichen Wohlergehens ist? WaS nützt eS den einzelnenOrdenSobern, wenn sie auch gegen diese Elemente Protestiren und sie als Mißbräucheschildern wollen, da sie den Mißbrauch nicht hindern und abstellen können? Daß einegroße Zahl der Mitglieder in diesem Geheimbunde nicht weiß, was sie thut und nureiner unschädlichen Brüderschaft anzugehören glaubt, ist wahrscheinlich; allein daß dieseunschädliche Brüderschaft" in ihrem jetzigen Zustande vom christlichen Standpunct aus