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für den christlichen Glauben, und gegen einS, gegen unsern ärgsten, gemeinschaftlichenFeind, den Unglauben. Mit Schmerz aber sehen wir sie alle Siege für sich inAnspruch nehmen und unsere Kirche ohne Siege und ohne Kämpfe, es seyen denndie, welche sie in sich selbst führt.
WaS ist es, fragen wir, was der katholischen Kirche so viele Siege vor derevangelischen voraus bereitet? Wir können dem Inhalte der katholischen Lehre nichtzugestehen, daß er eine schärfere Waffe für Kampf und Sieg gegen den Unglaubenabgebe, als die ächte lutherisch-christliche Lehre, ll?) ES überschritte wohl Raumund Gränze eines politischen Blattes, dieß weiter auszuführen; aber was uns naheliegt, worauf wir täglich verwiesen werden, das sind die Symptome der Regsamkeitder katholischen Kirche , ihr Verharren in schwierigen Kämpfen, ihre Festigkeit gegenPvbelgcschrei und bureaukratische Staatsallmacht, ihre bewunderungswürdige äußereDisciplin, ihre geschickte Benützung der Presse, ihr eroberndes Borschreiten auf allenGebieten der Wissenschaft, der Kunst, des Geistes. Blicken wir um unS in Deutsch-land: wo hätte die katholische Kirche sich an Recht und Macht etwas vergeben, wonicht kühn den Streit darum geführt, wo endlich, wenn nicht gesiegt, doch jemalsunterlegen?
Der Freimaurer -Orden in seiner wahren Bedeutung. 5)
IV.
Den Gräueln in Italien gingen die Nichtswürdigkeiten in der Schweiz voran.Auch hier waren es die Caroonari, welche den Unterdrückungskrieg organisirten,den tapfern Streiter für die alte Freiheit, Joseph Leu von Ebersol erdolchenließen. Daß die Maurerei hier mit dem CarbonariömuS gemeinschaftlich gehandelt,erklärt der belgische Minister Nothomb, welcher der Maurerei untreu geworden,indem er bekennt: „daß die Maurerei jetzt in Belgien in den Händen gewisser Män-ner zur mächtigen und gefährlichen Waffe geworden; daß der Aufruhr in derSchweiz seinen Ursprung den Machinationen der belgischen Logeverdanke; daß Br. Defaegz, Großmeister der belgischen Logen, im Sommer 13^4bloß aus dem Grunde eine Reise nach der Schweiz unternommen, um jene Bewe-gung vorzubereiten." Und an der Spitze der radicalen Armee, bemerkt Eckert, sahman im Kampf gegen die katholische Schweiz denselben General Dufour , der mitden spanischen Rebellen und Maurern, so wie mit dem jungen Europa Verbindungen pflegte. Noch verunreinigter erscheint die politische Unschuld der Mau-rerei, wenn wir unS nach England wenden. Der Minister Lord Palmer st onist General-Großmeister des gesammten FrcimaurerbundeS, und er gerade war eS, derdie erlangte politische Gewalt und Stellung nur dazu benutzte, um überall dieRevolution zu unterstützen. Unter seinem Schutz organisirte sich in London daSeuropäische NevolutionStribunal, wo die politischen Verbrecher aller Länder ihre Mord-pfeile gegen die Gesellschaft wetzten; während seiner Leitung der auswärtigen Ange-legenheiten rief ein Mitglied der englischen Gesandtschaft, Lord Minto , im öffentlichenTheater die Unabhängigkeit Italiens auS; der englische Consular-Agent Frenborndurfte einer Mazzinischen Gesellschaft in Rom angehören und zwar als Cassirer, dieden Tod des päpstlichen Ministers Rossi beschloß und vollziehen ließ, in Sicilien ließ Palmerston mit englischen Kanonen den Forderungen der Rebellen Nachdruckgeben; in Deutschland machte er Front gegen Oesterreich , das die Rebellion mitmächtigem Arm niederdrückte; nach Neapel sandte er in unnachahmlicher Frechheitdrohende'Noten, weil dort ein König den Muth hatte, seine Krone und sein Landgegen die Nachkommen der französischen Kopfabschneider zu behaupten. Man müßtedie Vernunft verloren haben, wenn man nicht einsehen wollte, daß dieser Groß-meister der Maurerei diese aufs äußerste compromittirt und hinlänglich Grund
-) Schles. Kirchen«.