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gegeben, ihre Unterdrückung allenthalben energisch zu bewerkstelligen. Gestehen jaMaurer selbst, daß der Orden zu den schrecklichsten Comploltcn, wie sie sagen, gemiß-braucht sey. So Blumenhagen, welcher (ek. Eckert p->g. 266) zuerst auf Frank-reich sehend, sagt, daß nie daö Maurerlhum so besudelt worden, wie dort 1793,„wo man in JacobiniSmuS und TerroriSmuS einen brudermörderischenEgalit6,einen bluttrinkenden RobeSpierre an geschändeten Allären daS schlachtendeBeil zum Meisterhammer machen und KönigSmorb »nd Gottesleugnung predigenhörte unv wo die Brüder in der Loge schon abgerichtet wurden, in einer schwar-zen Höhle daS Eisen in eine menschliche Puppe zu stoßen." Derselbewill auch nicht läugnen, „daß die Carbonori entartete Kinder der Maurereiseyen, daß ihre wildbewegten Logen dicht am Tempel der Maurerei erbaut wurden,wie der bittere Gallapfel wächst auf der edlen Eiche,"
Wir nahmen zuletzt daS Gcständniß des Maurers Blumenhagen entgegen,daß der mit Mord und Verbrechen befleckte CarbonariSmuS auf dem Maurerlhumerwachsen sey, wie auf der edlen Eiche der bittere Gallapfel. Dieß würde auchohnedem tein Mensch verkennen können; denn beiläufig gesagt, ein Blick auf denFreimaurer-Convent zu Straßburg im Jahre 1847 und auf die dort erschienenenPersönlichkeiten gibt dafür den sprechendsten Beleg. Hier war nämlich unter Andernder frechste GotteSläugncr und Socialist Ledru Roll in mil seinen Gesinnungs-genossen Proudhon , Blanc, von deutscher Seite Hecker, der großmäulige feigeAusreißer Herwegh , Rüge, der Rongeaner Blum, ferner Feuerbach, Simon,Slruve, lauter Namen, welche im Jahre 1848 aus der politischen Schaubühneauftauchten und die Revolution organisirten und ihr die Richtung gaben. Wie siesämmtlich Maurer waren, so auch die Koryphäen deS jungen Europa oder veSüber Europa ausgebreiteten CarbonariSmuS. Unsers Wissens hat man selbst inDeutschland auch nicht den leisesten Versuch gemacht, diese Brüder aus den Logenauszuschließen; im Gegentheil verblieb zwischen diesen und den gemäßigten Maurerneine freundliche Verbindung bestehen, wie der Besuch darzuthun scheint, welchen derangesehene Maurer von Gagern*) dem deutschen Socialisten-Chef Robert Blum in Leipzig gemacht haben soll. Man wird mir nicht Unrecht geben, wenn ich darausschließe, daß die Maurerei in Deutschland keineswegs rein geblieben ist von jenengefährlichen Elementen, welche in ganz Europa daS Recht der Revolution proklamirten.Daß dem wirklich so sey, mögen folgende Selbstbekenntnisse deutscher Maureraußer allen Zweifel stellen. In dem Taschenbuch für Freimaurer Asträa auf dasJahr 18Z3 von Friedrich v. Sydow liest man: „ES wäre unweise gewesen, inden offenen Kampf zu treten; durch Verbreitung von Freisinnigkeit und Unabhängig«keil mußte man allmälig daS Riesendenkmal zu untergraben fuchen, daS diese Ehr-süchtigen erbaut hallen. Im eigenen Schatten einer Autorität arbeitete die Manrereian dem großen ihr anvertrauten Werk." Daß hier die zahme Revolution verkünletwurde, geht auS der Fortsetzung hervor, wo eS heißt: „Auf euren Antrieb hat derhehre GeniuS der Unabhängigkeit daS Weltall durchzogen und alle Herzen entflammt;durch euch ist jener edelherzige Aufschwung, der freie Nationen macht, fortge-pflanzt worden; mit eurer Hilfe sind die zahlreichen Völker ihrer Ket-ten entledigt." Sodann wird gerühmt, daß „die glücklichen Umwandlnngen,welche den Völkern verfassungsmäßige Monarchieen gegeben, dem Einfluß der Maurereizuzuschreiben seyen." In demselben Taschcnbuche vom Jahre 1845 wird die Revo-lution gerechtfertigt, indem gesagt wird: „Wenn auch die Zerstörung alter Gerüstenach menschlichen Gesetzen strafbar ist, so wird damit doch dem ewigen Gesetze,welches in der Geschichte der Menschheit waltet, genug gethan/' Waö die letzteEndabsichl bei solchen Ansichten sey, verräth der genannte Blumenhagen, wenner ausruft: „Nur noch ein Jahrhundert schenke unS der Weltenmeister, bann sind wiram vorgezeichnctcn Ziel und die Völker suchen ihre Fürsten nur unter den