Ausgabe 
12 (11.7.1852) 28
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Geweihten." Wahrlich, der Ehrgeiz ist nicht gering und die Fürsten sollten euchauf die Finger klopfen; denn wenn die Völker sich ihre Fürsten unter den Maurernsuchen sollen, so müssen die Fürsten von GolteSgnaden offenbar erst beseitigt seyncS muß die Revolution tabula rs8a machen! Wir begreifen nach diesem, wie derevangelische Consistorialralh und Ordensbruder Dr. Gi eseler im Jahre 1848 ineiner Logen Festrede im Hinblicke auf die Ereignisse sprechen konnte:Wir begrüßendie äußere Freiheit, welche die Zeit zn gründen strebt, mit Freude und Hochgefühl"u»v vorher:Drei große Worte schallen jetzt durch die Welt: Freiheit, Gleichheit,Brüderlichkeit... Ist cS nicht der Geist unseres Bundes, welcher uns in diesentrei Worten entgegentritt? Ist eS nicht eben diese Freiheit, welche der Maurerüber Alles achtet? Ist cS nicht Gleichheit und Brüderlichkeit, welche stetS in unsernLogen geherrscht haben? ... ES hat der Geist deS Bundes die Schrankender Loge durchbrochen." Nun, ich denke, daS ist für den Orten und seinepolitische Unschädlichkeit sehr verfänglich, zumal der Maurer, Diaconus 11r. Fischer,am silbernen Jubelfest der Loge Apollo zu Leipzig unS noch tentlicher zeigt, inwelchem Verhältniß die Maurerei zu den neuesten Begebenheiten auf politischem Gebietstehe, indem er, eine große Autorität in dem Orden, fragt:Diese Demokratieaber, können Sie dieselbe anders bezeichnen, denn als Ergebniß,zu welchem unsere Kunst unter allen Umständen führen mußte undnoch ferner führen wird? Erschrecken Sie nicht, so fährt er fort, es ist eineFrucht, deren wir uns nicht zu schämen brauchen, in wie rauher Schale sie jetztauch vor uns liegt; ja sie ist unser Kind, unser edles hoffnungsreichesKind." Damit ciese Vaterschaft ja nicht übersehen werde, sagt auch der Logenmei-ster Dr. Fischer in der Fceim.-Ztg. 185l:Za, meine Brüder, die Demokratieist ein Kind der Maurerei und wir müssen sie anerkennen als unserK>nd, und unser Beruf ist eS, das Kind heranzuziehen zu allerWeisheit, Kraft und Schönheit" (ek. Eckert, pag. 260289). ES ekeltuuS a». noch mehr Zeugnisse abzuschreiben, welche alle insgesammt die Aushebungeines Ordens wünschenSwerth machen, der nach obigen Geständnissen der Religionund Monarchie offenbar sehr gefährlich ist, welcher unter geheimen ausländischen Obernsteht unv ihnen blindlings dienen muß, weil jedes OrrenSglied sich zum Gehorsameidlich verpflichtet, welcher in verschiedenen Ländern seit mehr alö einem halben Jahr-hundert die anerkanntesten Feinde der Gesellschaft, wie RobeSpierre, Proudhon , Maz-zini, Rvllin, Hecker u. f. w. zu Mitgliedern gehabt. Es kann nicdtS verfangen, wennman auf einige preußische Logen hinweisen wollte, welche eine mehr christliche Fär-bung beibehalten und unter einem geehrten Haupte stehen. Denn unseres Wissens istkeine Loge selbstständig und auch daö vortrefflichste Haupt derselben kann nicht ver-hindern, daß andere Tendenzen im Schauen des Geheimnisses gehegt werden, alS selbst besitzt, zumal Venturini und andere Maurer offen auSgejprvchen. daß mandie mächtigen Be>chützer keineswegs immer auch in die Geheimnisse des Ordens ein-weihe. Wo sich aber gefährliche Elemente im Orden verbergen, da hat die Erfah-rung gezeigt, daß die gemäßigten Männer in Zeilen großer Völkerkrisen immer unter-lagen. Bei der Aufhebung dieses OrtcnS leidet ohnedem das Gute keine Gefabr;denn eS tritt, wenn eS vorhanden, in die Oeffentlichkeit und wird Gemeingut, wasseine Bestimmung ist; wogegen ein Geheimbund, der sich mit seinen Tendenzen insDunkel verkriecht, immer ven ächtig scheint nach dem Worte der heiligen Schrift:Wer böse ist, hasset daS Licht und kommt nicht ans Licht, damit seine Werke nichtoffenbar werden."

Schließlich will ich, weil daS kirchliche VerwcrsungSurthcil deS Freimaurer ,OrdenS und die Ercommunication, welche seine Mitglieder trifft, manchen Leuten,seiest Katholiken, durchaus nicht einleuchte» zu wollen scheint, die authentischenDocumeute dieser päpstlichen Entscheidungen beibringen, damit alle Möglichkeit deSBezweiselnS abgeschnitten werde und Jedermann wisse, waö er von Katholiken, welcheFreimaurer sind, zu hallen habe.