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den alten Wegen zu wandeln heißt, eure Kinder zu erziehen, wie ihr selbst von eurenfrommen Eltern erzogen worden seyd. Unterstützet die Errichtung und Erhaltungkatholischer Schulen; bringt alle nöthigen Opfer für diesen Zweck; ersparet unsernHerzen den Schmerz, eine Jugend, die wir nach dem Beispiel unseres göttlichenMeisterS so sehr lieben, allen den Uebeln einer antikatholischen Erziehung preisgegebenzu sehen. Diese Uebel sind zu vielfältig, und zu offenbar, als daß wir nicht unsereStimme zu feierlicher Protestation gegen daS System erheben müßten, dem sie ent-springen. Indem wir euch die Erfüllung dieser Pflicht ans Herz legen, handeln wir'im Auftrage deö heiligen VaierS, der in seinem Rundschreiden vom 21. Novemberl85I alle Bischöse der katholischen Welt zur Sorge sür die religiöse Erziehung derJugend aufruft."
Die Bäter des Concils sprechen hierauf von dem Vereine der Verbreitung desGlaubens in folgender Weise:
„Unser heiligster Vater, PiuS IX. , hat ferner unserer Aufmerksamkeit, so wieder aller andern Bischöse der Welt, den zu Lyon in Frankreich errichteten Vereinempfohlen, welcher die apostolischen Missionäre in der Verbreitung deS Glaubensunterstützt. Auch ohne diesen Wink würden unsere eigenen Gefühle unS drängen,von diesem Gegenstande zu euch zu reden. Seit seiner Gründung vor dreißig Jahrenhat dieser Verein freigebig und ununterbrochen unsere Missionen unterstützt. Wennunsere Kirchen so schnell sich vermehrt haben, wenn unsere religiösen Anstalten undSchulen jetzt verhältnißmäßig zahlreich sind, wenn neue Missionen und neue Diöcesenin Mitten der schwierigsten Verhältnisse entstanden sind, so müssen wir anerkennen,der Gerechtigkeit und Wahrheit gemäß, daß, um diese Resultate zu erreichen, derVerein zur Verbreitung des Glaubens seine edelmüthigste und weiseste Mithilfe unsgeleistet hat. Wir fühlen die Verpflichtungen, welche wir gegen einen Verein haben,der mit den Fortschritten der Religion in allen Ländern so innig zusammenhängt, undwir ermähnen euch, seine Ausbreitung in euren Kreisen, dem Wunsche deö heiligenVaters gemäß, zu fördern, welcher den ganzen katholischen Erdkreis in gemeinschaft-licher Anstrengung vereinigt wünscht, um daS Evangelium ^llen Nationen zu bringen.Die Geringfügigkeit deö jährlichen Beitrages, den der Verein fordert, wird eurenübrigen LiebeSwerken nicht hemmend entgegentreten, und wir sind überzeugt, daßseine Ausbreitung bei unS die kostbarsten Segnungen GotteS über jene herabrufenwerde, die zu diesem guten Werke sich vereinigen."
Der Hirtenbrief empfiehlt sodann den Gläubigen Gehorsam gegen die weltlicheAutorität und Achtung vor den amerikanischen Institutionen und schließt mit Ermah.nungen an den KleruS, die Religiösen und die Laien, je nach ihren verschiedenenStandespflichten. (Schles. Kirchenbl.)
JohanneSwürmchen.
Sinnig bezeichnet das Volk in seiner kindlichen Sprache die leuchtenden Würm-chen, die in lauen Sommernächten in Wald und Flur erglühen, mit dem Namenvesjenigen, den der Herr ein brennendes und leuchtendes Licht nannte. — Monlalem-bert bedauert, daß wachsende Verbildung die lebensvolle, weil christliche AuövruckS-weise verdrängte, welche im Munde des Volkes die Natur zur Biloertafel der heili-gen Schrift machte. So erinnern in der Pflanzenwelt die Erstlinge der Natur als„Himmelsschlüssel" an den Sieg, den der Herr über den Tod errungen, da er unSdurch seine Auferstehung den Himmel wieder aufgethan; Schneeglocken helfen daSfreudige Gloria der Ostern einläuten. Und in königlichem Purpur leuchtet die Pfingst-rose zur Zeit der hehren Freude, da der Tröster in feurigen Zungen über die Häup-ter der Jünger niederschwebte. In dem der heiligen Jungfrau gewidmeten Monat
") W. K. I.