Iwalfter Jahrgang.
^onntags-Beiblatt
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zur
Augsbmger PostLeitnng.
i. August ^ I85S.
Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abouuementspreis5V kr,, wofür es durch alle königl. bayer, Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kann,
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Bericht aus Ehartnm.
Von dem apostolischen Provicar für Centralaftila, Herrn Dr. Knoblecher, istso eben nachstehender Bericht aus Chartum den 5. April, sammt dem Berichtdes Herrn Kociancic über die weitere Nilfahrt der „8t«zIIa matutina" von Dongola bis Chartum *), eingelaufen.
„Am 29. März erhielt ich noch vor Anbruch des TageS einen Bericht vomBord der „8tvIIa matutina", welche schon am Abend vorher in der Gegend vonKerari, wenige Meilen unterhalb Chartum, Anker geworfen hatte.
„Von dem ConsulatSverweser Herrn Dr. Reiz und einigen meiner Gefährtenbegleitet fuhr ich in einem kleinen Fahrzeug den Angekommenen entgegen. Nachzweistündiger Fahrt erblickten wir zwischen den weiten Sandbänken von Halfay dievon leichtem Wind schwellenden Segel einer Dasabie, aus Nord-West herannahend.In ihrem leichten majestätischen Gang über die sanst bewegten Wellen deö Nilsmochten wir die lang ersehnte „8tvIIa mstutina" erkennen. Die heimatliche Flaggeunseres Fahrzeuges ward aus der Ferne wahrgenommen und vom Bord des heran-segrlnden Schiffes mit Kanonensalven begrüßt. Nun zog eö die Segel zur Hälfteauf, und im schimmernden Glänze der strahlenden Morgensonne leuchtete der Stern,den wir aus dem Lager von Korosko mit wehmüthigem Blicke so lange begleiteten,bis er am Horizonte verschwunden war. In wenigen Minuten war es uns vergönnt,hocherfreut über glückliches Wiedersehen die wackeren Gefährten zu umarmen, vondenen wir unS vor vier Monaten und neun Tagen mit so schwerem Herzen getrennthatten. Ihre heitern, aber schwarzgebrännten Gesichter verkündeten den Muth unddie Aufopferung, womit sie unter Gottes unverkennbarem Schutze ihre schwierigeAufgabe zu losen wußten. Der stete Aufenthalt in freier Atmosphäre, die immerfortgespannte Aufmerksamkeit, die rastlose Thätigkeit hatte sie gegen die ungünstigen Ein-flüsse eines fremdartigen Klimaö geschützt, gegen Hitze und Entbehrungen abgehärtet.Alle sahen kräftig und gesund aus. Auch an der Schiffsmannschaft waren keinerleiSpuren der überstandenen mühevollen Reise wahrzunehmen; kein Einziger von allenden Schwarzen, die vor unserer Abreise von Kairo in unsern Dienst getreten waren,fehlte. Trotz der anstrengendsten Kämpfe mit Stürmen, reißenden Strömungen, zahl-losen Klippen, denen das Schiff in der langen Fahrt durch die Katarakten beständigauggesetzt war, hatte keinen eine Krankheit befallen, keiner auch nur an einem Fingersich beschädigt; der allgütige Gott hat mit allmächtiger Hand alle beschützt; wie Erdie eine Hälfte der Erpedition wohlbehalten durch die Wüste geführt hat, hat Erauch die andere so väterlich geleitet, daß man schwerlich eine afrikanifche Erpedition
') Aus welchem wir das Wesentlichste nachtragen werden.