Ausgabe 
12 (25.7.1852) 30
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der Liebling der Kinder geworden. Unter dem Segen des Bischofes begann der Zugdahin, den Herr Provisor Hörmann, der vorzüglichste und unermüdete BefördererdeS Werkes, mit einer Rede empfangen wollte, der aber in der Freude, nach langenMühen daS Ziel erreicht zu habin, einem der Schulmädchen eS überließ, die Schwe-stern im Namen der Kinder zu begrüßen.

So schloß dieses eilftägige Fest, ein Fest der Religion, deS SegenSZund desFriedens. Möge dieser Segen lange unS erhalten, auf unsere späten Nachkommennoch überliefert werden. Möge es wahr werden, was die Bürgerschaft am SchlüssedeS dem Hochwürdigsten Bischöfe überreichten Gedichtes sagte:

Daß der Mission geweckte Früchte

Fortwachsend froh uns führen zum Gerichte!!

Großbritannien .

Nach dem katholischen Almanach von Schottland für 1852 zählt man daselbst5 Bischöfe, 13V Priester, 100 Kirchen oder Kapellen, ferner über 40 Stationen, dieentweder regelmäßig oder gelegenheillich besetzt werden. Zur Bildung des Priester-standes besteht ein kathol. Kollegium im Lande in Aberdeen , mehrere außer Landes,wie jenes zu Rom, in Paris, zu Valladolid und zu RegenSburg . Es bestehen auchvier Klöster. Die Zahl der Katholiken schätzt man auf 150,000. die Mehrheit bildenjedoch Jrländer oder Abkömmlinge von Jrläudern.

In England schätzt man die Zahl der Katholiken auf 1'/2 Mill. Diese besitzen710 Kirchen ober Capellen, 17 religiöse Häuser, 62 Klöster und 1039 OrdenSpriester.Die Zahl der Priester vermehrte sich im abgelaufenen Jahre allein um 67.

China.

Einem Briefe deS katholischen Missionärs in Tong King, des Abb6S Taillander,an einen Geistlichen in Frankreich entnehmen wir Folgendes:

Auch hier haben wir Revolutionen und das arme annamitische Königreich hatviele Drangsale zu erdulden. Kaum war der Krieg mit den KombadschiS beendigt,als daS Königreich von der Cholera verheert wurde. Die Piraten verübten fürchter-liche Plünderungen, sie verschonten weder die königlichen Barken, noch die der Kauf-leute. Durch häufige Orkane, besonders in diesem Jahre, sind auf der See vieleUnglückliche mit all ihrem Hab und Gut zu Grunde gegangen und auf dem Landerichteten sie große Verwüstungen an. Im nördlichen Theile deö Königreichs Hausengegenwärtig chinesische und annamitische Räuberbanden, die täglich zunehmen undSchrecken und Verheerungen in den Provinzen verbreiten. Die königliche Armee ver-mag nichts gegen sie.

Da die Verfolgungen hier immer noch bestehen, so kann die Religion, obgleich ineinem ziemlich gedeihlichen Zustande, sich nicht so entwickeln, wie sie eS bei vollkom-mener Freiheit gethan haben würde. Es scheint, daß der König und die meistenMandarine nicht so wie ehemals die Christen hassen. Selbst in vielen Orten, wiein dem Districte, in welchem ich mich befinde, sind unS die Mandarine günstig.Sie suchen Bekanntschaft mit mir und den eingeborenen Priestern zu machen, aberda wir eS für rathsam halten, uns nicht zu sehr auSzusprechen, so sind wir sehrbehutsam, arbeiten im Stillen und vermeiden, ausgenommen bei außerordentlichenUmständen, jedes Aufsehen. Doch konnte ich dieses Jahr, unterstützt von sechs bissieben eingeborenen Priestern, geistliche Uebungen abhalten, die einen guten Erfolghatten. Der Zudrang war ganz außerordentlich. Die Mandarine wußten, waSwir thaten, und viele alte Sünder sind bei dieser Gelegenheit zu Gott wiederzurückgekehrt.___

Verautwortlicher Redacteur: L. Schöuche». Verlage-Inhaber: F. E. Kremer.