-inlls,^^ "fflLmÄ.
finden wird, welche in dieser Beziehung der unsrigen an die Seite sich stellen dürfte.Somit hatten wir hinreichenden Grund, des folgenden Morgens an Bord deö Schif-fes dem Herrn ein öffentliches Dankopfcr darzubringen, dessen Feierlichkeit dadurcherhöht ward, daß auf denselben Tag (30. März) die erste Jahresfeier der Eröffnungdes k. k. GeneralconsulateS für Centralafrika fiel.
„Die allerliebste Mariencapelle und daS ganze Schiff wurden, wie bei der Weihein Kairo , so auch bei dieser Gelegenheit, festlich geschmückt. Der 5. k. ConsulatSver-weser erschien bei dem Hochamte in der österreichischen StaatSuniform; unsere mitblauer Kleidung und rothen Binden angethanen schwarzen Neophyten, die hier anwe-senden Europäer, dann griechische, syrische und armenische Kaufleute, deren Zahl seitAufhebung der Monopole täglich sich mehrt, endlich koptische Christen fanden in denbedeckten und auf den offenen Räumen des Schiffes zahlreich sich ein, indeß eine bunteMenge der schwarzen und der weißen Bevölkerung der Stadt wie zu einem gemein-samen Feste sich versammelte und daS hohe, terrassenförmig ansteigende Ufer deö weißenStromes unterhalb des MissionSgartcnS in langen und dichten Reihen bedeckte.
„Das Erscheinen der „SwIIa matutina« hat, wie während der Reise allüberall,auf die Eingebornen und auf die machthabenden Türken einen tiefen Eindruck gemacht,dessen moralische Rückwirkung auf den Triumph des Christenthums in diesem fernenBinnenlande jedenfalls nicht so bald durch irgend ein erhebliches Ercigniß verdrängtwerden wird. — Die Eingebornen machen die naivsten Bemerkungen über daS Schiff;sie besingen dasselbe und sprechen eS offen aus, daß die egyptischen Eroberer seit derUnterjochung etwas so Schönes nie in daS Land gebracht hätten; indeß der tiefsinnigeTürke in Berücksichtigung des Umstandes, daß das Schiff eine bedeutende Strecke derKatarakten, namentlich diejenigen von Ober-Nubien, zur Zeit des niedrigsten Wasser-standeS, in welcher dieselben auch für kleine Fahrzeuge unbefahrbar gehalten werden,glücklich überschritten hat, den Schluß ziehen, nicht Menschenkräste hätten die Durch-fahrt bewerkstelligt, sondern daß eine höhere Macht, deren weise Anordnungen undunergründliche Rathschlüsse sie ebenfalls verehren und anbeten müssen, dasselbe mitunsichtbarer Hand geleitet und geführt habe.
„Durch den Verlauf von mehreren Tagen drängte sich Alles, Groß und Klein,Weiß und Schwarz, Alt und Jung herbei, um mir auf daS über dem Wasserschwimmende eiserne Schiff einen Schritt zu thun und wo möglich das schöne Bildder heiligen Jungfrau, dessen Ruf schon von den Katarakten her durch daS ganzeNilthal ihm vorangeeilt war, in der Schiffscapelle mit eigenen Augen zu sehen. Daich vernahm, daß hierbei die Leute überaus glücklich sich fühlten, gestattete ich Jeder-mann freien Zutritt. Alles eilte vergnügt von bannen, um Angehörige herbeizuholen,oder ihnen von dem Gesehenen zu erzählen; am Ende prieS man den Herrn dafür,daß daS Schiff Christen und nicht Türken gehöre, da man eS in diesem Falle sicher-lich nicht hätte besichtigen können.
„Gegenwärtig werden Anstalten getroffen, um das Schiff aufs Trockene zubringen. DaS dürfte jedoch auS Mangel an Winden und Hebgeschirren einigeSchwierigkeit verursachen. Auch müssen die Wunden, die eS während der Reise erhal-ten, geheilt werden. Zum Glück find sie unbedeutend. Auch find die eisernen Plattenan dem untern Theile des Schiffes, die durch Sand und Steine abgerieben wurden,wieder zu übertünchen. Ist dieses bewerkstelligt, dann wird die „„Stell» mswrina""mit der Rückkehr des Nordwindes im künftigen November die weitere Fahrt auf demklippenfreien Basar el Abiad antreten und die Missionäre an den vierten Grad nörd-licher Breite zu den Bari -Negern bringen, wo wir die nächste Hauptstation zu grün-den hoffen.
„Ich habe bei der Rückkehr der hiesigen Elfenbein-Erpedition befriedigende Nach-richten über unsern Missionär Don Angelo Binco, der unter den Bari -Negern bereitsein volles Jahr zugebracht hat, erhalten. Er ist der erste Weiße, welcher in so wei-ter Ferne unter den Schwarzen, deren unbestimmte Gerüchte die Weißen als Men-schenfresser verschreien, allein sich niederzulassen gewagt hat. Ich erwartete Nachrichten'"5 iiz'.nm mtzr»«K»» »stchmmstW »«? «« tmpnm r^