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von ihm nicht ohne einige Besorgniß; da er aber, durch die Erfahrung von unsererersten Reise belehrt, nicht mehr in Gesellschaft Anderer dahin sich begeben hatte, sowar kein Grund vorhanden, daß der Bari-König Nigila, der schon bei der erstenErpedition sein Vertrauen unS zuwendete, denselben nicht mit Freuden aufgenommenhätte. Don Angelo stellte sich vor Allem die Aufgabe, die Sprache, die Sitten, dieTugenden und Untugenden der Bari kennen zu lernen, den Landstrich, den sie bewoh-nen, nach allen Richtungen hin in Augenschein zu nehmen. Er bemühte sich, dasVertrauen uud die Achtung der Eingebornen zu gewinnen, dieselben auf den BegriffdeS allein wahren Gottes, auf den Unterschied deS Guten und deS Bösen zu leiten,vie mit der Verderbtheit der menschlichen Natur und dem Aberglauben eingewurzeltenLaster zu rügen. Nachdem die Nachricht von seinem Aufenthalt unter den Bari beiden Nachbarstämmen in der Runde sich verbreitet, erschienen von verschiedenen SeitenDeputationen, um mit eigenen Augen sich zu überzeugen, ob der sonderbare Fremd-ling wirklich eine weiße Haut und einen Bart habe. Namentlich lobt er den von demBarigebiet in einer Entfernung von drei Tagereisen gegen Osten an den Ufern einesmit dem Basar el Abiad nach Norden parallel laufenden FlusseS (Sowbat?) wohnen-den Bari -Stamm, welchen er auf Einladung hin selbst besuchte, und wo er nachmanchen glücklich überstandenen Gefahren, denen er auf der Reise dahin begegnete,eines erwünschten Empfanges sich zu erfreuen hatte.
„Ich bedaure sehr, mit der eingetroffenen Expedition von Don Angelo nur einengedrängten Bericht erhalten zu haben, somit nicht im Stande zu seyn, über diese,allein dem Namen nach bekannten Stämme nähere Auskunft geben zu können. Alleinda ich mit der Expedition im November die neuen Missionäre selbst dahin zu begleitenund einige Monate dort mich aufzuhalten entschlossen bin, hoffe ich, so mir der HerrLeben und Gesundheit schenkt, nach meiner Rückkehr im Stande zu seyn, über dieobern Aequinoctial-Gegenden deS Basar el Abiad und die daselbst wohnenden Stämmeeinläßliche Berichte einsenden zu können." (D. V.-H.)
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Ein noch gewichtigeres und vollgiltigeres Zeugniß liegt in der raschen Verbrei-tung dieser Gesellschaft durch alle Länder und alle Erdtheile. Ueberall bilden dieZöglinge cku 8gcr6 Loeur die Zierde der Gesellschaft, und begründen sie, waS weitmehr ist, das Glück der Familien. Schrieb doch erst kürzlich ein Bischof aiiS denVereinigten Staaten Amerikas - „Unsere glücklichsten und zugleich liebenswürdigstenMissionäre sind die Zöglinge der vames clu 8sor6 Loeur. Wir schätzen unS glück-lich, bereits sechzehn Häuser dieses Ordens in unserm früher in katholischer Bezie-hung so kalten Nordamerika zu besitzen." Diese englisch -amerikanische Anerkennungliefert zugleich den Beweis, daß die häusliche Erziehung keineswegs vernachlässigtwird, da, wie bekannt, auf häuslichen Sinn und verständige Wirthschaftlichkeit nir-gends so großer Werth gelegt wird wie in Nordamerika . Hiezu kommt dann nochjener seine Anstand, welchen den Zöglingen Niemand so gut zu verleihen weiß alsdie französischen Damen höherer Abkunft. Die Einwirkung auf jene ist aber stetsfrei von gebieterischer Ueberlegenheit, unter welcher ihr Nationalcharakter leiden könnte.Dieß rührt daher, daß die in England, Spanien, Italien gegründeten Häusergrößtentheils mit Frauen aus den betreffenden Ländern besetzt sind, die, durch einigeJahre in Frankreich gebildet, als Colonistinnen in dieselben zurückkehren.
Wie die Oberhäupter der Kirche dem Orden seit seiner Anerkennung ihre Gunstzugewendet haben ist berührt worden. Er hat einen Cardinal als Protector, dermit der Liebe eineS Vaters über Aufrechthaltung der innern Ordnung und über dessenäußere Interessen wacht. Vorigen Sommer waren die Stifterin und Assistentinnen