durch mehrere Monate m Rom versammelt, und es stellte sich dabei zu allgemeinerBefriedigung heraus, daß unter der so ansehnlichen und weit verbreiteten Gesellschaftin Geist und Form die schönste Uebereinstimmung herrsche. UnS Deutschen aber mageS besonders werth seyn, zu wissen, daß auf die Abfassung der Ordensconstitution dieEinsicht und der apostolische Eifer des hochwürdigstcn Herrn ErzbischofS von München,damals Rector des Kollegiums der Propaganda, einen besondern Einfluß geübt hat,wie er denn auch seitdem der Gesellschaft mit stets gleicher Liebe zugethan gebliebenist. Auf seinen Rath ist eS geschehen, daß auch in Deutschland , wo immer diepolitischen Zustände es gestatteten, Häuser der vames clu 8svr6 Loeur errichtet wurden;so im Siebengebirge, unfern von Bonn .
Die Feinde der Kirche, die Widersacher jeder auf religiöser Grundlage ruhen-den Erziehung, ob nun dieselbe der männlichen oder der weiblichen Jugend zu Theilwerden soll, erheben immer noch ihr altbekanntes Feldgeschrei: Jesuiten . Mitdiesem bemühen sie sich auch die Vgmk8 clu 8ger6 Loeur abzuwehren, indem sie eineenge Beziehung derselben zu jenen, wohl gar eine Abhängigkeit von ihnen den Un-wissenden und Leichtgläubigen vorspiegeln, gerade wie solches vor einigen Jahren andem Reichstag der hohenzollern-sigmaringischen Nation in Betreff der barmherzigenSchwestern vorgespiegelt worden ist. Die Beziehung der vsmes äu 8sor6 doour zuden Jesuiten besteht aber bloß darin, daß beide organisch dem Gesammtkörper derKirche eingefügte Gljeder sind; daß beide, je nach ihrer Eigenthümlichkeit, in derKirche, durch die Kirche und für die Kirche bestehen; endlich daß beide in solchemSinne einen segensreichen Einfluß auf daS heranwachsende Geschlecht, auf die Zukunftund auf die Gesellschaft nehmen; in allem Uebrigen stehen die vames <lu 8sere (üoeurund die Jesuiten außer jeder Beziehung zu einander. Das war freilich für denschweizerischen Radikalismus der bequemste Vorwand, im Jahre 1847 auch jene ausdem Kanton Freiburg zu verjagen, ihr HauS zu plündern, ihr Eigenthum zu stehlen.Wer aber in jedes noch so alberne Mährchen, welches seiner Geistesbeschränkungoder seiner HerzenSverirrung zusagt, Häuptlings hineinrennt, der wird an der Blind-gläubigkeit gegen dasselbe nicht beirrt durch die Thatsachen, daß die noch lebendeStifterin der vsmes äu 8scr6 Loeur auch ihre Generaloberm ist, daß sie einenOrdenSrath um sich hat, daß jedes HauS unter der Autorität des DiöcesanbischofSsteht, daß von diesem der Beichtvater gewählt oder wenigstens bestätigt wird.
Noch ist zu bemerken, daß hin und wieder ErziehungSinstitute sind gegründetworden, deren Unternehmerinnen und Leiterinnen durch Ähnlichkeit der Benennungmißbeliebige Verwechslungen veranlaßt haben. So haben sich kille« du 8aere Loeurzusammengethan, die aber mit den Vgme5 äu 8ser6 Loeur nicht dürfen verwechseltwerden. Jene, größtentheils den untersten Ständen angehörend, sind der Leistungenin der feineren Erziehung, wodurch diese überall sich auszeichnen, nicht so fähig.Letztern aber ist durch die minder befriedigenden Erfolge der andern die Verwechslungnachtheilig geworden. Eben so ist die in Frankreich viel verzweigte 6v5 8aer6sLoeurs clv Mrio et 6e 5esus (von ihrer Stifterin ?i6pu8ierinks genannt) von denvsmes ciu 8sore Loour durchaus verschieden. Auch Jene sind nicht im Stande, einevollendete Erziehung zu geben wie diese; dazu fehlt ihnen auch noch die ApprobationdeS heiligen Stuhles, fehlt ihnen das feierliche Gelübde, waS jene nach dem fünftenJahre der Profeß ablegen: sich ausschließlich, unverdrossen und kraft deS heiligenGehorsams in jedem Lande der Erziehung zu widmen.
Wenn wir sehen, wie gegenwärtig Preußen Alles anwendet, um Häuser dervümes 6u 8ser6 Loeur in seinen Städten entstehen zu sehen, wie eS ihnen Lokali-täten anbietet, sie dazu zu vermögen, wie jede Stadt Nordamerikas sich beglück-wünscht, sobald in ihrer Mitte eine solche Anstalt entsteht; wenn wir bedenken, wieschmerzlich es den deutschen Mitgliedern des Ordens fallen muß, sowohl ihre Sub-jecte als ihre Ersparnisse entweder in dieses Land oder nach Holland wandern zusehen; wenn wir endlich erwägen, wie jedem Besonnenen die Nothwendigkeit sichdarstellen sollte, daß auch in Oesterreich ernstlich Bedacht darauf genommen werde,