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die Erziehung der weiblichen Jugenr vorerst der höhern Stände wieder aus jenenFelsengrund ächt christlichen Bewußtseyns zu bauen, sollte dann nicht denjenigenAllen, welche vorzugsweise im Stande sind, hiefür zu wirken, der Gedanke naheliegen, einer Gesellschaft, die bereits so glänzend sich bewährt hat, mit allen denSegnungen, die in ihrem Gefolge sind, da oder dort in der Monarchie eine Wir-kungsstätte zu bereiten? Könnte es je genugsam wiederholt werden, daß die gesicherteZukunft der Staaten und der Gesellschaft einzig und allein durch die Rückkehr zueiner wahrhaft christlichen Erzichung bedingt ist? Würde mit einer solchen vorerstnur ein größerer Theil der weiblichen Jugend, als bisher geschehen konnte, beglückt,dann nur dürfte, wenn auch langsam, doch unfehlbar, eine Regeneration durch denGesammtkörper sich Bahn machen. Fraget (um bloß deutschredende Landstriche zunennen), fraget treu besorgte Eltern darum, waö sie in Heranbildung ihrer Töchterden vsmes clu Saers t!oour zu verdanken haben? und die beglaubigtsten Zeugnissewerden euch in Menge entgegenkommen.
Um irgendwo zum Wohl der Familien wirken zu können verlangen die vsmosclu 8svr6 Loeur nichts weiter als die Bewilligung hiezu und daS Vertrauen derEltern, für alles Uebrige sorgen sie selbst. Schreiber dieses kennt ihr HauS zuKinSheim; es ist ein ansehnliches, weitläufiges Gebäude, von geschmackvoll ange-legten, ziemlich ausgedehnten Gärten umgeben. Sein Bau, die Erwerbung dcS in- dortiger Gegend theuren Gebäudes mag den Aufwand von nahe einer MillionFranken erfordert haben. Der hochwürdigste Bischof von Straßburg versicherte, dieDamen hätten seinen Vorgänger einfach um Bewilligung zur Niederlassung gebeten;dieser habe sie gewährt; nun stehe die Anstalt da, Niemand kenne die Mittel, durchwelche sie zu Stande gekommen sey, aber daß sie der ganzen Gegend zu mannigfachemSegen diene, darüber herrsche nur eine Stimme. (W. Z.)
Die Mission in Elltnge».
5 Ellingen , 22. Juli. Empfangen Sie nachträglich einen zwar kurzen aberder Wahrheit treuen Bericht über die Mission, welche unS Gottes Erbarmung vom11. bis 2V. d. M. gewährte durch jene vier ehrwürdigen Väter aus dem Orden derGesellschaft Jesu, von welchen bereits auch in Jngolstadt und Neumarkt in der O^er-pfalz mit so unermüdetem Eifer und rastloser Hingebung für daS Heil der unsterb-lichen Seelen gearbeitet worden. SamStag den 17. Juli Abendö 7 Uhr kamen siein Begleitung des hochwürdigen Herrn DomcapitularS und GeneralvicarS FrieS hieran. Eine Menge Volkes stand vor dem Pfarrhause, um „die ausländischen Geistlichen"heute wenigstens noch zu sehen, da ein unerwartetes, ja ein unerwartetes Hinderniß *)nicht vergönnte, sie heute auch noch zu hören. Sonntags um halb neun Ubr, nach-dem die theilnehmenden Pfarreien Stopfenheim,^ Pleinfeld und Fiegenstall in Processionangekommen waren, wurden die Missionäre vom gesammten anwesenden Klerus mitKreuz und Fahnen auS dem Pfarrhause abgeholt; angekommen bei dem mit leben-digen Blumen reichlich geschmückten Hochaltare, hielt Herr Generalvicar an daSversammelte Volk eine rührende Anrede, ermächtigte sodann die Missionäre durchUeberretchung der Stole, des Sinnbilds priesterlicher Gewalt, zu ihren bevorstehen-den Arbeiten auf der Kanzel und im Beichtstühle, worauf deren Superior PaterFriedrich KrupSki die Kanzel bestieg und das dichtgedrängte Volk vom Ziel und Endeder Missionen belehrte. Nach dieser Einleitungspredigt war levitirteS Hochamt, welchesHerr Generalvicar celebrirte. Gleich darauf predigte der Liebling der MissionSstationen,Pater Theodor Schmude, klein von Person wie Konstantinopels „goldner Mund",aber eben auch ein großer Redner, und er handelte über die Bestimmung des Men-schen, über des Christen eigentliches Woher? und Wohin? Wahrlich eben so viel
*) Ein Rescript der königl. Regierung von Mittelftanken, eingelaufen am tS. Juli, versagtedie Genehmigung der Mission. Tags daraus aber kam Genehmigung.