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durch die Hauptstraße EllingenS, von der Pfarrkirche bis zum Rathhause. WelcheUeberraschung! Beim Heraustritte aus dem Hause des Herrn lachten an den Häusernfrische Birken, von den Giebeln flatterten Hunderte von Wimpeln in den LandeSfarben,die Landwehr bildete Spalier und hinter derselben beteten die Gläubigen ohne Unter-laß: Hochgelobt und gebenedeit sey das heiligste Sacrament des Altars, und fielenauf die Kniee, sobald der Bischof mit der Monstranz sich näherte, vor welcher weiß-gekleidete Mädchen immerfort Blumen streuten.
Auf die Procession folgte der ambrosianische Lobgesang, daraus eine DankrededeS hochwürdigen Generalvicars an die Gläubigen für ihre Theilnahme, an dieMissionäre für ihre Bemühungen, endlich der päpstliche Segen durch den P. Superior,dessen letztes Wort, das schöne katholische Vale war: „Gelobt sey JcsuS Christus!"welches die tiefergriffene Versammlung kaum erwidern konnte mit dem eben so schönenVersikel: „In Ewigkeit. Amen."
So endigte die Mission in Ellingen. Gott , von dem allein das Gedeihen kommt,verleihe dazu seinen Segen.
Rechenschaftsbericht des Marienvereins für die Mission in
Wien , 2l). Juli. Der erste Rechenschaftsbericht des MaricnvereinS für dieMission in Centralafrika hat bis zum 1. März des laufenden Jahres eine Einnahmevon 25,666 fl. ausgewiesen. Zu diesen kommen noch 15,350 fl. hinzu, die demHrn. Knoblecher von den Gebern direct sind zugestellt worden, als in Wien 7100 fl,,in Krain 415l) fl., in Oesterreich, Tirol und der Lombardei 1266 fl.. in München 2100 fl., in Rom 800 fl. Für Reisekosten, Provisionen, den Ankauf der Stell»mstulins, für die Erwerbung eines Gartens in Chartum von 4600 II! Klaftern zurGründung des Mädcheninstituts (1500 fl.), dann für HauSreparaturen und Wirth-schaftSkosten in Chartum hatte er bis Anfangs April 23,637 fl. verwendet. Dieeinlaufenden Gaben entheben aber die Mission jeder Geldverlegenheit, durch welchedie unverdrossenste Thätigkeit müßte gehemmt werden. Seit der letzten Rechnung-legung sind dem Comite deö Marienvereins wieder ansehnliche Beiträge zugegangen.Obenan steht die Diöcese Briren, deren würdiger Bischof den glücklichen Gedankenhatte, die Sammlung für Centralafrika mit dem Jubiläum in Perbindung zu setzen.Dadurch ist es ihm möglich geworden, nahe an zehntausend Gulden nach Wien senden zu können. Auch die Beiträge der Erzdiöcese Salzburg sind ansehnlich, siebetragen über 4000 fl. AuS der Diöcese Linz sind wieder zweitausend Gnlden ein-gegangen, eben so viel aus Trieft. Die lombardischen BiSthümer, die in der erstenRechnung noch nicht erscheinen, haben sich gleichfalls mit ansehnlichen Gaben einge-stellt. Es ist zu hoffen, daß der apostolische Eifer unserer Missionäre fortwährendauf den LiebeSeifer der Gläubigen zurückwirken werde. (D. V.-H.)
Aegyvten.
Der hochwürdige genuesische Priester, Abb6 Olivieri, setzt nach wie vor uner-müdlich seine Thätigkeit bezüglich des Ankaufes heidnischer Mädchen fort, die er demChristenthum« zuführt. Nachstehendes, von ihm auö Alerandrien vom 19. MaidatirteS Schreiben, daS die „Bilancia" veröffentlicht, enthält sehr interessante Detailsund zwar sowohl über diese heilige Aufgabe, als auch über die religiösen Zuständein der ägyptischen Hauptstadt:
„Morgen werde ich mich nach Marseille einschiffen; ick führe fünfundzwanzigkleine Maurenmädchen mit mir; mit Ausnahme zweier, von denen eine zwei, dieandere vier Jahre alt ist, sind sie sämmtlich im Alter zwischen sechs und zehn Jah-ren. Ein zehnmonatliches Kind, dessen Mutter ich nicht loskaufen konnte, mußte ich