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wn oberhalb des Katarakten, wo der Strom sich theilt. Bei zweihundert Schrittenweiter hinaus kamen wir in die Strömung, das Seil war schlaff, die Strömung rißdaS Schiff mit sich, das Seil entwischte den Ziehern, und nun drehte sich jenes undwurde mit aller Gewalt gegen einen FelSrücken getrieben, an welchem der gefährlichsteGtromwirbel des ganzen Katarakten sich zeigt. Die Gefahr war augenscheinlich, Allebestürzt, als plötzlich das Schiff in der Mitte der Strömung in geringer Entfernungvon dem gefahrdrohenden Felsen wie gebannt stehen blieb. Alles staunte; eine höhereHand hatte eS gehalten. Unter Freudengejauchze eilte Jeder, daS RettungSscil aus-zuwerfen, um das Schiff aus der Strömung an das Ufer zu ziehen; Alle strengtenaufs Aeußerste sich an, um jene zu pafsiren.
An der Gränze von Dongola , am 3. Februar, hoffte ich einen ReicS nebst denschriftlichen Befehlen für die Zieher zu finden. Nichts war vorhanden. In dieserkritischen Lage erschien ein Melek, welchen der Ruf: „ein Schiff kommt", herbeigelockthatte. Dieser versprach, für Alles zu sorgen. Der Mann hielt auch Wort. DieStrömungen von Umboterka wurden somit ohne Schwierigkeit durchfahren, die Zieherkamen und gehorchten ohne Zuschrift, auch der Schellal Gjemel machte kein Hinder-niß; ich glaubte, es könne nicht anders, als gut gehen, als des Nachmittags vom4. Februar daS Schiff aus bloßer Nachlässigkeit in eine Krümmung an einer kleinenStrömung bog, die dessen Bordcrtheil an das rechte, daS Hintertheil an das linkeUfer drängte, dieß so fest, als wäre eS angewachsen, zugleich aber als Sperre daSWasser staute. Ich durchblickte die Gefahr, befahl drei Matrosen, das Steuerruderzu heben, aber bevor sie an die Arbeit sich machen konnten, schwankte das Schiff unddas acht Centner schwere eiserne Ruder war entzwei. Ohne rasches Handeln wäredie Hälfte der Matrosen, wie sie nachher selbst gestanden, davongelaufen. Ich ließeilendS die Schiffsschmiede aufschlagen. Erst aber mußten Hämmer geschmiedet wer,den, da unter der langen Fahrt die meisten verschwunden waren. Die Einen brann-ten Kohlen (die aber nicht ausgiebig genug waren), Andere hämmerten, die Matro-sen zogen abwechselnd den Blasbalg. Der Wind wehte und wirbelte den Staub auf,daß man kaum auf dem Eisen die Hitze sehen konnte. Um die mächtigen Stückeschweißen zu können, war aber daS Feuer nicht stark genug. Der Versuch deSLöthenS wurde gemacht; dieser ging nicht rasch von statten; das Ruder blieb gebro-chen, wie zuvor. Zuletzt rief ich: Heute noch muß das Ruder fertig sey», morgen' gilts die Fahrt. Die abgebrochenen Theile wurden nun festgenietet, und bevor dieSonne sank, verklangen die letzten Hammcrschläge; das Ruder war mit festen Ringengebunden. Drei Tage hatte in der dachlosen Werkstätte am Rande der Wüste dieRiesenarbeit gedauert.
(Fortsetzung folgt.)
Zum BonifaeiuSverein.
AuS dem Ausweise des Generalvorstandes vom BonifaeiuSverein entnehmen wirFolgendes- Seit der Gründung des Vereins im Herbste 1349 bis zum Schlüsse desJahres 1851 betrug die gesammte Einnahme 22,419 Thaler, 23 Silbcrgroschen,von welcher Summe 1462 Thaler, 23 Silbergroschen beim Generalvorstande zuPadcrborn eingingen, die übrigen 20,957 Thaler bei den Diöcesan-Comii^: Cöln,Münster, Paderborn, Trier, BreSlau, Freiburg, Fulda, Limburg (Nassau), Mainz ,Roltenburg, Luxemburg und Linz . Die Ausgaben beliefen sich in Summa auf13,819 Thaler, 28 Silbergroschen, wovon auf Unterstützungen verwendet wur-den in Summa 12,186 Thaler, 9 Silbergroschen, und zwar für die Diöcese Cöln:zur Errichtung von Schulen und Kirchen auf 50 Stationen, und somit bleibt nunnach Abzug der Ausgaben von den Einnahmen mit Ende des Jahres 1351 ein Cassa-rest mit 8599 Thaler, 25 Silbcrgroschen, wovon sich 901 Thaler, 19 Silbergroschenin der Cassa des Generalvorstands befinden, der übrige Theil in den Cassen derbetreffenden Diöcesan-Comitös, unter welchen auf Münster die größte Summe kommt