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sammentreffen der Umstände eine Anordnung der Vorsicht. Auf dem Wege zur Richt-stätte hatte der Neger nachgefragt, ob kein Pastor da wäre, oder ob Niemand kommenund mit ihm beten möchte. Diesem letzten Wunsche des Sterbenden hatte Niemandentsprochen, und in demselben Augenblicke erschien der wahre Diener der Kirche Gottes,um ihm die Thore des Himmels zu eröffnen. O der offenbaren Macht deS Gebetesbei demjenigen, der gesagt hat: „Bittet, und ihr werdet erhalten, klopfet, und eSwird euch aufgethan." Ein Schuldiger offenbart nur seine Absicht, beten zu lernen,und vor diesem einfachen Wunsche öffnet Gott die Schätze seiner Gnaden, und kausteine schuldvolle Seele von den schrecklichen Peinen der Hölle los. (Bl. a. Tir.)
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Urtheil eines Protestanten über die religiösen Zustände der Nord-amerikanischen Freistaaten.
Geheimrath Hesse sagt in seinen amerikanischen Reiseblättern: Wenn ich mich amZiel meiner nordamerikanischen Pilgerfahrt nach dem Gesammturtheil über die nord-amerikanischen Zustände frage, so komme ich in Gefahr, die Ungunst der zahlreichenbegeisterten Lobredner herauszufordern. Ich bin zunächst nicht der Meinung, daßvon einem specifischen nordamerikanischcn Volke die Rede seyn kann. Ich finde nurein Gemisch von Nalionalitäten aller Art, ein Aggregat verschiedener Agentien, welcheihre Wahlverwandtschaft erst erproben sollen, deren Product erst das nordamerikani-sche Volk seyn wird. Nach dem Zeugniß der Geschichte darf ich an keine gedeihlicheVolksentwicklung glauben, die nicht durch eine religiöse Basis getragen wird. Nunhalte ich aber daS nordamerikanische Volk, abweichend von vielen seiner Schmeichler,mehr für kirchlich als für religiös. Ich glaube, daß daS Princip der Sectenfrciheitund die ungeheure Willkür in Begründung religiöser Gemeinschaften absolut nach-theilig wirkt, und den JndifferentismuS befördert. Diese gewaltige Zersplitterung intausend Sectcn wird nach meiner vielleicht sehr parador klingenden Ansicht keinenneuen Messias hervorrufen, sondern die Nordamerikaner gelegentlich dem Katholicis-mus überliefern, der mit seiner unerschütterlichen Organisation durch die Feinheitund Thätigkeit seiner Führer immer mehr Terrain gewinnt. Aufrichtig gestanden,halte ich daS für die künftige Geschichte dieses Landes für kein Unglück, sondern füreine Wendung, welche dem proclamirtcn Unglauben, wie er dort dem Katholicismusthatsächlich entgegensteht, unendlich vorzuziehen ist. Ohne eine solche Wendung istdie Mission der Vereinigten Staaten in Bezug auf die Cultivirung von Meriko,Westindien und Südamerika nickt zu erreichen.
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Vom 25. Juli bis 8. August ist in Miltenberg in Unterfranken eine Missionvon den Jesuitenvätern gehalten worden, über welche der VolkSbol' folgenden Berichtbringt: Vor Allem muß bemerkt werden, daß ein Häuslein demokratischer Schwindler,die sich in den Tollheitsjahren als Nationalconvent der europäischen Republik Milten-berg zu betrachten gewohnt waren, schön bei dem Gerücht von einer nahenden Missionvon einem panischen Schrecken befallen wurden und in ihrer Angst von einer Stellezur andern rannten, um, gleichviel ob auf gesetzlichem oder ungesetzlichem Wege, daSUngewitter abzuwenden, daS ihnen religiöse und politische Brandmarkung drohte:denn daS Gericht, so wie daS städtische Archiv bewahren unzählige Beweise, welcheNachtheile die demokratische Schellenjacke über eine friedliche Gemeinde herbeizubringenvermag. Da dieses armselige Häuflein sich jedoch mit seiner Abwendungspolitik auchabgewiesen sah, beschloß eS, mit ächt preußischem „Todesmuth" auf heilige (!) Ver-pflichtung, keiner Missionöpredigt beizuwohnen, damit nicht die längst verbrauchtenRegister ihrer politischen Drehorgel allen aufgesammelten Wind der Vorjahre ganz